Zulassung Lorlatinib in Deutschland

  • Hallo zusammen,


    ich wende mich an euch da meine Mutter vor ca. 1,5 Jahren an Lungenkrebs erkrankt ist. Da sie ALK positiv ist konnten wir die Erkrankung bisher mit Antikörpermedikamenten ganz gut in Schach halten. Nun hätte Sie das Medikamente Alectinib nehmen sollen, hat jedoch einen zu niedrigen Puls, so dass eine volle Dosis für Sie lebensgefährlich ist. Da uns nun die Optionen ausgehen, suche Ich nach Ratschlägen wie man weiter verfahren könnte. Wir wissen, dass es noch ein weiteres Medikament (Lorlatinib) gäbe, jedoch bekommt man dieses nur wenn man vorher sämtliche Therapieoptionen durchlaufen hat (Chemotherapie usw.). Habt ihr Erfahrungen, ob man Lorlatinib auch ohne vorherige Chemotherapie bekommen könnte? Vielleicht könnte man Sie in eine Studie hineinbringen? Die Ärtze empfehlen als nächsten Schritt eine Bestrahlung, da Sie im Kopf wieder Metastasen hat. Wir sind über jeden Tipp dankbar. Vielen Dank im Voraus!


    Grüße

  • Hallo Madcaddie ,


    herzlich willkommen im Krebs-Infozentrum, auch wenn der Anlaß Deiner Registrierung kein sehr schöner ist. Leider ist The Witch , die für den Lungenkrebsbereich zuständige Moderatorin gerade krank, sie könnte Dir Deine Frage sicher kompetent beantworten, da sie immer auf dem neuesten Stand von neuen Therapien ist. Aber ich hoffe, daß Dir von UserInnen-Seite auch hilfreiche Antworten gegeben werden können.


    Viele Grüße

    Anhe

  • Hallo Madcaddie ,

    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Auch bei mir wurde vor 1,5 Jahren ein ALK positives

    Lungenkarzinom festgestellt. Leider kann ich dir nichts zu den Richtlinien für die Verschreibung von Lorlatinib

    sagen bzw. einen Trick, wie deine Mutter trotzdem in den Genuss käme. Ich nehme seit einem Jahr Alecensa und es wirkt bisher noch gut. Bei Kopfmetstasen haben aber andere Betroffene auch Bestrahlungen erhalten. Sie werden sich sicher melden.

    In anderen Ländern wird Alecensa auch zT mit halber Dosis gegeben und es hat trotzdem gewirkt. Vielleicht wäre das einen Versuch wert?

    Jetzt wünsche ich deiner Mutter erst mal alles Gute!

    Johnny

  • Hallo Madcaddie ,

    bisher mit Antikörpermedikamenten ganz gut in Schach halten

    Von welchen Medikamenten sprichst du? Bei Antikörpern spricht man auch von monoclonal antibody, kurz MAB. Medikamente mit einem Antikörper enden in der Regel auf "mab". Zum Beispiel ist Avastin (Wirktoff Bevacizumab) ein Antikörper genauso wie die sehr hoffnungsvolle Immuntherapie mit Wirkstoffen wie Nivolumab. Hat sie so etwas bekommen?


    Was sagen denn die Onkologen, habt ihr schon einmal eine zweite Meinung eines Onkologen eingeholt - im Prinzip sind unsere Meinung eigentlich letztenendes ohne Relevanz.


    Wie alt ist denn deine Mutter, wen ich so offen fragen darf?


    Das Härtefallprogramm des BfArM kennt zwei mögliche Medikamente, Lorlatinib und Brigatinib, beide müsste im Härtefall ohnehin vom Hersteller gezahlt werden (könnt auch ja mal schlau machen).


    Alles Gute,

    dagehtnochwas

    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.


    Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)

  • Johnny Danke für deine Antwort. Meine Mutter hat alectinib in niedrigerer Dosis genommen, jedoch hatten wir das Problem, dass sie in diesem Zeitraum einen größeren Tumor im Hirn hatte, der dazu führte, dass Sie immer wieder das Medikament absetzen musste (Sie hat sich viel erbrochen und musste viel Cortison nehmen, hat das Medikament immer wieder ausgespuckt und Kreislaufzusammenbrüche gehabt). Eine niedrigere Dosis hatte Sie zwar, aber wir haben es nie geschafft über einen längeren Zeitraum einen konstanten Spiegel zu halten. Sie hatte in dieser Zeit im Körper keine Metastasen, jedoch haben sich dann welche im Hirn gebildet. Auch diese Option Alectinib noch eine Chance bei niedrigerer Dosis zu geben besprechen wir derzeit, da der große Tumor nun herausoperiert wurde.


    dagehtnochwas


    Ich bin leider kein Fachmann, ich kenne lediglich die Namen der Medikamente, Sie hat Xalkori und Alectinib bekommen (und noch ein weiteres soweit ich mich entsinne). Für die Immuntherapie würde Sie glaube ich auch in Frage kommen. Die Meinung eines 2ten Onkologen holen wir uns gerade ein. Meine Mutter ist gerade 60 geworden. Kommt so etwas vor, dass ein Hersteller das bezahlt?

  • Hallo Madcaddie ,

    noch einmal zur Sicherheit. Die Medikamente im Härtefallprogramm des BfArM Lorlatinib und Brigatinib sind so gesehen nicht zugelassen und deshalb werden sie nicht durch die Krankenkassen bezahlt. Allerdings ist es zulässig damit zu behandeln, sofern der Hersteller das bezahlt. Müsste man jetzt einen Onkologen fragen was die Kriterien dafür sind. Also keine Chance einfach mal so Lorlatinib oder Brigatinib zu bekommen.


    Die Medikamente bzw Wirkstoffe, die du genannte hast, ist ja schon das Sektrum was allgemein bei einer ALK-Mutation gegeben wird. Xalkori (Wirkstoff Crizotinib), mglw. Zykadia (WS Ceritinib) und letzlich Alecensa (WS Alectinib). Diese Medikamente werden allgemein als TKI (Tyrosinkinaseinhibitor)bezeichnet, wegen des Wortes inhibit enden diese Wirkstoffe nib. Das ist erstmal etwas ganz anderes als ein Antikörper. /belehrungsende ;-)


    Ich denke Immuntherapie oder "klassische" Chemotherapie können weitere Bausteine sein.


    LG dagehtnochwas

    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.


    Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)

  • dagehtnochwas Danke für die Informationen. Unseres Wissens sind die Voraussetzungen um an Lorlatinib zu kommen, alle anderen Therapien gemacht zu haben, wie z.b. die klassische Chemotherapie. Da man Bestrahlung, Chemotherapie usw. nur begrenzt machen kann, wollen wir uns diese Joker natürlich aufsparen und erst ein Mal mit den TKI ;) Medikamenten weitermachen. Angeblich soll Lorlatinib in einem halben Jahr eh zugelassen werden. Leider bräuchten wir es aber wenn dann jetzt um auf ein Chemotherapie zu verzichten. Deshalb suchen wir irgend einen Weg Lorlatinib zu bekommen oder auf Alternativen zurückzugreifen. Z.b. Alectinib in niedrigerer Dosis und falls Hirnmetastasen aufkommen diese mit dem Cyberblade zu entfernen.

  • Cyberblade

    ...da muss ich aber noch einmal klugschxxen, das Teil heißt Cyberknife auch wenn Cyberblade dasselbe intendiert. Nicht zu vergessen, für Hirnmetastasen gibt es auch noch ein GammaKnife.


    Also mein Onkologe hat mir bei Versagen (des aktuellen TKI) sofort eine Immuntherapie offeriert (ist zwar noch nicht akut) aber er hat nicht gesagt, dass wir da erst ein Chemo zwischenschieben müssen. Eine Chemo ist eigentlich das letzte bei ALK-Betroffenen, da der Tumor schlechter darauf anspricht als bei Tumor-Wildtypen.

    Wenn also bereist eine PD-L1 Testung erfolgt ist, dann würde ich doch einmal die Chancen dafür eruieren.

    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.


    Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)

  • Hallo Madcaddie , ich habe den Thread nur überflogen und komme zu der Schlussfolgerung, dass so noch keine Resistenztestung erfolgt ist, sei es histo bioptisch (resezierte Hirnmetastase?) oder via Liquidbiopsie, diese zunächst erfolgen sollte.

    Ceritinib (zugelassen) und Brigatinib (Härtefallprogramm) kommen je nach Resistenzlage zunächst in Frage. Auch Lorlatinib ist im Härtefallprogramm verfügbar. Hier ist es nicht notwendig herkömmliche Chemotherapie und oder Bestrahlung bereits gemacht zu haben. Voraussetzung ist lediglich Versagen oder Nicht-vertragen einer TKI Therapie mit Alectinib oder anderem 2nd Generations TKI. Medikamente im Härtefallprogramm können relativ unkompliziert durch den Onkologen beim Hersteller beantragt werden.

    Alles Gute!

  • peraspera Danke für die Info, Alectinib hat dahingehend versagt, dass meine Mutter von Haus aus einen sehr niedrigen Puls hat und das Medikament diesen noch niedriger macht, weshalb das Medikament bei ihr in voller Dosierung lebensgefährlich wäre. Wir haben dies auch schon nachgewiesen. Laut unserem Onkologen wäre Lorlatinib nicht so leicht zugänglich.

  • peraspera Ich habe erneut Rücksprache mit meinem Vater gehalten, sowohl unser Hausarzt als auch der Onkologe sagen, dass Lorlatinib nicht zu bekommen sei. Woher haben Sie denn Ihre Information? Und an wen könnte man sich wenden?