Herceptin aber keine OP angedacht??!!

  • Hallo zusammen!


    Ich habe bereits einen Thread im BSDK- Unterforum, weil das die Hauptbaustelle meiner Mutter ist.


    Im Oktober wurde bei ihr aber zunächst im Rahmen der Vorsorge Brustkrebs diagnostiziert. Bei einem MRT sollte geklärt werden in ob es Knochenmetastasen gibt und dabei wurde der BSDK zufällig entdeckt.


    Die Biologe hat ergeben, dass meine Mutter HER2 positiv ist.
    Aufgrund des BSDK hat der Onkologe eine OP - zunächst????- ausgeschlossen und sie erhält nun eine Chemo mit Herceptin, Gemacibin und Abraxane.
    Der Radiologe meinte Anfang der Woche, dass sie wenn man sie operiert und bestrahlt hätte eigentlich den Brustkrebs schon "los wäre", er lag im T1 Bereich, letzte Woche war die Größe rund 0,6 cm.


    Meine Frage nun: kann der Tumor denn allein durch die Chemo verschwinden? Oder welchen Sinn macht diese Art der Behandlung?


    Ich muss gestehen, mein Augenmerk lag in den letzten Monaten eher beim BSDK, weil ich denke das ist ihr Hauptproblem, daher bin ich nicht so bewandert in der BK-Behandlung...


    Liebe Grüße!
    Ninjetta

  • Hallo @Ninjetta,
    zunächst einmal herzlich Willkommen, auch wenn der Anlass bescheiden ist. Es tut mir leid, dass deine Mutter doppelt getroffen ist.
    Bei BK gibt es heute ganz oft Chemotherapie vor der OP umzusehen, ob der Tumor kleiner wird. Danach OP und Bestrahlung. Der Tumor kann durch die Chemotherapie verschwinden. Habt ihr daran gedacht die Spezialisten an einen Tisch zu bringen oder eine zweitmeinung in Heidelberg einzuholen?
    Alles Gute
    Geli

    Vergangenheit ist Geschichte,
    Zukunft ist Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ein Geschenk. (Ina Deter)

  • Vielen Dank für Deine Antwort Geli.


    Jaaaaa, zur Zweitmeinung in Heidelberg dränge ich seit Monaten. Aber sie fühlt sich bei ihrem Onkologen gut betreut und hat sich daher bislang nicht von mir überzeugen lassen :-(


    Der Tumor war anfangs ja schon nur knapp über 1cm, jetzt sind es sogar nur noch 0,6cm...dachte das ist eigentlich eine Größenordnung bei der man sofort operieren kann. Weil komplett verschwinden allein durch Herceptin und Abraxane kann er doch sicher nicht, oder?

  • Meine Frage nun: kann der Tumor denn allein durch die Chemo verschwinden? Oder welchen Sinn macht diese Art der Behandlung?


    Hallo @Ninjetta,


    ja, bei diesen Rezeptoren ist es sehr gut möglich, dass der Tumor komplett verschwindet.


    Mit OP und Bestrahlung allein sollte man bei dem Her2 Rezeptor nicht vorgehen, dafür ist Her2 einfach zu aggressiv.
    Aber, er reagiert sehr gut auf die Chemo und noch besser auf Herceptin.


    Aus meiner Sicht ist BK- mäßig alles in Ordnung.


    Nach der Behandlung könnte man die OP in Erwägung ziehen.


    Das ist wiederum abhängig vom Restbefund und wie man die Gesamtsituation einschätzt, also kurativ oder palliativ.
    Bei kurativ würde man operieren, auch wenn der Tumor bildgebend verschwunden wäre, bei palliativ gäbe es keine OP.


    Ich wünsche Euch alles Gute!

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Ich habe jetzt mal nachgeschaut. Die Chemo-Kombi Gemcitabin und Abraxane (nab-Paclitaxel) kommt durchaus auch bei BSDK in Frage.
    Vielleicht wirkt sie ja auch bei dem BSDK, so dass er verkleinert und anschließend operiert werden kann?


    Für mich ein durchaus kluges Vorgehen!

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Hallo Jule66 !
    Danke für die Infos, das beruhigt mich ja schon mal ein wenig.
    Bislang hat diese Kombi auch bei beiden Tumoren zur Verkleinerung geführt!


    Montag teilt der Onkologe mit, ob es so weiter geht oder nicht...er tendiert zu pausieren und nur mit Herceptin weiter zu machen. Dabei verträgt meine Mutter alles super und ist in einem guten Allgemeinzustand.
    Vielleicht lässt sie sich dann doch mal auf eine Zweitmeinung ein!


    Liebe Grüße!
    Ninjetta

  • Bislang hat diese Kombi auch bei beiden Tumoren zur Verkleinerung geführt!


    Das klingt doch sehr gut!
    Warum dann pausieren? Das wäre für mich ein Grund, eine Zweitmeinung einzuholen.


    Ich hatte vor einer Zeit mal etwas gelesen zum Thema BSDK- wenn er chemosensibel ist, besteht Hoffnung.
    Die meisten Tumore am Pankreas sind nämlich ziemlich chemoresistent.

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Deine Mutter sollte sich auf BRCA2 testen lassen; für beide Krebsarten kann diese Mutation verantworlich sein.
    es ergäbe sich eine Therapieoption daraus, nämlich platinhaltige Chemos.


    Eine molekular zielgerichtete Therapie, die in einer klinischen Studie bereits erfolgreich war, ist die gezielte Hemmung der Hyaluronsäure
    (HA), die in 40-50% der Pankreastumoren angehäuft ist. Tumoren mit
    hohem HA-Level entwickeln einen hohen Druck und bauen so
    eine Barriere gegen Chemotherapeutika auf. Pegylierte Hyaluronidase
    kann den interstitiellen Druck reduzieren und die Verfügbarkeit von
    Gemcitabin im Tumor erhöhen. In der Phase-II-Studie HALO 202 (NCT01839487)
    konnte mit der Kombination aus pegylierter Hyaluronidase mit
    nab-Paclitaxel und Gemcitabin bei Patienten mit hohem HA-Level ein
    besseres progressionsfreies Überleben erzielt werden.

    Ein häufiges Problem beim Pankreaskarzinom nach Whipple-Operation ist die Tatsache, dass nur etwa 50% der Patienten adjuvant behandelt werden kann. „Wenn wir mehr Patienten systemisch therapieren wollen, müssen wir wahrscheinlich schon präoperativ behandeln“, so berichtet Kunzmann. Natürlich besteht bei den grenzwertig resektablen und den lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinomen auch die Intention, durch eine neoadjuvante Therapie eine Reduktion zu erzielen und damit möglicherweise die Chancen auf eine R0-Resektion zu erhöhen.


    Quelle: Journalonko

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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    Einmal editiert, zuletzt von Jule66 ()

  • Vielen vielen lieben Dank @Jule66!!!!!
    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, das setz ich meiner Mutter gleich mit auf ihre Liste für Montag! Das war mir tatsächlich vollkommen neu, dass BRCA 2 für beides verantwortlich sein kann!



    Und zur Chemopause: auch der Radiologe fand es befremdlich und meine Mutter will eigentlich auch nicht untätig sein, so lange es ihr so gut geht.


    Nochmal viiiielen Dank für Deine hilfreichen Antworten !!!!!!


    Liebe Grüße!
    Ninjetta