Diagnose bei meiner Mutter: DCIS

  • Hallo Ihr alle,


    erst mal, bitte werft mich nicht aus dem Forum, aber ich persönlich habe keinen Brustkrebs, aber meine Mama. Und ich kann damit nicht umgehen, da ich Angst habe, sie zu verlieren. 2011 wurde bei einer Routine Mammographie ein DCIS festgestellt, was dann operativ entfernt wurde, aber da sich die Ärzte fürchterlich verhalten haben, hat sich meine Mama gegen sämtliche Nachbehandlungen entschieden.
    Sie war danach aber noch zweimal in Jena bei dr Kaiser zur MRT, der ihr auch gesagt hat, dass dass nichts zurückgeblieben wäre und dass sie sich auch keine Sorgen mehr machen müsse. Leider ist Dr. Kaiser inzwischen verstorben, und meine Mama hatte keinen Ansprechpartner mehr, der sie beraten oder begleitet hat, dem sie vertraut.
    Nun hat sie im letzten Jahr ca April einen Knubbel in der gleichen Brust festgestellt. Da ist die Biopsie für sie damals so ein Horror Erlebnis war, hat sie sich entschieden, es alternativ zu versuchen, da kein Arzt sie operieren wollte, ohne vorher die Biopsie gemacht zu haben.
    Sie hat dann einige alternative Therapien versucht, Vitamin B17, Curcumin, und etliches mehr... nun ist leider trotzdem der Tumor gewachsen, und sie hat nun einen Arzt gefunden, dem sie vertraut, und der auch während Chemo im Körper mit Komplementärmedizin aufbaut. Der Arzt hat einen triple-negativ festgestellt. Sie soll nun Chemotherapie machen und zwar vor der OP. Den Befund haben wir leider noch nicht gesehen, aber ich gehe davon aus dass der Tumor dann auch G3 ist, da er schon größer ist als 5 cm. Es gibt keine Metastasen bisher lt.CT und Knochendichtemessung, Gott sei Dank!


    Da meine Oma 2005 auch Chemo gemacht hat, auch nach einem sehr aggressiven Tumor, damals wusste ich aber nicht die Bezeichnung, und während der Chemo bzw innerhalb eines halben Jahres verstorben ist, habe ich eine riesen Angst um meine Mama und würde in meinem Herzen am liebsten verhindern, dass sie die Chemo macht.


    Jetzt würde mich interessieren: weiß irgendjemand die Überlebensrate von TN Patienten, die keine Chemo gemacht haben und sich nur haben operieren lassen? Angeblich ist ja der Tumor so aggressiv, dass man unbedingt Chemotherapie machen muss, Aber genau zur Anfangszeit ist ja auch die Rezidivrate am höchsten. Sprich entweder macht man Chemo und ist im schlechtesten Fall in kurzer Zeit tot (wie meine Oma) oder man lebt...
    Aber wie wäre es ohne Chemo?


    Wie ist es denn mit dieser molekularen Untersuchung? Kann das etwas helfen? Oder was genau ist das?


    @Jule66, du bist doch hier schon sehr lange, ich habe deine Posts gelesen und du hast mir sehr viel Mut gemacht. Glaubst du an Chemo?


    Ich frage mich immer, warum soll man Chemo machen wenn man den Tumor auch erstmal wegschneiden und schauen kann, ob er wiederkommt - letztes Mal hatte meine Mutter ja sozusagen über sechs Jahre Ruhe... und ich finde im Internet keinerlei Daten, was mit Triple negativen Tumoren passiert bzw den Leuten, die sie in sich tragen, wenn sie sich gegen eine Chemo entscheiden...


    Bitte versteht mich nicht falsch, meine Mama hat sich bereits für die Chemo entschieden, aber die Angst geht bei mir nicht weg, und ich suche dringend nach positiven Beispielen mit Chemo und ich suche auch etwas Negatives, das mich von dem Gedanken ab bringt, dass sie länger leben würde, wenn sie sich nur operieren ließe. Vielleicht könnt ihr mir helfen, ich würde sehr darauf hoffen... Liebe Grüße Katharina

  • Hallo @Joyful,


    erst einmal herzlich willkommen hier im Krebs-Infozentrum.


    Um es kurz zu sagen: es gibt keine Statistiken darüber, wie die "Erfolgsrate" ohne Chemo bei TN ist. Diejenigen, die bei TN keine Chemo machen, sind vermutlich im unteren einstelligen Bereich.
    Mit der schlumedizinischen Behandlung, und die ist bei TN immer Chemo, liegt sie bei ca. 70% für die nächsten 10 Jahre. !


    Ich frage mich immer, warum soll man Chemo machen wenn man den Tumor auch erstmal wegschneiden und schauen kann, ob er wiederkommt -


    Das geht so leider nicht, denn wenn er wiederkommt, gerade bei TN, sind die Chencen mehr als schlecht, die krankheit zu überleben- da gehen die Erfolgsaussichten gegen null!


    Der Tumor in der Brust ist nicht das Problem- seine Ableger, also die gewanderten Tumorzellen sind das Problem. Ab einer Größe von bereits 5mm gelingt es den Tumorzellen, sich vom Tumor zu lösen und auf Wanderschaft zu gehen. Diese Tumorzellen sind im weiteren Verlauf das Problem, deshalb muß! systemisch dagegen vorgegangen werden und zwar bei TN ausschließlich mit Chemo.


    Beim DCIS, welches nicht invasiv ist, ist eine Chemo nicht nötig, denn erstens greift sie nicht und zweitens gehen keine Tumorzellen auf Wanderschaft.


    Der Tumor Deiner Mutter ist 5 cm- das ist schon ziemlich groß.
    Gut, dass sie sich bereits für die Chemo entschieden hat.


    Ich staune über Dein Wissen bezüglich BK und Dein Engagement für Deine Mutter, Respekt.


    Positive Beispiele: ich kenne viele, mich eingeschlossen. Natürlich mit Chemo. Ich kenne aber niemanden, der bei TN überlebt hat ohne Chemo. Und ich beobachte die Szene seit bald 9 Jahren.
    Besonders Dir möchte ich mein Buch ans Herz legen, welches sich ganz besonders an TN wendet.
    Diagnose Brustkrebs: Eine wahre Mutmach- und Liebesgeschichte
    Wenn Du das gelesen hast, wirst Du auch verstehen, dass es ohne Chemo nicht geht, aber auch, dass Deine Mutter gute Chancen hat, wieder gesund zu werden.


    Ich drücke Euch die Daumen und bitte, halte Deine Mutter nicht von diesem Weg ab! Sie hat sich für das Richtige entschieden!

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Hallo @Joyful ,


    willkommen im Krebs-Infozentrum. Ich habe Deinen Beitrag und die Antwort von @Jule66 in einen eigenständigen Thread gepackt und in den Angehörigenteil des Brustkrebs-Unterforums verschoben.


    Viele Grüße
    Anhe

  • Hallo liebe @Joyful,
    tut mir sehr leid, dass es deine Mum erwischt hat :(
    Auch das mit deiner Omi tut mir sehr leid. Weisst du denn, woran sie damals starb? Ich meine, hatte es was direkt mit der Chemo zutun? Oder ist sie an ihrer Krebserkrankung bzw. etwas anderem gestorben?



    Weisst du, ich bin auch tn und mein Tumor war so groß wie der deiner Mama, weil meine Frauenärztin mir immer wieder gesagt hat, das wäre kein Krebs.
    Seit letzter Woche ist di Chemo um und hey, ich habs problemlos überlebt. Klar gabs Nebenwirkungen, aber dran gestorben bin ich nicht. Und wenn du dich hier mal umschaust findest du soooo viele Leute hier, die die Chemo überlebt haben. Oder sogar überhaupt nur noch deswegen am Leben sind.



    Ich denke, @Jule66 hat dir schon einiges zum Thema gesagt. Von mir noch ein weiterer Denkanstoß:


    "Sprich entweder macht man Chemo und ist im schlechtesten Fall in kurzer Zeit tot (wie meine Oma) oder man lebt...
    Aber wie wäre es ohne Chemo?"


    Ohne Chemo sieht das doch ähnlich aus. Entweder man schafft es, oder nicht. Die Frage ist nur, wobei die Überlebensraten am größten sind.


    Deine Mum hat anfangs ja einiges an komplememtären Mittelchen probiert, um den Tumor am Wachsen zu hindern. Angeschlagen haben die ja nicht wirklich, denn das Teil ist ja seit April ordentlich gewachsen.
    Ob man mit diesem Wissen ausschließlich auf solche Dinge setzen solte? Ich weiss es nicht, ich würde es wohl eher nicht tun.
    Wieso sollten diese Dinge denn jetzt plötzlich gut wirken, wenn sie es vorher auch nicht getan haben?


    Liebe Grüße,
    Käthe

    You haven't seen the best of me,
    I'm still working on my masterpiece <3

  • Hallo liebe Joyful ,


    Es ist wirklich ganz lieb von dir, dass du dich um deine Mama zu unterstützen, hier angemeldet hast.
    Was mit deiner Oma passierte, ist natürlich sehr schlimm und traurig, trotzdem kann ich euch bei einem TN Tumor eine Therapie "laut Schulmedizin" nur wärmstens empfehlen.
    Vor einem Jahr bekam ich den gleichen Befund wie deine Mutter (BrustTumor TN 2.5cm mit einem KI67 >90%) also gab's ziemlich schnell einen Port dann 5 Monate ChemoTherapie anschließend die OP.
    Die Chemo Zeit war nicht leicht aber durchaus zu schaffen.
    Während der Therapie habe ich noch zwei weitere Frauen mit einem TN Tumor kennengelernt gelernt. Das alles ist bei uns jetzt 1 Jahr her wir treffen uns regelmäßig und uns dreien geht's wirklich gut.
    Ich habe gelernt, dass die Schulmedizin viel besser ist als ihr Ruf und man in vielen Situationen auch einfach mal vertrauen muss.
    Du kannst deine Mama wärend dieser Zeit auch wirklich gut unterstützen. Meine Kinder haben mich immer ermuntert, draußen zu Fuß oder mit dem Rad eine Runde zudrehen. Sie haben mir was leckeres gekocht, mich zur Perückenauswahl begleitet oder mal einen Kuss auf die Glatze gegeben.
    Manchmal hat man keine andere Wahl und muss nach dem Motto "Augen zu und durch" den Kampf annehmen.


    Ich umarme dich mal ganz fest und ganz liebe Grüsse Birgit