Mama hat nach meta. Brustkrebs, Lebermetastasen u. es nicht mehr geschafft

  • Hallo,


    ich habe in der Zeit als meine Mutter mit 73 Jahren bereits im Sterben lag, immer mal wieder hier mitgelesen. Ich habe besonders viel über die Behandlung von Lebermetastasen gesucht, weil dies im Ortskrankenhaus in dem Mama lag, unbekannt war...


    Meine Mutter, die vor 6 Wochen, dann sehr plötzlich im Krankenhaus verstarb, hatte metastasierten Brustkrebs, Mammakarzinon rechts. Die Findung ihrer Schmerzen im 1. Quartal 2017 über Hausarzt und CT in der Notfallaufnahme im Ortskrankenhaus war die Hölle. Keiner war fähig und konnte das CT lesen! Es hieß im Krankenhaus: Verknöcherungen der Wirbelsäule, kann man nix machen. Meine Mama hatte Höllenschmerzen im Rücken, war abgemagert und nichts ging mehr, sie lag nur noch da. Sie hatte Knochenmetastasen, die bei der Bestrahlung im Stadtkrankenhaus im Mai 2017 erfolgreich verschwanden. Das fand erst der Orthopäde, Wochen später heraus! Der Brustkrebs konnte schön streuen über den Lymphknoten ins Blut. Durch die verursachten Nervenschaeden im Skelett (Brust, Rücken) bekam sie dauerhaft Morphin Tabletten. Auch hatte sie zerbrechliche Knochen im oberen Halswirbelbereich davon, sie waren als abgelöst, zerbröselt teilweise auf den CT’s zu sehen. Ein Buckel war das Ergebnis.

    Alle 3 Monate sollte sie in einer Radiologischen Praxis zur Kontrolle mit CT Abdomen, Thorax und Knochensintigramm. Sie bekam die Knochenspritze Xgeva monatlich. Antihormone und Exemestan. Ich war mit ihr immer in ambulanter Behandlung mit Blutbildkontrolle im örtlichen Krankenhaus. Im Nachhinein auch keine gute Entscheidung. Da dort kein Onkologe ihre Blutwerte kontrollierte, sondern eine Stations-/oder Assistenzärztin. Sie bekam, die neue Ibrance Chemo-Tablette für 14 Zyklen. Anfangs fast 1 Jahr die 125 mg, dann weil es ihr „immer so schlecht war“, die 100 mg und weil es ihr noch schlechter wurde, 75 mg Ibrance zum Schluss. Auf Nachfrage bei den Ärzten kam nur die Schlecht-Tablette, sie soll die Schlecht-Tropfen nehmen. Ibrance wirkt laut Pharma gleich, egal welche Dosis im mg, teilte man uns im Krankenhaus mit. Stimmt das wirklich so? Ich kann nur als Laie sagen, die Lebermetastasen konnte diese neue Tablette nicht verhindern. Ob sie ihre Funktion bei metastasiertem BK sonst erfüllt, kann ich ebenso nicht sagen.

    Leider haben wir nach dem letzten CT im Februar 2018, auf dem alles ok und unverändert war, das nächste CT Anfang Juni 2018 von uns aus nicht gemacht, weil es ihr nicht gut war. Sie hatte noch Nierenstadium 3 und jedesmal Durchfall nach dem Kontrastmittel. Ansonsten war meine Mama eine sehr tapfere und starke Frau. Sie hat NIE gejammert - bis zum Schluss. Hätte sie sich doch mehr mitgeteilt! Ich habe gemerkt, dass es etwas nicht stimmt seit ca. Anfang Mai 2018, aber ich kam nicht drauf. Das Blutbild war nicht mehr so gut, aber wohl OK !?? Erst als sie im August 2 Wochen im Krankenhaus lag, ohne CT bis dato, da ihr Blutbild im August 2018 plötzlich SEHR schlecht war, es gäbe eine Entzündung, sie schon gelblich aussah, gewölbter Bauch, sie nichts mehr schlucken und essen konnte, immer gewürgt hat und ich sie auf privat umgestellt habe, kam das Schock-Ergebnis: Lebermetastasen! Wir hätten nicht gedacht, dass die Lebermetastasen so schnell wachsen! Wie schnell kommen diese, gibt es hier konkrete Ergebnisse? Das würde mich so sehr interessieren.

    Nach 3 Tumorboard Konferenzen und Vorschlägen mit Antihormome und neuer Krebstablette, anstatt Ibrance, wurde nicht mehr umgesetzt und man ließ meine Mama versterben, nach 4 Wochen im Krankenhaus. Sie hatte eine Qual..... Ich kann es immer noch glauben. Es war der Horror! Wir vermissen sie so sehr ♥️. Diese Bilder gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Hilflosigkeit und totale Trauer, Schock bleiben.


    Leider habe ich zu spät hier gelesen, es hätte meiner Mutter wohl enorm geholfen, wenn ich mich hier für sie informiert und ausgetauscht hätte. Wir haben soviel nicht gewusst.... Wir und die Ärzte, haben immer nur auf den Rücken geschaut, ob die Knochenmetastasem zurückkommen. Mit Lebermetastasen haben wir dummerweise nicht gerechnet. Waren null aufgeklärt darüber! Meine Mutter hatte noch nicht mal einen Onkologen. Ihr Hausarzt hat auch nichts gemerkt, er hat noch nicht mal einen Organ-Ultraschall gemacht. Das sollte doch Standard sein, 1 x Monat, bei metastasiertem Krebs ? Sieht man die Leberwerte bei der monatlichen Blutbildkontrolle gar nicht ? Jetzt im Nachhinein bin ich so schockiert, wie alles abgelaufen ist 😔. Wir haben alles für sie getan und doch war alles nicht gut genug ?? Sonst würde sie noch leben. Meine Mama wollte nicht sterben, war bis 1 Woche vor ihrem Tod noch voll da und dann ein Pflegefall, weil nichts mehr unternommen wurde... Ich komme damit sehr schwer klar. Die ganze Unwissenheit, aber das wiegen in Sicherheit im Krankenhaus und die vielen Versäumnisse kommen zusammen.


    Ich kann jedem nur raten, sich in ein Krebs-erfahrendes Krankenhaus zur Behandlung zu begeben. Nicht in das nächste! Immer alles zu hinterfragen, keine Untersuchung auszulassen, die Blutwerte immer genau zu kennen, einen guten Hausarzt mit offenem Ohr usw. zu haben. Bei metastasierten Krebs jeden Monat, auch besonders bei Anzeichen (Dauerschlecht, starkes, nächtliches Schwitzen, kein Appetit, würgen beim Essen, schweres Atmen, aufgeblähter Bauch, etc.) sofort einen Organultraschall zu machen! Dies waren die Anzeichen für Lebermetastasen und wir haben es nicht gewusst. Und heute würde ich mich selbst informieren, hier auf dieser Seite mit Betroffenen. Und so früh wie möglich eine private Zusatzversicherung für die Klinik abschließen. Der Unterschied gerade im Alter und sehr krank, ist enorm, leider! Im Laufe der Krebserkrankung meiner Mutter (1 Jahr und 9 Monate) musste ich sie für 3 Krankenhausaufenthalte auch 3 x auf privat umstellen. Vorher wurde sie nur liegengelassen, im Vielbettzimmer, einen Arzt sahen wir kaum. Eine Schande, ja, ich musste die Ärzte immer aufsuchen, ihnen nachrennen. Sehr krank und hilflos. Das waren unsere traurigen Erfahrungen.


    Wieso bekommt der Krebs noch immer soviele Chancen? Warum bekommen Betroffene und deren Familie noch immer keine umfassende Aufklärung und kein simples Faltblatt über Krebs übergeben ? Damit wäre doch schon soviel geholfen, das Krebsgrundwissen wäre vorhanden!! Man wüsste ca. was alles auftauchen kann.


    Ihr seid alle ebenso tapfer und ich drücke jedem ganz, ganz fest die Daumen und fühle mit euch!


    Von Herzen alles Liebe,

    Rainbow 🌈

  • Hallo Rainbow ,

    mein Beileid zu Deinem Verlust. Dein Bericht zum Krankheitsverlauf Deiner Mutter hat mich wirklich erschüttert - leider muss man immer wieder die Erfahrung machen, nicht gut betreut zu werden. Bei meinem Papa war das auch so.

    Als Patient muss man immer mehr selbst in die Hand nehmen, nachforschen und fragen, Zweit- und Drittmeinungen einholen...

    Ändern kann man das in diesem System wohl kaum, darüber nachzudenken lohnt sich fast nicht. Man kann nur aus Fehlern lernen..


    Dir wünsche ich erst einmal viel Kraft, den Verlust zu verarbeiten. Mir hat das Schreiben darüber sehr geholfen.

    Alles Liebe

    Bella

  • Hallo Rainbow , herzlich Willkommen bei uns im Krebs-Infozentrum.

    Ich habe deinen Post jetzt 2 mal gelesen, ich kann deine Trauer und dein Entsetzen gut verstehen.

    Morgen schreibe ich dir mehr dazu, bin jetzt zu müde dazu.


    Ich wünsche Dir hier einen guten und tröstlichen Austausch .

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • in der Notfallaufnahme im Ortskrankenhaus war die Hölle. Keiner war fähig und konnte das CT lesen! Es hieß im Krankenhaus: Verknöcherungen der Wirbelsäule, kann man nix machen. Meine Mama hatte Höllenschmerzen im Rücken, war abgemagert und nichts ging mehr, sie lag nur noch da. Sie hatte Knochenmetastasen, die bei der Bestrahlung im Stadtkrankenhaus im Mai 2017 erfolgreich verschwanden. Das fand erst der Orthopäde, Wochen später heraus! Der Brustkrebs konnte schön streuen über den Lymphknoten ins Blut.

    Guten Morgen Rainbow ,


    es ist schlimm, wenn man das Gefühl haben muss, dass einen die Ärzte nicht ernst nehmen oder man glauben muss, in inkompetente Hände geraten zu sein.


    In diesem Fall muss ich aber einwerfen, dass die Ärzte ohne Anhaltspunkte, wie vorangegangener Brustkrebs, nicht wissen können, wonach zu suchen ist. Vielleicht erkennt man Knochenmetastasen als solche nur dann, wenn man den Verdacht darauf hat. Sie haben "Verknöcherungen" gesehen, die sie nicht zuordnen können- wie hätten sie ohne vorhergegangene Erkrankung auf Brustkrebsmetastasen schließen können? Ich denke mal, dass in einem Ortskrankenhaus auch keine Spezialisten für Knochenmetastasen sind.


    Ein weiterer Punkt: Die Wochen bis zur richtigen Diagnose haben ganz sicher nicht dazu geführt, dass der Krebs gestreut hat- das hat er leider vermutlich schon Jahre zuvor gemacht.

    Brustkrebs streut bereits ab einer Größe von wenigen Milimetern. Ab da schickt er Zellen in den Körper- je nach Wachstumsgeschwindigkeit und Tumorbiologie kommt es unter Umständen Jahre! später zu Metastasen, die man darstellen kann- natürlich waren sie auch vorher im Milimeterbereich vorhanden, aber man kann im MRT bzw. CT erst Ansiedlungen ab ca. 4-5 mm erkennen- bis dahin kann es lange dauern.

    Jeder Tumor hat ein Metastasierungsmuster, d.h. es ist eine Frage der Zeit, wann er in der Leber zu wachsen anfängt.

    Wir hätten nicht gedacht, dass die Lebermetastasen so schnell wachsen! Wie schnell kommen diese, gibt es hier konkrete Ergebnisse? Das würde mich so sehr interessieren.

    Auch das hängt an der Tumorbiologie. Wie lange sie schon Brustkrebs hatte, ist ja sehr ungewiss, vermutlich seit Jahren.

    Man hätte dann mit einer "richtigen" Chemo gegenhalten müssen. Hätte sie das gekonnt, gewollt?

    Metastasen verändern sich, sie werden leider aggressiver, d.h. die Zellteilung wird höher die Rezeptoren werden weniger.

    Gerade die Tumorart, die deine Mutter hatte, nämlich hormonpositiv, fängt häufig erst mit den Knochen an um dann die Leber zu besiedeln.



    Zusammenfassend möchte ich sagen: es ist viel in den Krankenhäusern schlecht gelaufen, gerade was die Versorgung anbelangt. Nicht umsonst sollte man sich an ein zertifiziertes Brustzentrum wenden.


    Aber, vielleicht kann Dich das etwas trösten:


    Der Krebs wurde extrem spät gefunden- möglicherweise war der Tumor in der Brust schon viele Jahre da. Ab dem Zeitpunkt war die Behandlung mit Antihormontherapie und Ibrance richtig, da hätte man nichts besser machen können.

    Ihre "Krebskarriere" war durch das späte Erkennen eher kurz. Sie ist nicht den Weg gegangen, vor vielen Jahren den Krebs entdeckt zu haben, vielleicht Chemo, OP, Bestrahlung und jahrelang Antihormontherapie machen zu "müssen". Viele Jahre sich Sorgen machen zu müssen, Angst zu haben.

    In dieser Zeit hatte sie vielleicht ein sorgloses Leben? Glaube mir, den Krebs immer im Hinterkopf haben zu müssen, ist nicht schön. Das Leben wird nie mehr wie vorher. Das blieb ihr erspart. Ja, sie hätte geheilt werden können, wenn es Jahre früher entdeckt worden wäre. Ist es aber nicht, das ist leider die traurige Tatsache.


    Es ist viel schief gelaufen, Du kannst es für Dich und Deine Angehörigen besser machen.


    Ich kann nur immer wieder sagen, nehmt die Mammographie wahr, geht zu den Vorsorgeuntersuchungen, tastet eure Brüste ab.

    Früh erkannt, ist Brustkrebs heilbar.


    Bitte versuche Dich damit zu trösten, dass Deine Mutter nur einen "recht kurzen Leidensweg" hatte.

    Glaub mir, in den bald 10 Jahren meiner Diagnose habe ich schon andere Sachen gesehen.

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Das tut mir sehr sehr leid mit deiner Mutter liebe Rainbow , aber Jule66 hat sicher recht, dass deine Mutter jahrelang ein relativ gutes Leben führen konnte ohne diese ständigen Kontrollen, Hoffnungen und Niederlagen, die diese Krankheit mit sich bringt. Bei vielen von uns liegt ein langer Weg zugrunde, der die gesamte Lebensplanung durcheinander gebracht hat mit dem Ergebnis, dass sich jetzt eben immer und immer wieder „Baustellen“ auftun, die man wieder beseitigen muss. Z.B. muss ich jetzt wieder bestrahlt werden und es warten evtl. neue Therapien auf uns, deren NW vorher nicht abzusehen sind. Versuche einen Weg zu finden um dem Krankheitsverlauf deiner Mutter etwas positives abzugewinnen. LG Margarete

  • Liebe Rainbow ,


    ja, bei Deiner Mutter ist menschlich von den Ärzten her vieles falsch gelaufen - tröste Dich damit, dass das wahrscheinlich keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf hatte.


    Ich bin 46 - habe zwei Mädels 8+11 - und habe mich vor einem Jahr überhoben. Wegen der Schmerzen war ich am 30.11.17 im CT. Der Mediziner erkannte sofort: Knochenmetastasen. In der 1. Dezemberwoche war ich zum Staging im Krankenhaus - Brustkrebszentrum - zur Zweitmeinung war ich auch: Operiert wird nicht mehr - das ändert nichts an der Lebenserwartung. Bestrahlen? Wo soll ich da anfangen? Hier ist meine Karte, wenn Sie starke Schmerzen bekommen, rufen Sie mich an, ich nehme sie dann kurzfristig rein. (Monate später erfuhr ich, meine Schmerzen kamen von gebrochenen Rippen - sie sind von selbst geheilt.) Sie haben den Krebs wahrscheinlich schon seit 5 Jahren in den Knochen, hätte "arzt" ihn früher entdeckt, wären Sie nur länger unglücklich gewesen. Zur Mammographie war ich noch zu jung - mein Frauenarzt macht keinen Brust-Ultraschall - die andere Frauenärztin am Ort spricht die Frauen ab 45 darauf an. Der Gynäkologe im Krankenhaus, der den ganzen Tag nichts anderes macht, sagte zu mir: "Selbst jetzt, wo ich es weiß, kann ich ihn kaum ertasten." Und "arzt" hätte ihn schon Jahre früher tasten müssen, hätte ich eine Chance auf Heilung haben sollen.


    Ich habe Tamoxifen bekommen. Dann aufgrund eines Progresses im Wirbelkanal Bestrahlungen und Ibrance. Am 2.10.18 sagte mir die Ärztin, dass sie was in der Leber entdeckt haben. Ich habe nun einen Port, hätte eigentlich gleich mit Chemo anfangen sollen, aber der Zweitmeinungsarzt will Ibrance noch eine Chance geben, da ich erst 2,5 Zyklen hatte. Die Chemo sorgt für Haarverlust, 68% der Patientinnen entwickeln eine Polyneuropathie (Absterben der Nerven in Fingern + Füßen) - schwere Polyneuropathie heißt keinen Knopf mehr zu bekommen und nicht mehr selbst Suppe löffeln können. Die Chemo schlägt bei 39,5% der Patientinnen an und wirkt im Schnitt 5,3 Monate.


    Mein Mann kam 2 Tage nach meiner Lebermetastasendiagnose mit Verdacht auf Prostatakrebs von Urologen heim. Wir haben keine Verwandten, die unsere Kinder übernehmen könnten. Auch deshalb war ich einverstanden mit der Chemo noch drei Monate zu warten. Ob das richtig ist, kann mir keiner sagen.


    Weswegen ich Dir schreibe: Bei mir lief vom medizinischen her alles perfekt. Trotzdem habe ich Lebermetastasen und "darf" jetzt eine Chemo machen, die vor allem mal viele Nebenwirkungen bei kaum Hoffnung auf Wirkung und nur wenig Zeitgewinn bringt. Ja, vielleicht komme ich damit besser klar und alles geht länger, als befürchtet.


    Tröste Dich damit, dass Deiner Mutter viel Leid erspart geblieben ist und sie letztlich ein langes unbeschwertes(!?) Leben leben durfte mit einer heftigen, aber nicht allzu langen Leidenszeit am Ende.


    Meine Lebermetastasen wurden nur im CT gesehen - keine Blutwerte deuteten darauf hin - sie sind (noch) nicht im Ultraschall zu erkennen. Gruselig, wie schnell das dann doch gehen kann. Oder doch gnädig!?


    Entschuldigung, wenn ich zu offen geschrieben habe ... normalerweise schreibe ich nicht mehr öffentlich ... bin ein bisschen Autist und sehe manches zu realistisch. Ich hoffe dennoch, dass Du durch meine Geschichte erkennst, dass ihr zwar menschlich schlecht betreut wurdet, es aber medizinisch wahrscheinlich LEIDER nichts geändert hätte.


    Liebe Grüße

    Carmen

  • Hallo liebe Bella69 ,


    danke für deine Antwort. Wir sind gerade mit den Kindern für ein paar Tage weggefahren. Doch ich kam nicht zur Ruhe. Es ist alles noch zu frisch... Die Gedanken sind immer bei Mama. Sie fehlt!

    Ich habe lange überlegt, ob ich mich hier anmelde. Ich bin mir aufgrund eurer tröstenden Worte und eurer eigenen Geschichten jedoch sicher es war das Beste, um auch meine Trauer irgendwie zu verarbeiten. Ich bin mir auch sicher, dass darüber zu reden hilft am Besten. Es wird bestimmt noch lange dauern...


    Liebe Grüße,

    Rainbow 🌈

  • Guten Abend Jule66 ,


    auch dir möchte ich für deine ausführlichen Antworten sehr danken. Du bist auf meine offenen Fragen eingegangen. Das bedeutet und gibt mir unheimlich viel. Ich möchte dich gerne umarmen!

    Mit Sicherheit hast du sogar recht, aus dem ganzen negativen, gab es doch auch positives. So konnte ich es noch gar nicht sehen. Das erstaunt mich. Bestimmt blieb ihr auch vieles erspart und ja, heilen konnte man meine Mama nicht mehr. Das wussten wir von Anfang an. Und ja, meine Mama war tatsächlich froh keine richtige Chemotherapie auf Dauer machen zu müssen, nur die Ibrance Chemotablette und Antihormone. Wir wollten aber, ja wie alle, die größtmögliche Zeit (auch wenn ich nicht weiß, wieviel das hätte sein können), herausholen. Der abrupte Leberbefall war der größte Schock, nachdem wir dachten, so kann es bleiben, noch ein paar Jährchen... Sie war so tapfer. Ihre kleinen Enkel haben ihre Oma sehr geliebt ♥️ und diese sie ♥️. Die Zeit zum erinnern ist für zwei davon nicht möglich. Sie sind viel zu klein. Kamen auf die Welt, als Mama gerade die Krebsdiagnose bekam. Was war das für eine stressige Zeit... Unsere Kinder haben nun gar keine Oma mehr. Das ist natürlich so unendlich traurig. Ihre Enkel waren ihre ganze Freude, haben sie so glücklich gemacht.


    Ich wünsche dir weiterhin alles Liebe,

    Rainbow 🌈




  • Auch dir liebe Merlin 1707Pepe ein herzliches Danke!

    Ich habe ganz genau verstanden, wovon du redest. Meiner Mama waren zum Schluss, im Juli 2018, die ‚Suche‘ nach der mutmaßlichen Entzündung (Hausarzt, Nierenarzt, Gynäkologen, Urologen, etc.) schon viel zuviel. Auch ich habe gedacht, wohin muss sie und ich mit ihr noch alles 😔. Warum ist die Ursache so schwer zu finden !? Ich kann dich und euch sooo gut verstehen. Das ganze Leben dreht sich nur noch um diese Krankheit. Man ist vor der Hut, darf nichts übersehen. Es stresst zusätzlich. Könnte man sich doch nur auf die Ärzte verlassen. Das würde ich vor allem euch jetzt wünschen. Ein großer Angst- und Stressfaktor weniger. Das ging mir immer durch den Kopf, seit meine Mama so krank war. Ich hatte kein Vertrauen mehr....


    Ich wünsche dir eine gute Nacht 🌙.


    Liebe Grüße,

    Rainbow 🌈

  • Hallo liebe PrimKnochenMets ,

    ich habe deine Antwort unter einem Schwall an Tränen gelesen! Mehrmals gelesen und bin noch immer fassungslos. Ich kann dir gar nicht sagen, wie nahe mir eurer Leid geht. Ich bin unendlich traurig wie hart euch als Eltern zweier Kinder diese Krankheit gleich beide trifft.

    Ich habe auch zwei kleine Kinder (1+6 J.) und bin über den Verlust meiner Mama und den als Oma für unsere Kinder nun ein wenig getröstet. Ihr habt euch sicher 1000 mal gefragt, wieso ...

    Darf ich fragen, wie es deinem Mann inzwischen geht?


    Wie stark du bist, wie tapfer, ich fühle mich total hilflos. Ich würde dich so gerne umarmen, weil ich weiß, wie gut das tut! Ich kann dir nicht genug danken, ♥️ dass du gerade mir ♥️ deine Geschichte erzählt hast. Es lässt mich erkennen, wie klein mein Schmerz ist... und wie ungerecht das Leben einem mitspielen kann.


    Bitte bleib so stark und einzigartig. Ich denke an euch und vergiss nicht, dass es auch kleine Wunder gibt.

    Auch wir durften diese erleben, als es im letzten Jahr hieß: Ihre Mutter können sie nur noch mit heim nehmen. Sie hatte noch über ein ganzes Jahr, das OK war (inkl. zweier Urlaube mit uns). Wäre die Krebsentwicklung stehengeblieben, wäre es tatsächlich ein großes Wunder geworden. Aber auch diese gibt es! Lass uns zusammen daran glauben ♥️.


    Ganz, ganz liebe Grüße,

    Rainbow 🌈

  • Liebe Rainbow ,


    momentan geht es mir gut - wie lange noch??? Wie in in 3 Monaten??? Wie unter Chemo??? Ich lebe den heutigen Tag und vielleicht hilft mir, dass ich Realist / Biologin bin: Alles was geboren wird, stirbt. Das ist das einzige Versprechen, was uns bei der Geburt gegeben wird. Und zu früh ist es immer! Vor 2 Jahren ist meine Oma mit 90 gestorben. Letztes Jahr die Eltern von meinem Mann mit 80. Mein Vater ist Jahrgang 1923 - und würde gerne noch ein paar Jahre leben. Nun, ich auch ... .


    Manches lässt sich ändern, anderes ist, wie es ist - und muss angenommen werden - auch, wenn es einem so im Moment nicht schmeckt. Das habe ich oft erlebt. (Nein, ich frage mich nicht wieso.) Keiner weiß, wofür etwas gut ist, ob ein anderer Weg nicht noch unwegbarer gewesen wäre. Ich bin dankbar dafür, dass ich für meine Kinder, als sie klein waren da sein durfte. Ich glaube "nur" Brustkrebs hätte mich zu der Zeit heftiger getroffen. Zudem bin ich überzeugt: Der Krebs hätte so und so gestreut. Die Kinder wissen Bescheid - von Anfang an - da sah es erstmal gar nicht gut aus. Ich hätte nie gedacht, dass es mir nochmal so gut gehen würde. Ich sagte ihnen, dass wir bis zum Tag X Trübsal blasen können - oder versuchen noch eine schöne Zeit miteinander zu haben. Ist toll, dass ihr noch Erinnerungen - Eure gemeinsamen Urlaube - bekommen konntet.


    Mein Mann ... noch ist es nur ein dringender Verdacht ... der PSA ist innerhalb von einem halben Jahr sehr stark gestiegen. Er lässt ein MRT der Prostata machen, das hoffentlich Klarheit in die Angelegenheit bringt.


    Nein, ich bin nicht stark oder tapfer ... bin nur sehr wahrscheinlich autistisch veranlagt ... ich kann an der Situation nichts ändern. Ich habe mich erkundigt - eine Biopsie der Leber ... die Gefahr dabei zu verbluten ist höher, als der Erkenntnisgewinn. Es ist dadurch nicht möglich herauszufinden, welche Chemo und ob sie funktioniert. Es gibt Verfahren einzelne Lebermetastasen zu behandeln - in meiner Situation ist es aber unsinnig und gefährlich - mir bleibt nur die systemische (Ganzkörper-)Therapie. Auch eine OP brächte nichts, weil in der Zeit der Heilung keine systemische Therapie möglich ist und dann ungehindert woanders Metastasen entstehen.


    Geteiltes Leid ist halbes Leid. Klingt plump - aber je öfter Du Deine Geschichte erzählst, desto geringer wird Dein Schmerz werden. Ich hatte zwischen den Kindern zwei Fehlgeburten. Ich bin offen damit umgegangen - und habe so erfahren, dass ich nicht allein solche Erfahrungen gemacht habe.


    Dein Schmerz ist nicht klein!!! Du wirst Zeit brauchen. Das Leben ist nicht ungerecht - es ist, wie es ist. Vieles können wir nicht verstehen, weil wir nicht das große Ganze erkennen können. Der Mäusebussard ist nicht böse ... auch wenn das viele Mäuse denken würden, wenn sie denken würden, er ist hungrig.


    Gib' Deinen Wunden, die Zeit, die sie brauchen zu heilen. Sie werden zu Perlen.


    Liebe Grüße

    Carmen

  • Liebe PrimKnochenMets ,


    wie geht es dir zur Zeit?

    Mir ging es die letzten Tage besser. Deine fachkundigen Antworten und die Erklärungen haben mir sehr geholfen. Ich habe viel mehr verstanden und konnte wohl einiges an Schmerz verarbeiten. Das habe ich dir zu verdanken 🤝. Du bist unheimlich gut informiert und nachdem uns kein Arzt je so aufgeklärt hatte, blieben so viele Fragen offen. Es ist kaum zu glauben.

    Ich hoffe, es ist ok, dich noch ein paar Dinge, die mir keine Ruhe lassen, zu fragen.


    Gibt es einen Zusammenhang zwischen ‚neuer Hüfte‘ und 1 Jahr später Brustkrebs?

    Meine Mama hat Ende 2015 eine neue Hüfte erhalten und es ging ihr so gut danach! Endlich schmerzfrei! Vorher hatte sie sich 1 Jahr mit Schmerztabletten über Wasser gehalten. Natürlich hatte sie die Entscheidung zu lange hinausgezögert, aus Angst.

    Ich frage, weil diese Kombi - Hüft-OP und ca. 1 Jahr später - Brustkrebs, sehr oft vorkommt . Das haben wir nicht gewusst. Ein erfahrender Osteopath hat mir erklärt, dass es hier einen Zusammenhang gibt. Wird bei der OP nicht ‚sauber gearbeitet‘, diese führt ja über die Lymphe, ist ruck zuck, Krebs im Spiel. Ist das wirklich so ?


    Liebe Grüße,

    Rainbow 🌈

  • Hallo PrimKnochenMets ,


    ich habe noch etwas vergessen, bei meiner Mama wurde ja eine Entzündung im Urin Wochen vorher festgestellt. Odyssee:

    Vom Hausarzt, zum Nierenarzt, zum Frauenarzt, zum Urologen, alles mehrmals und keiner wusste was genau. Immer nur Antibiotika nehmen. Aber es verschwand ja nicht mehr. Später hieß es dann, die weißen Blutkörperchen, Leukozyten wären so hoch. Das war auch im Krankenhaus der Fall, die Entzündungswerte stiegen. Käme dann vom

    Tumor ? Ich muss dazu sagen im CT im Februar war der Brustkrebs nicht mehr auffindbar, so geschrumpft, man konnte nichts mehr sehen. Na klar, im Blut waren die Krebszellen schon lange. Haben Sie dann nichts mehr unternommen, auch wegen der steigenden Entzündung? War es aussichtslos ab da ? Mit dem kleinen Herd an Lebermetastasen.

    Ich frage, weil ich es bis heute nicht wirklich verstanden habe... und es mich so beschäftigt.


    Danke und liebe Grüße,

    Rainbow 🌈

  • Liebe Rainbow ,


    ich beschäftige mich erst seit einem Jahr mit Krebs - Jule66 - unsere Moderatorin geht seit 10 Jahren zu jedem Kongress - sie ist Profi in Sachen Brustkrebs.


    Ärzte klären nicht auf - leider. Ich habe den deutschen Krebsinformationsdienst gelöchert. Es gibt auch eine Seite http://www.washabich.de - dort habe ich meine Befunde übersetzen lassen. Ich denke mir oft - als alter Mensch ist "frau" völlig verloren. Das ist schlimm!!!


    Klar darfst Du mir alle Fragen stellen, die Dich beschäftigen. "Frau" braucht das!!! Ich versuche so gut ich kann zu antworten. Ich bin kein Arzt.


    Nein. Von einer Hüft-OP bekommt keiner Brustkrebs. Überlegt wird, ob eine Brust-OP bei nur Knochenmetastasen sinnvoll ist oder nicht. Bei manchen anderen Krebsarten ist es vorteilhaft, wenn der Haupt-Tumor entfernt wird, weil dann auch die Metastasen verschwinden - bei anderen ist es von Nachteil, weil dann die Metastasen erst recht wachsen. Bei Brustkrebs ist die Studienlage nicht eindeutig.


    Ob die Hüfte vielleicht weh tat, weil da schon Knochenmetastasen drin waren - das weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht.


    Je älter wir werden, desto wahrscheinlicher bekommen wir Krebs. Weil sich die Zellen schon sehr oft geteilt haben und dabei immer wieder Fehler passieren, die der Körper immer schlechter erkennt. Insofern ja, ältere Menschen leiden unter Verschleiß - brauchen eine Hüft-OP und ja, ältere Menschen bekommen wahrscheinlicher Krebs als Jüngere. Aber der verbindene Faktor ist schlicht das Alter. "Man" muss immer gut aufpassen, was ist tatsächlich Ursache + Wirkung und was beruht nur gleichzeitig auf einer anderen Ursache. Viele Krebspatienten haben übrigens darum auch graue Haare.


    Schlimm ist, dass es viele gibt, die glauben alles zu wissen. HINTERHER hat jeder Meteorologe den Sturm Lothar vorhergesehen. So ist es nach vielen Katastrophen - HINTERHER sahen das viele genau so kommen. Die Frage ist nur: Warum haben sie das nicht VORHER gesagt.


    Oft wird das mit Symptomen so gesagt. Aber nicht jeder der Kopfweh hat, hat einen Hirntumor. Allerdings haben viele mit einem Hirntumor Kopfweh. Du erkennst den Unterschied!?


    Hohe Entzündungswerte CRP hatte ich auch. Krebs ist eine mögliche Ursache. Dann, wenn sie besonders hoch sind. Aber eine Entzündung sorgt auch für hohe Entzündungswerte ...


    Im CT hat "arzt" meinen Tumor in der Brust nie gesehen. Das ist normal. CT ist optimal für Knochen - MRT für Weichteile. Dass der Krebs in der Brust verschwunden ist, zeigt meines Erachtens, dass die Therapie richtig war. Nur leider gab es inzwischen aggressivere Klone, die in der Leber siedelten. Das ist bei mir gerade genauso. Die Therapie schlägt in der Brust und in den Knochen an, aber leider ist das uninteressant, weil ich an den Lebermetastasen sterben werde.


    Die Klone in der Leber waren zu aggressiv - sind zu schnell gewachsen. "Arzt" hätte noch eine "richtige" Chemo versuchen können. Du kannst mal nach Chemo und palliativ googlen. In den USA wird hier die Sinnfrage gestellt. Sie wirkt nicht lebensverlängernd. Die einen starben am Krebs zu Hause - die anderen an den Nebenwirkungen der Chemo in der Intensiv-Station. Aber beide lebten unterm Strich gleich lang.


    Jule66 hat ein Buch geschrieben - Katrin Eigemann Diagnose Brustkrebs ... sie kann Dir mehr zum Ende bei Lebermetastasen schreiben ... sie hat das bei ihrer Freundin miterlebt.


    Mir geht es prima ... "klassischerweise merkt "patient" nicht, dass Lebermetastasen wachsen." ... erst dann, wenn er gelb wird - und dann ist es zu spät - auch für eine Chemo, weil die über die Leber verarbeitet wird.


    Ich hoffe, ich konnte manches beantworten.


    Auch, wenn es hart klingt: Ich denke, es war für Deine Mutter das Beste so ... ihr habt alles für sie getan, was ihr tun konntet. Nun geht es darum sie in liebevoller Erinnerung zu behalten. Mit Euch ins Reine zu kommen. Zu leben ... weil das Leben ganz schnell vorbei sein kann ... leider.


    Grüße Carmen

  • Hallo Rainbow,


    zuerst möchte ich dich als zuständiger Moderator herzlich begrüßen in diesem Teil des Krebs-Infozntrums und dir mein tiefes Mitgefühl versichern.


    Die Trauer ist vielfältig, immer anders und besteht aus diversen 'Baustellen'. Eine dieser Baustellen ist die Bewältigung dessen, was vor dem Tod des geliebten Menschen alles geschehen ist. Es sind immer die gleichen Fragen: was ist passiert? Was hätte man besser machen können? Warum überhaupt der Krebs? .... und vieles anderes. Auch wenn es auf viele dieser Fragen keine wirkliche, befriedigende, Antwort geben wird, so ist es doch richtig, diese Fragen zu stellen und darüber nach zu denken. Vielleicht kommst du in dem ein oder anderen Fall zu der Erkenntniss, dass es keine Antwort gibt. Keine Antwort kann auch eine Antwort sein. Da kannst du versuchen, das lebbar zu machen. Es geht.


    Schreib dir deine Probleme und Fragen von der Seele. Hier ist ein Ort dazu.



    Liebe Grüße, Helmut