Eine Krankheit, die zu wenig Beachtung bekommt (Methadon Frage)

  • Hallo zusammen,


    ich gehöre ebenfalls zu den stillen Lesern und bei meiner Mutter wurde im Mai 2017 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Dieser Beitrag wird ziemlich lang und vllt für einige uninteressant, doch ich musste meine Erfahrung mit dieser Krankheit verarbeiten und nutze dafür dieses Forum. Ich werde daher chronologisch vorgehen....

    Eigentlich geht es lediglich um eine Frage bezüglich Methadon. Wer also die Vorgeschichte nicht lesen möchte kann direkt zu dem Unterpunkt "Aktuell" scrollen,



    Für uns verlief alles so unerwartet. Meine Mutter klagte über unwohl sein, Müdigkeit, Schmerzen im Bauchbereich und schon änderte sich nach einigen Tagen ihre Augenfarbe. Gelbsucht.

    Zu diesem Zeitpunkt wohnte ich ca 100 Kilometer weg und erfuhr am Telefon von meinen Geschwistern, dass meine Mutter ins Krankenhaus eingeliefert wurde, doch ich mir erstmal keine Sorgen machen brauch.


    Ich besuchte sie im Krankenhaus und dort hatte man bereits 2x versucht den Gallengang freizumachen um die Whipple-OP durchzuführen. (ohne Erfolg). Auch bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich immer noch nicht mit welcher Krankheit es wir zu tun haben. Nach dem dritten Versuch war der Weg für eine OP frei. Uns berichteten die Ärzte, dass die OP, die einzige Möglichkeit wäre um das Problem zu lösen. Zu diesem Zeitpunkt war mir auch nicht klar, dass wenn die Ärzte den Gallengang nicht freimachen könnten, die Prognose für meine Mutter noch schlimmer ausgefallen wäre.


    Ich informierte mich schließlich selbst und googelte nach den Begriffen Whipple-OP und ab diesem Zeitpunkt brach für mich eine Welt zusammen. Bauchspeicheldrüsenkrebs - eine der tödlichsten Krebskrankheiten mit einer 5% Überlebensrate nach 2 Jahren. Medial hatte ich bisher von allen möglichen Krebskrankheiten gehört/gelesen, doch Bauchspeicheldrüsenkrebs? Dann noch meine Mutter, die wirklich, einer der liebenswertesten Menschen auf diesem Planeten ist, hat jetzt also diese beschissene Krankheit bekommen, obwohl sie weder geraucht, noch getrunken hat?

    Auf dem Weg zur Arbeit weinte ich jeden Tag. Ich konnte mit keinem über die Geschehnisse sprechen ohne eine Träne zu verlieren. Daher hatte ich es gelassen mit den Kollegen/Freunden darüber zu reden.


    Nun stand die Whipple-OP an und die OP hatte meine Mutter trotz des komplizierten Eingriffs gut überstanden, auch wenn sie über Schmerzen klagte. Die Zeit nach der OP schweißte uns familiär zusammen und meine Mutter wusste bis zu diesem Zeitpunkt auch nichts von ihrer Diagnose. Wir wollten sie mit dieser Diagnose nicht psyschologisch belasten, damit der Krankheitsverlauf dadurch nicht negativ beeinflusst wird.

    Anschließend wurde eine Chemo angeordnet um die Krankheit zu besiegen. Ab diesem Zeitpunkt ging es für uns aufwärts und meine Mutter war zuversichtlich, obwohl sie nun verstand, dass es sich wohl um eine Krebserkrankung handelt. Sie hat die erste Chemo relativ gut vertragen. Ab und an musste sie brechen, konnte ihre Blase nicht ganz kontrollieren und ihr Appetit und ihre Ernährung musste sich ändern.


    Nach der Chemo gratulierte der Onkologe ihr und bezeichnete die Krankheit als besiegt, aber ordnete in 6 Monaten eine weitere Untersuchung an. Zu diesem Zeitpunkt war meine Mutter sehr glücklich, doch keine 4 Monate später fingen starke Schmerzen im Bauch- und Rückenbereich an. Sie wurde bettlägerig und klagte immer mehr über die starken Schmerzen, sodass wir sie wieder zur Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert haben. Die Ärzte fanden zunächst etwas verdächtiges in der operierten Region. Ein Lymphknoten. Operativ nicht zu entfernen. Außerdem angebrochene Wirbel, die nun auch operiert werden sollen.




    Aktuell:


    Der Onkologe hat uns beraten und schlägt eine Chemo vor um die Lebensqualität zu verbessern. Meine Mutter hat die Motivation weiter zu machen und sagt, dass alles getan werden soll um ihren Zustand zu verbessern. Nun wollen wir begleitend zur Chemo es mit Methadon versuchen. Der Chefarzt rät uns davon ab und verweist uns auf die zahlreichen Nebenwirkungen und führt an, dass es keine klinischen Studien gibt. <- Das wissen wir auch und glauben ebenfalls nicht an ein Wunder, jedoch haben uns die Erfahrungsberichte von Dr. Hirschs Patienten Hoffnung gegeben, dass meine Mutter mehr an Lebensqualität gewinnen kann. Was spricht also dagegen sich vom Hausarzt Methadon verschreiben zu lassen? Falls sie nicht darauf anspringt, muss man das Mittel schließlich nicht nehmen.


    Hat jemand überhaupt Erfahrung damit gemacht und könnte eventuell davon berichten?


    Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten

  • Hallo capriz ,


    herzlich willkommen im Krebs-Infozentrum, auch wenn der Anlaß einer Registrierung in einem Krebsforum immer mit Ängsten und Nöten verbunden ist.


    In diesem Forum gibt es sehr viele UserInnen, die zum Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs hilfreiches beitragen können. Und zum Thema Methadon gibt es auch ein wenig nachzulesen, z.B. hier Methadon als neuer zusätzlicher Helfer in der konventionellen Krebstherapie? oder auch Diskussion zum Thema Methadon .


    Wir wünschen Dir einen hilfreichen Austausch. Auf ein gutes Miteinander.


    Viele Grüße

    Anhe

  • Hallo capriz

    Herzlich Willkommen auch von mir. Leider kann ich dir zu deiner Frage keine Antwort geben, möchte aber einen Gruß da lassen. Ihr habt schon einiges hinter Euch und so lange deine Mama noch die Kraft hat, kann sie den Kampf aufnehmen.

    Eines würde mich interessieren: weshalb habt ihr zunächst darauf verzichtet, eurer Mama die genaue Diagnose zu sagen? Gab es eine Vorerkrankung? Du musst darauf nicht antworten, wenn du nicht magst, aber ich habe bei meiner Mama festgestellt, dass sie wesentlich belastbarer war als wir alle annahmen. Aber jeder Mensch ist anders.

    Liebe Grüße und alles gute für Euch

    Bella

  • Danke für eure Antworten und den netten Hinweis.


    Zu deiner Frage Bella69 kann ich folgendes sagen.

    Es gab keine Vorerkrankung.

    Meine Mutter ist ein sehr sensibler Mensch und grübelt viel. Sie würde dann nichts anderes machen als sich mit der Diagnose zu beschäftigen. Wir wollten sie nicht mit der schlechten Prognose belasten und sie auf positive Gedanken stimmen und haben insgeheim gehofft, dass sie durch die positive Einstellung ggf. den Krebs besiegen kann, was sie leider nicht konnte. Wir haben daher immer nur von einem "sicherheitshalber Eingriff" geredet, da die Ärzte dort einen Tumor vermuten und daher der große Eingriff nötig sei. In dieser Sache ist es so schwierig eine richtige Entscheidung zu treffen, da es kaum Möglichkeiten gibt. Auch eine weitere Chemo lediglich zur Verbesserung der Lebensqualität ist eine Entscheidung, die uns alle vor die Qual der Wahl stellt. Meine Mutter will weiter leben und das wollen wir auch und daher sagt sie, dass die Ärzte alles in ihrer Macht stehende tun sollen. Dass die Chemo jedoch die Krankheit nicht mehr besiegen kann müssen wir ihr in aller Deutlichkeit berichten, damit sie selber die Entscheidung trifft wie es weiter geht.

    Der jetzige Zustand ist aber völlig inakzeptabel. Sie hat in 4 Monaten weitere 10 Kilo abgenommen :(

  • Hallo capriz ,


    was mir noch eingefallen ist: Frage doch bitte mal bei Eurem Onkologen nach, was er von Dronabinol, auch unter dem Namen Marinol bekannt, hält. Zumindest scheint es bei Tumor-assoziierter Kachexie gut zu helfen. Vielleicht googelst Du mal nach den Begriffen. Meine Schwester, die durch MS starke Spastiken hat bekommt auch Dronabinol-Tropfen und ihr Appetit wurde dadurch angeregt. Ist nur so eine Idee.....


    Viele Grüße

    Anhe

  • Hallo auch von mir,


    Wir hatten auch Anfang der Diagnose über Methadon nach gedacht u trafen auf negative Kritik von allen Seiten, auch in den Foren.

    Wir haben uns dann erstmal gegen entschieden u wollten sehen wie er die Chemo verträgt u ich muss sagen sehr gut. Er hatte nun schon 20 folfirinox. Was bekommt deine Mutter für Chemo? Welche hatte sie nach op ?

    Methadonwürden wir evtl probieren wenn Schmerzen kommen würden.

    LG

  • Danke für den Tipp Anhe

    Ich werde das beim nächsten Treffen ansprechen.


    Elaine16

    Nach der OP hatte sie eine Adjuvante Chemotherapie mit Gemcitabine.


    Nun folgt eine weitere Chemo, jedoch nicht mit dem Ziel die Krankheit zu besiegen. Die genaue Bezeichnung kenne ich noch nicht, da mir die aktuele Diagnose noch nicht vorliegt.



    Methadon wurde von dem Oberarzt ebenfalls verteufelt und fragwürdige Argumente angeführt, weshalb man andere Mittel anwendet. Sein einziges Argument zur Ablehnung von Methadon waren die bekannten Nebenwirkungen und die zahlreichen Artikel, die nach der Bekanntgabe von Dr. Friesens Ergebnissen, veröffentlicht wurden.


    Ich bin wirklich kein Verschwörungstheoretiker, doch ich finde die Argumente der Methadon Gegner nicht überzeugend. Auch wurde denke ich in vielen Reportagen aufgedeckt, wie Ärzte mit Apotheken zusammenarbeiten bezüglich der Medikamente, dass Ärzte für Vorträge von der Pharmaindustrie immens hohe Honorare bekommen und das die Pharmakonzerne nicht 1,2 Millionen bereitstellen wollten für eine klinische Studie macht mich natürlich stutzig in der Hinsicht.


    Doch ich muss auch sagen, dass ich an kein Wunder glaube, jedoch kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass die jetzigen Opiate in keinster Weise den Zustand meiner Mutter verbessert haben und ebenfalls Nebenwirkungen hatten. Warum sollten wir, wo wir keine Zeit mehr haben, es wenigstens mit Methadon neben der Chemotheraphie versuchen, wenn sie es verträgt...warum streuen sich die Ärzte so dagegen....

  • die nach der Bekanntgabe von Dr. Friesens Ergebnissen, veröffentlicht wurden.

    Sorry...aber alle "Ergebnisse" wurden an Laborratten oder in der Petrischale erzielt. Hier die Stellungnahme des Arbeitgebers der Chemikerin Friesen https://www.uniklinik-ulm.de/a…erapie-mit-methadon.html:


    Und hier noch ein Statement der Bundesärztekammer https://www.patienten-informat…ormationen/krebs/methadon


    Methadon gibt es schon seit 1938 (da wurde es zum Patent angemeldet). Es ist also kein neuer Wirkstoff. Auch wenn ich Deine Verzweiflung verstehe, so muss man doch differenziert das Thema angehen. Die "Schelte", daß die Pharmaunternehmen kein Interesse an Methadon in der Krebstherapie haben, ist falsch, denn man sollte es ja lt. diversen Berichten immer zur Chemo nehmen und es soll die Chemo nicht ersetzen. Also würde die "böse Pharmaindustrie" keine Verluste einfahren.


    Bitte beachte, daß sich das Krebs-Infozentrum an evidenzbasierter Medizin orientiert. Und von Evidenz kann man bei Methadon in der Krebstherapie bisher nicht sprechen.....

  • vielen Dank für den Einblick.

    Kann Deine Mama genug essen? Falls nicht solltet ihr das unbedingt mit hochkalorischer Nahrung probieren oder Maltodextin über das Essen geben. Das ist ein geschmacksneutrales Pulver das zusätzliche Kalorien liefert. Lasst euch in der Apotheke beraten.

    Mit Gemcitabine zu beginnen ist, wie es damals unser Onkologe ausdrückte, sportlich. Soweit ich das im Kopf habe, sind dort die Nebenwirkungen größer und die Chemo ist insgesamt kräftezehrender. Deshalb beginnt man wohl eher mit folfi aber es gibt auch Gründe weshalb man die andere Variante wählt. Die kenne ich aber nicht, kann ich jedoch erinnern, dass bei Mama auch gemcitabine im Gespräch war.

    Liebe Grüße Bella

  • Hallo capriz ,


    willkommen auch von mir. Ich habe meinen Papa vor 11 Monaten an diesen Krebs verloren. Und ich arbeite in der Pharmaindustrie. Und ja, natürlich habe ich auch über Methadon nachgedacht. Und nein: Außerhalb der berechtigten Indikation Schmerzen hätte ich es meinem Papa nie gegeben. Der Strohhalm ist verlockend, man wünscht ihn sich so sehr. Ich weiß das. Es gibt keinerlei unter Verschluss gehaltenen Krebstherapien. Auch bei uns in der Krebsforschung sterben Anghörige an Krebs. Da würde doch niemand "dichthalten" falls es sowas gäbe.


    Das weiteres Argument, was doch jedem einleuchten sollte, hat Anhe schon gebracht: Als Zusatz zur Chemo würde kein Pharma-Unternehmen Verluste erleiden. Ganz platt gesagt: Es würde doch sogar die Verkäufe noch steigern, weil die Patienten länger leben. Alle laufenden Untersuchungen zeigen nichts wirklich positives, vor allem nicht bei BSDK. Bei bestimmten Hirntumoren gibt es inzwischen wenigsten eine Therorie was passieren könnte. Aber die BSD hat bestimmt keine Opiod-rezeptoten. https://www.aerzteblatt.de/nac…llkultur-kaum-verstaerken.


    Ich wünsche Euch ALLES Gute und wenn ich sonst mit Ratschlägen helfen kann - immer gerne.


    LG, Kathi

  • Es gab hier eine Nutzerin: "Fink". Sie hatte an einem Metadonprogramm vor einer Studie teilgenommen. Das hat leider nicht verhindert, das sie verstarb, aber die Lebensqualität in der letzten Lebenszeit war stark gestiegen. Sie konnte essen und sich um ihre Kinder kümmern. Ich denke ich Pfad ist noch im Forum? Im Netz gibt es einen Artikel von ihr dazu. Heilen kann Methadon wohl nicht, aber wenn die Nebenwirkungen sich in Grenzen halten und die Lebensqualität gesteigert wird, würde ich es sicher auch versuchen. Auch Cannabis kann die Lebensqualität steigern und den Appetit anregen. Meine Hausärztin arbeitet im Methadonprogramm - eine ganz andere Richtung weil es hier um Entzug von Drogenabhängigen geht. Aber vielleicht kann man über so einen Arzt Informationen über mögliche Wirkweisen erhalten und das Medikament könnte verschrieben werden.

    Ich wünsche Euch, dass ich alle nützlichen Informationen bekommt um zu entscheiden und falls Ihr Euch für Methadon entscheidet, eine gute Betreuung.

  • Bei uns war es so, dass unser Hausarzt es mit Metadon probieren wollte und mit 5 anderen Onkologen gesprochen hatte, welche alle keine Einwände hatten. Nur in der Klinik hat man das metadon verteufelt und meinem Mann wurde gesagt, dass Metadon sein Leben nur verkürzen würde. Er hat den Ärzten in der Klinik vertraut und so konnte ich das Metadon wieder mit nach Hause nehmen.

    Tja, letzendlich weiß niemand, ob es geholfen hätte. Eine Chance, welche er gebraucht hätte, hat man ihm nicht gegeben.

    <3 Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen <3

  • Ich oute mich mal als Methadon-Nutzerin. Ich nehme es seit Januar diesen Jahres, weil ich mit Schmerzpflastern usw. überhaupt nicht zurecht gekommen bin. In der geringen Dosierung, die ich einnehme (2 x tägl. 1 ml) hilft es mir zwar auch nicht perfekt gegen Schmerzen, aber es geht mir wie damals Fink. Meine Lebensqualität ist um vieles besser geworden. Ich war 2 Wochen lang auf der Palliativstation einer Klinik, die europaweit führend in der Schmerztherapie ist, um die Medikamente kontrolliert umzustellen. Dort wurde ich dann auch mehrmals operiert und so weit wieder hergestellt, dass ich meinen Alltag zwar nicht perfekt, aber dafür wieder mit Spaß meistern kann. Gegen meinen inzwischen sehr metastasierten Darmkrebs hilft es wohl nicht, ich habe aber dieses Jahr bisher immerhin Stillstand erreicht. Ob das vom Methadon kommt oder von der Folfiri-Chemo mit Avastin, die ich derzeit erhalte, keine Ahnung. Soll man ja eingentlich nicht machen, Avastin und Methadon zusammen. Aber mir geht es so gut im Moment, dass ich an der Medikation nichts ändern werde.

    Generell kann ich nur empfehlen, da nicht allein herum zu probieren, sondern sich einen versierten Schmerztherapeuten zu suchen.

    Für mich also kein Wundermittel gegen Krebs, aber eine sehr wertvolle Hilfe im Alltag.

  • Ich kann das nicht so richtig erklären. Avastin und Metadon docken wohl an den selben Tumor-Rezeptoren an, Metadon wird so als Krebsmittel wohl unwirksam. Zusammen nehmen kann man es aber schon, also als Schmerzmittel zur Chemo. Ich trau mich nicht auf das Avastin verzichten, verwende das Metadon also nur als Schmerzmittel. Ich suche morgen mal die genaue Erklärung raus.

  • Liebe Keriam ,

    das ist jetzt off topic, aber ich hoffe, es wird akzeptiert. Mit Methadon habe ich bisher keine Erfahrungen, würde es aber auch nur als Schmerzmittel einsetzen, weil mir die "Krebsheilungseigenschaften" als nicht bewiesen erscheinen.

    Du kannst dir nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe, von dir zu lesen. Ich habe oft an dich gedacht und nach der langen Pause hatte ich dunkle Befürchtungen. Wie schön, dass für dich ein Weg gefunden wurde, das macht auch Mut, dass es auch mit Metastasen noch nicht vorbei ist. Auch ich muss jetzt mit den Biestern leben und meinen Weg finden. Vielleicht nennst du mir mal den Namen der Klinik, die dir geholfen hat, gern auch per PN.

    Ich wünsche dir, dass der Stillstand des Wachstums ewig anhält und du weiterhin das Leben genießen kannst.

    Ich drücke dich.

    Alles Gute und liebe Grüße

    Luise

  • Ich hatte Probleme mit dem schreiben im Forum und auch nichts wirklich Mutmachendes zu berichten. Aber jetzt läufts wieder :-)

    Hier also die versprochene Erklärung:


    Es geht um die Blutzufuhr. Chemotherapie wie auch Methadon kann nur da wirken, wo Blutgefäße sind. Da Avastin die Blutgefäßneubildung verhindert, um den Tumor auszuhungern, kommt Chemo wie auch Methadon nicht an den kompletten Tumor heran. Das ist auch ein Problem, wenn der Tumor ohne Blutgefäße dann überlebt und Metastasen ausbildet. Die können dann nicht mehr mit Chemo oder auch Methadon gut behandelt werden, da die Blutgefäße fehlen, um diese Substanzen zum Tumor oder auch zu den Metastasen zu bringen.


    Es ist also wirklich eine Glaubensfrage und ich weiß nicht, in wie weit das wissenschaftlich belegt ist. Wenn das so stimmt könnte man sich ja auch die Chemo zusammen mit Avastin sparen, wenn ich das richtig verstehe.


    Wie auch immer, ich kann nur jedem raten, nicht selber herumzuprobieren oder gar Metadon "heimlich" einzunehmen. Holt euch da wirklich Hilfe von kompetenten Schmerzärzten.


    Alles Gute

    Keriam

  • Hi liebe Keriam

    Unabhängig jetzt einmal vom Methadon möchte ich Dir gerne etwas zu Chemo und Avastin schreiben!


    Als meine Frau operiert wurde, bekamen wir eine "Einladung" zu einer Studie bzgl. Avastin. Hier hatten wir ebenfalls in unserer damaligen Ahnungslosigkeit eine Entscheidung zu treffen und gehofft, dass diese richtig ist.

    Eine ganz persönliche Überlegung lag uns zugrunde, welche letztendlich entscheidend war: Bei einer Studie ist es doch so, dass ein Teil dann das Avastin bekommt, und ein anderer Teil nicht - und keiner weiss nachher, wer Avastin bekommen hatte und wer nicht. Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen, Avastin in einer Studie nicht zu bekommen, weil es doch für uns ein Anker war, aktiv gegen Krebs vorzugehen. Wenn es klappt ist es ja prima, und wenn nicht, hätten wir dies auch so erfahren. Wir wollten aber nicht das "Risiko" eingehen, bei der Gruppe zu sein, welche den "rettenden Anker" nicht bekommen würde. Also haben wir die Studie abgelehnt mit der Option, dass meine Frau das Avastin auf jeden Fall bekommt - insgesamt 22 Infusionen,

    also die verkürzte "Version" in einem 3-Wöchigen Abstand, angefangen, mit der 2. Gabe Chemo.


    Ob es die Hartnäckigkeit war auf Avastin zu bestehen, auch wenn es die "verkürzte" zeit war, oder ob es auch ohne dem funktioniert hätte, weiss ich nicht - aber es war für uns ein Hoffnungsschimmer, auf den wir nicht verzichten wollten.

    Fazit ist nun mal auf jeden Fall, dass wir in 2 Monaten das 6. Jahr vollenden, ohne Rezidiv oder sonst irgendwelche aufkommenden Komplikationen. Vielleicht hätten wir es auch ohne Avastin geschafft - vielleicht!!!!!!! - aber vielleicht auch nicht!!!!!!! - Es war für uns eine Option die wir genutzt haben - Studie hin oder her!! - Es war auf jeden Fall eine Chance!


    Methadon wurde damals auch schon diskutiert - hier gibt's auch einen Thread darüber - würde ich für meinen Teil jetzt nicht grundsätzlich ablehnen - wenn alles andere versagt hat - aber nicht mit dem Gedanken, den Krebs heilen zu können. Dies ist ein mehr als gewagter Gedankengang. Für eine Schmerztherapie in Abspräche und Behandlung durch einen wirklich kompetenten Arzt als Begleitung für eine bessere Lebensqualität überlegenswert - sonst auf keinen Fall, und schon gar nicht selbstverantwortlich, das kann man garnicht und ist unbedingt abzuraten!


    Ich weiss jetzt nicht, ob dir das alles weiterhilft. Es erschien mir jedoch erwähnenswert, was wir in unserer Erfahrung mit Krebs, Chemo und Avastin erlebt hatten.


    Weiter alles Gute

    Dieter


    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Einmal editiert, zuletzt von Anhe () aus folgendem Grund: Posting von Dieterz aus dem Zitatblock gelöst und hinter Zitat eingesetzt (Formatierung)

  • Danke Dieter, du bestätigst mich in meiner damaligen Entscheidung für Avastin. Hab die letzten 12 Monate 19 x Chemo plus Avastin erhalten. Würde mir aber schön langsam mal wieder eine Pause wünschen, ganz spurlos geht diese Behandlung auch mit Methadon nicht an mir vorüber. Hab aber immerhin im Oktober 5jähriges "gefeiert"


    LG Keriam

  • Hallo zusammen.


    Nun sind einige Wochen vergangen und wir haben nach großen Widerständen seitens der Oberärzte/Onkologen/Hausärzte uns informiert und Methadon auf Rezept bekommen. Die Mengenangaben und die Mischung orientiert sich dabei an der empfohlenen Dosierung von Dr. Hilscher.


    Vor ca. 10 Tagen hat meine Mama begonnen mit Methadon und hat ihr Avastin abgesetzt. Ihr Herzschlag war seit 2.3 Monaten permanent auf über 130 und sie hat sie war nur noch im Bett. Lustlos, Mental am Boden und voller Schmerzen konnten die Ärzte auch im KH nicht helfen. Die ersten zwei Tage hat sie das Methadon nicht ganz vertragen, aber nach dem dritten Tag ging es ihr plötzlich so gut, dass sie selbstständig aufgestanden ist, so aufgeweckt war und mich sogar aus dem Bett geholt hat. Ich war so erstaunt und bin wirklich froh, dass wir das ausprobiert haben, obwohl uns alle Ärzte davon abgeraten haben. Sie ist Mental fit geworden und hat begonnen sich zu bewegen. Ihr Herzschlag ist nun wieder plötzlich normal.


    Sie hat enorm an Lebensqualität gewonnen, sodass ich letztlich festhalten muss, dass die ganzen Widerstände gegen Methadon einfach verantwortungslos sind gegenüber leidenden Patienten. Uns wurden so viele Steine in den Weg gelegt bis wir endlich das Methadon verschrieben bekommen haben. Vielleicht mag es die Krankheit nicht besiegen, doch alleine, dass sie wieder aktiv ist und aus dem Bett nach 4 Monaten aufgestanden ist, genügt uns!

  • Zuerst eine Korrektur meines Beitrags zuvor. Sie hat natürlich nicht Avastin abgesetzt, sondern ein Schmerzmittel namens Novalgin.

    Dann hat sie mit Methadon begonnen gegen die Schmerzen und seitdem an Lebensqualität gewonnen.


    Es gibt Neuigkeiten. Die Diagnose der letzten 4 Monate waren falsch. Uns wurde nur noch die Chemo in Aussicht gestellt um an Lebensqualität zu gewinnen. Wir wollten sichergehen und haben uns eine Zweitmeinung geholt und nun die krasse Wendung!


    Die Diagnose der letzten 4 Monate waren fehlerhaft. Es handelt sich nicht um ein Rezidiv, sondern um eine Gastritis C. Es wurden zwei Proben genommen und keine ausreichenden Belege dazu gefunden. Zunächst wurde sie mit entsprechenden Säureblockern therapiert und das seit ca. 1 Woche. Eine leichte Besserung ist in Sicht.


    Wir sind gerade so schockiert und wütend auf die Diagnose des Krankenhauses zuvor auch wenn ein Rezidiv naheliegend war. Wir hoffen nun, dass die Entzündung zurückgeht..

    Meine Mutter musste 4 Monate leiden und ich frage mich, weshalb das Krankenhaus zuvor nicht wenigstens diese Maßnahmen, die aktuell ergriffen wurden, nicht in den letzten 4 Monaten in Betracht gezogen haben?


    Den hohen Herzschlag meiner Mutter haben die Ärzte im neuen Krankenhaus auf die heftigen Schmerzen zurückgeführt und seit der Einnahme von Methadon hatte sich ihr Herzschlag stabilisiert was also darauf zurückzuführen war.