... und wieder sinkt eine Sonne

  • ... manche kennen mich schon lange - aus einem anderen Forum, in dem ich damals landete, als unsere Welt einstürzte und damit die Welt der fünf Kinder meiner alleinerziehenden Freundin Heike. Heike hatte ein Glioblastom IV und natürlich bin ich an ihrer Seite geblieben bis zum Schluss und noch heute kümmere ich mich um ihre Kinder - so, wie ich es versprochen habe.


    Bis Sonntag morgen um kurz nach 6 war die Welt noch in Ordnung. Ich bin mitten im Umzug und noch immer in Sorge um meinen kleinen Hund...


    Sonntag früh klingelte mein Handy und mein Sohn war dran. Er klang, als hätte er geweint. Ob ich einen Kaffee aufsetzen könne- er wäre gleich bei mir. Das irgendwas passiert sein muss war mir schon klar...


    Er war die ganze Nacht bei seinem Freund, der wie ein Bruder für ihn ist und den ich schon als kleinen Steppke kenne und mit dessen Mutter ich seit ca 25 Jahren gut befreundet bin.


    Mo und ich hatten die letzten Monate den Kontakt verloren, mein Apfel-Handy war ja implodiert und ihre Nummer weg. Und wie es im Alltagsstress manchmal so ist, hakt man nicht immer gleich nach X/ und von ihr hörte ich auch dann nichts.


    Als mein Sohn dann hier war, erfuhr ich, dass Mo im Krankenhaus ist...... 4 Hirntumore/Glioblastome IV.

    Der im Schläfenlappen wurde operiert, er war Golfballgroß. Die Diagnose bekam sie kurz nach Weihnachten, hat alle Chemos und Radiotherapie klaglos durchgezogen - es hat bei ihr nichts gebracht,

    die Tumore sind darunter weiter gewachsen.


    Ich habe sie am Sonntag natürlich sofort besucht und schon heute ist sie ins Hospiz gekommen. Dasselbe Hospiz, in dem auch Heike war.


    Mo's Sohn fragte, ob ich denke dass ich nochmal die Kraft aufbringen könnte wie bei Heike.... Ja, das werde ich können müssen und will es auch - für mich ist Freundschaft mehr als eine Floskel.


    Danke Anhe, dass ich hier ein Thema eröffnen durfte, in dem ich meine Gedanken lassen kann.

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • ich wünsche Dir viel Kraft! Pass auf Dich auf, aber nach dem was ich von Dir lese hast Du diese Kraft und bist eine gute Begleiterin. So ein Scheiss!!! Entschuldige diese Worte aber ich muss das einfach rauslassen.

    Alles Liebe und Gute.

  • Liebe HeikesFreundin , ich ziehe meinen Hut 🎩 vor soviel Engagement und Empathie. Du bist einfach unglaublich. Manchmal denkt man, jemand hat Superkräfte. Auch mental ist es doch eine unglaubliche Belastung. Pass gut auf dich auf.


    LG

  • Hi liebe HeikesFreundin


    mit solchen Nachrichten umzugehen wie Du , ist hier wie in ähnlichen Situationen nicht nur eine persönliche Belastung, sondern auch eine Gabe und unendliche Hilfe für denjenigen, der sie erfahren darf.


    Weiterhin viel Energie für Dein Sein!!!!!


    VG Dieter


    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Einmal editiert, zuletzt von dieterz ()

  • Danke für eure lieben Wünsche & Worte.


    Ja, manchmal habe ich vielleicht sowas wie Superkräfte - wenn man die nur in Heilkräfte verwandeln könnte ...


    Im Moment ist es so, dass sie noch gar nicht begriffen hat .... Nein, eigentlich weiß ich es besser: Verleugnung gehört zu den Sterbephasen.


    Erstmal erarbeite ich unbemerkt, dass sie begreift, dass sie sich wirklich auf jemanden verlassen kann, zu 100%. Das hatte sie noch nie so wirklich, hat immer alles allein wuppen wollen und gewuppt.


    Sie braucht Zeit und Vertrauen wächst nur durch Tun.

    Eigentlich ist sie gewohnt alle weg zu schubsen und sich einzuigeln. Viele Parallelen zu Heike.


    Ich hoffe, ich schaffe auch hier, die größten Ängste abzubauen und Herz und Seele zu öffnen, damit sie in Frieden mit sich den Weg nach Hause antreten kann.


    Morgen darf ich sie besuchen.

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • Liebe Angie

    Viel kraft und Liebe auf dem Weg den du gehst.

    Sie braucht Zeit und Vertrauen wächst nur durch Tun.

    Eigentlich ist sie gewohnt alle weg zu schubsen und sich einzuigeln. Viele Parallelen zu Heike.

    Ja das erkenne ich auch gerade bei mir! Man braucht Hilfe aber will eigentlich nur das alles weg geht.

    Ich hoffe das du auf deine Art viel liebe und Hilfe einbringen kannst.


    Lieben Gruß Rüdiger

    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.


    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!

  • Dankeschön.


    Heute fahre ich nicht hin, ich begleite einen guten Freund via öffentliche Verkehrsmittel ins UKE, weil er erblindet ist.

    Der Termin steht schon etwas länger.


    Morgen fahre ich wieder zu ihr. Schön wäre, wenn die Busverbindungen dort etwas besser wären, aber man muss es nehmen wie es kommt.


    Euch einen guten Tag.

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • Liebe Angie!!!

    Was fuer ein , wie sage ichs, Himmelsgeschenk! Eine Freundin wie Dich zu haben!!!

    Ich weiss das Du es schaffen wirst stark zu sein. Auch wenn Du selber genug Baustellen hast. Und ja bitte, schreibe Dir hier alles von der Seele, denn wir wollen nicht das DU dann zusammenbichst!!

    Du bist so eine besondere Person...


    Hugs Petra

    NSCLC , Metastasen an allen oberen Lympfknoten Diagnose Okt 2015

    2x verschiedene Chemos, haben nicht gewirkt

    Aug 2016 started Opdivio/Nivulumab

    Juli 2017 Gehirnmeta 3,5 cm/OP alles raus

    Jan 2019 - NED No Evidence of Disease/Krebsfrei !!!

    still on Nivu

  • Liebe Angie,


    mit sehr viel Bewegung habe ich Deinen Text gelesen. Einen Menschen an seiner Seite zu haben, dem es wichtig ist, alles zu tun

    damit sie in Frieden mit sich den Weg nach Hause antreten kann.

    ist ein großes Geschenk, das die wenigstens Menschen haben dürfen. Danke, dass Du so ein Mensch bist, es gibt nicht genügend wie Dich. Und Du liest Dich so, als wenn Du dabei achtsam mit Dir selbst bist.


    Ich wünsche Dir viel Kraft für diese Zeit, aber ich habe in den letzten Monaten auch selbst lernen dürfen, dass solche Kraft auch aus diesen Momenten erwachsen kann mit jedem Schritt des Weges, den man geht. Es gab Zeiten, da hätte ich nicht erwartet, dass ich freiwillig einen Fuß in eine onkologische Neurologie setze. Aber als ich dort eine Freundin besuchte, die darum gebeten hatte, stellte ich fest, dass es da gar nichts zu fürchten gab, sondern wir uns beide etwas zu geben hatten.


    Und Du hast eine Gabe, die auch nicht viele haben: Menschen als Familie anzusehen, die in unser Leben hineingewachsen sind. Mit dieser Herzenshaltung ist man nie einsam.


    Alles Liebe Dir!

  • Ach liebe Petra Pet1968


    Vielen Dank für das liebe Kompliment.

    Aber besonders? Das empfinde ich so nicht.

    Ich denke halt so: wir sind doch eine Gesellschaft und jeder der kann sollte sich um jemanden kümmern der nicht mehr so kann und Hilfe oder Unterstützung braucht.


    Sei es beim Einkauf etwas für die Oma nebenan mitbringen, ein freundliches Wort, ein Lächeln oder aber eben Begleitung bei was auch immer. Man kann so viel tun, wenn man in seinem Dunstkreis mal genauer hinsieht.


    Und bei all dem lernt man auch für sich etwas dazu.


    Ich habe zB Mai 2014 oder 2015 (damals war ich noch bei Fa**book) über eine alleinerziehende Mutter von 4 Kindern im Nachbarort gehört. Das Haus war ausgebrannt und nicht versichert. Ab zum Bus, hingefahren und die Brandsanierung in die Hand genommen. Firmen angeschrieben, um Material-und Arbeitsspenden gebeten, über FB freiwillige Helfer gesucht - und man glaubt nicht was alles möglich ist. Es gibt viele Menschen, die gerne helfen. So kam immer an den Wochenenden ein Elektriker aus Frankfurt/Main und hat das Haus mit gespendeten Kabeln neu ausgestattet usw. Einer kam sogar aus Österreich um zu helfen. Menschen spendeten Kinderfahrräder Kleidung. Für SOWAS ist FB unschlagbar! Mitte August jedenfalls war das Haus bezugsfertig saniert, renoviert und komplett neu eingerichtet und die Familie konnte zurück.


    Ich möchte wetten, hätte das niemand in die Hand genommen, hätte die Familie noch 3 Jahre später in der Notunterkunft gehaust.


    ALLES ist möglich und wie heißt es so schön?


    Nicht jeder kann große Dinge tun, aber man kann kleine Dinge mit großer Liebe tun.


    Ich würde eigentlich gerne so viel mehr tun.

    ZB so etwas wie den Wünschewagen hier in Norddeutschland möglich machen. So etwas gibts in Mannheim-ich finde das großartig!


    Wer weiß was das Leben noch für Überraschungen bereit hält.

    Hoffentlich gute, damit noch viele Menschen kleine Glücksmomente haben <3

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • Liebe mohnblume79


    Ja, das ist wirklich wichtig - jeder Mensch sollte jemanden an seiner Seite haben.


    Ich erkenne mich sehr wieder, in dem, was Du schreibst. Bevor ich zum ersten Mal ein Hospiz betrat, hatte ich direkt vor der Tür Angst vor meiner eigenen Courage.

    Das Ganze wohl auch, weil jeder, dem ich über meinen Plan erzählte ungläubig fragte: was willst du denn ausgerechnet da? Warum beschäftigst du dich nicht lieber mit anderem? Usw usw


    Etwas zweifelnd traute ich mich dann aber doch, man könnte fast sagen: mein Herz wollte unbedingt dort hinein.

    Also ging ich.


    Und was ich dort vorfand, war eine natürlich auch traurige Zeit, aber vielmehr: gelebtes Leben in jeder Sekunde. Menschen, die weder sich noch anderen etwas vor machten und in unbeschreiblicher warmer Offenheit und Authentizität (und damit meine ich die Menschen, deren letzte Lebensspanne begonnen hatte).


    Sehr schnell erkannte ich, dass diese wichtige Arbeit sehr viele schöne Facetten hat und viele Geschenke bereithält - für die, die begleiten und auch für die, die gehen müssen. Wenn man sich damit nie auseinandersetzt, dann denkt man leicht, dass ein Hospiz ausschließlich von bleibender Schwere getragen ist. Wie soll man es auch anders wissen?


    Aber was kann es schöneres für Menschen am Ende ihres Lebens geben?


    Hey, da ist jemand an deiner Seite der dich hält und bei dir ist in den Momenten deiner größten Unsicherheiten und Ängste, jemand der dir aufrichtige Aufmerksamkeit entgegenbringt, dich sieht und bei dem du "sein" darfst.... Man darf einfach "sein", ob unter Tränen oder wie auch immer - bedingungslos - so etwas haben viele Menschen in ihrem Leben vorher gar nicht kennenlernen dürfen.

    Und DAS finde ich viel trauriger. Wenn jemand dir sagt:' ich war noch nie so glücklich wie hier ' ...


    Ja, diese 'Arbeit', die ich für mich gar nicht so bezeichnen mag, ist eine wunderbare und bereichernde...nicht so selten auch mit ein paar eigenen Tränchen im Auge. Aber das bringt 'wahrhaftig in Beziehung treten' zu Menschen eben auch mit.


    Mir ist sehr wichtig in dieser Thematik ungebunden zu sein - so bin ich als Privatmensch auch im Notfall IMMER frei sagen zu können : wenn Du willst, ich bin da - jetzt und so lange du möchtest und auch bis ganz zuletzt.


    Ich wünschte mir oft, viel mehr Menschen würden ihre Angst vor der eigenen Courage ablegen - denn wer sich mit dem Sterben beschäftigt, beschäftigt sich sehr intensiv mit einem:


    dem Leben.


    Und ich bin immer wieder auch zutiefst berührt über das Vertrauen der Menschen.

    Sie verschenken ihren letzten Atemzug an die die sie begleiten.


    Vielen Dank für Deine herzlichen Wünsche und Worte - sie zeigen mir, dass ich wohl am richtigen Platz bin mit dem was ich als wichtig empfinde.


    Liebe Wünsche für Dich & Dein Mohnblümchen

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • Danke Sissel :)


    Ich wusste nicht, ob man links einstellen darf, deshalb hatte ich's per PN geschickt ;)


    Einen schönen Tag euch.

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • Liebe HeikesFreundin oh wie toll dass Du den Wünschewagen kennst. Als wir 3 Jahre nach der Diagnose nochmal kirchlich geheiratet haben, haben wir die Kollekte für den Wünschewagen gesammelt. Wir hatten uns vorgenommen, alles, was die Gäste spenden, zu verdoppeln. Wir haben Bauklötze gestaunt, WAS wir verdoppeln mussten, aber haben es sehr freudig getan. Der Schwiegervater hat dann noch die Jahresspende aus seiner Selbständigkeit dazugegeben. So konnten wir dann mit einem riesigen Scheck zum Wünschewagen nach Wiesbaden fahren und den übergeben, das war ein sehr besonderer Moment, auch den Wünschewagen sehen zu dürfen und die Geschichten der Helfer zu hören.

  • Ach ja ... und auch meine Mama hatte solche Menschen an ihrer Seite in ihren letzten Monaten. Das war ein Reichtum, der mich heute noch im Herzen bewegt und mich mit diesen Frauen verbindet.

  • Liebe mohnblume79

    Das ist ja großartig zu lesen, wie schön <3


    Schön, dass ihr das unterstützt habt, es ist doch sooooooo wichtig!


    Ja, solch ein Weg verbindet und die Verbindung bleibt immer besonders.


    Heute war ich wieder bei meiner Freundin - das Fortschreiten nimmt seinen Lauf. Die Wortfindungsstörungen nehmen zu und auch die zeitliche Desorientiertheit.

    Zum Teil war sie für kurze Zeit im Hier, dann wieder hat es "Angela, die Mutter von Mike dahingerafft". Angela, die Mutter von Mike bin ich....


    Ich weiß nicht, ob sie mich in dem Moment neben sich nicht erkannt hat oder ob sie etwas anderes erzählen wollte?


    Wir saßen eine ganze Weile draußen und beobachteten die Wolken....sie sah Flugzeuge, ich nicht. Dann begann sie plötzlich "über den Wolken" anzustimmen. Sie wirkte schon sehr, als wenn sie das 'Danach' zwischendurch sehr beschäftigt, abgelöst von Berichten über heutige Gesprächen mit verschiedenen Ärzten und dem Stationsarzt...ich weiß es gibt dort weder einen Stationsarzt noch verschiedene Ärzte. Nur 2, wovon einer ihr langjähriger Hausarzt ist.


    Heute morgen sei sie gefallen...

    Vergangenheit, Gegenwart - alles inhaltlich durcheinander.


    Ich muss mit ihren Kindern noch mal sprechen, damit sie vorbereitet sind.


    Was sie sagt ist ihr JETZT und das muss man ihr lassen - unbedingt.


    Ich habe heute überlegt ob ich mich vielleicht dort im Hospiz bewerbe? Die suchen gerade ...


    Ich überlege noch.

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • HeikesFreundin


    Liebe Angie


    Ich kann dich nur ermutigen dich im Hospiz zu bewerben. Wer wäre besser geeignet als du? Du hast das Herz am rechten Fleck und Einfühlungsvermögen ohne Grenzen.


    Drück dich Mausi

    Mama

    Diagnose BSDK am 05.02.2014


    * 28.07.1949

    † 22.06.2014



    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.


    - Jean Paul -

  • Hallo liebe Angie,


    die Antwort zu Deiner Frage findest Du in Deinem Herzen - und ich wage ebenfalls den Gedankengang, dass eine Entscheidung für Dich schon gefallen ist. Du befasst Dich ja sicherlich nicht erst jetzt mit dem Gedanken :-) !


    Es gibt nichts Gutes - ausser man tut es !!!!


    lg Dieter


    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


  • Hm, ja - ich sage mal so ... mein Gedanke ist:

    bin ich irgendwo angestellt, verliere ich auf der anderen Seite die Freiheit, spontan Menschen zu begleiten, die eben nicht das Glück haben, einen Platz im Hospiz zu bekommen. Das ist ja seit Jahren das, was ich tue - kostenlos und völlig frei.


    Daher ist zwar die Arbeit, die mir am Herzen liegt, aber die Entscheidung doch nicht so klar. Und auch die Frage: wo ist meine Leistungsgrenze, schaffe ich Vollzeit, schaffe ich Schichtarbeit? Usw.


    Ich überschlafe das noch ein paar mal.

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • bin ich irgendwo angestellt, verliere ich auf der anderen Seite die Freiheit, spontan Menschen zu begleiten, die eben nicht das Glück haben, einen Platz im Hospiz zu bekommen. Das ist ja seit Jahren das, was ich tue - kostenlos und völlig frei.

    Eine nicht unwichtige Überlegung!!! - Hier traue ich es Dir aber zu, die für Dich und Deine Person berücksichtigend richtige Entscheidung zu treffen.


    Mach Dir keinen Druck!!!


    VG Dieter


    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


  • ... heute hat sie verstanden, dass ihre letzte Zeit nur noch sehr begrenzt ist.

    "Wie lange habe ich noch?"

    Welchen Mut es kosten muss, diese Frage zu stellen...


    Wie lange weiß nur Mr Gott allein, auch diese Erkenntnis tut ziemlich weh.


    Aber jetzt ist zumindest der Weg ausgesprochen - niemand mochte es bisher klar sagen.

    Sich erstmal zwingen, wahrhaben zu wollen, was da gerade passiert - es ist so schwer.


    Nun aber ist die Sprachlosigkeit aufgebrochen. Die Jungs können mit ihrer Mutter reden, die Mutter mit wem auch immer.


    Und das ist gut so - keine Geheimniskrämerei mehr, weil keiner weiß, wie genau das Gegenüber darüber Bescheid weiß dass die Zeit nur noch knapp begrenzt ist.


    Die Mutter wird nun verstehen, warum ihr Junge Tränen in den Augen hat.


    Mir tut das Herz weh.

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • Ach HeikesFreundin ,

    es ist so schwer....

    Ich weiß heute noch, wie schwer es war, mit meinem Vater zu sprechen. Über seinen wohl baldigen Tod (Prostatakrebs). Er saß in seinem Krankenbett, sehr wach und aufmerksam. Ich habe dann einfach gesprochen, als seine Tochter. Danach war alles geklärt. Ich hatte ihm direkt gesagt, dass er nicht lügen muss, um mich zu schonen.... Das ich jetzt auf ihn aufpassen werde, so wie er es immer für mich getan hatte. Es war schön, dass er sich darauf eingelassen hatte. Aber ich weine noch heute um ihn, 15 Jahre nach seinem Tod. Zum Glück, wusste er nicht, dass er mir das BRCA2 vererbt hat.... Heute kämpfe ich gegen BK mit Metastasen.... Und ich werde keine 68 Jahre alt, wie mein Vater....

  • Das ist sehr sehr traurig, liebe Hardi


    Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt für diesen Kampf!


    Es ist gut, dass Du für Deinen Vater da sein konntest.

    Wenn man offen sein kann nimmt das den Druck etwas raus, zumindest ist das mein Gefühl.

    Dass Du auch nach 15 Jahren noch weinst verstehe ich gut...


    Jetzt im Mai jährt sich der Todestag meiner Freundin Heike zum 9. Mal - mir kommt das auch immer wieder hoch, gerade jetzt, wo meine andere Freundin mit derselben Diagnose diesen sehr ähnlichen Weg gehen muss, wie damals Heike.

    Im selben Hospiz.


    Berührt hat mich sehr, dass eine Mitarbeiterin dort, die damals gerade dort angefangen hatte, sofort auf mich zukam und sich erinnerte, sogar daran, in welchem Zimmer Heike damals war.


    Ach, Krebs ist ein furchtbares A-Loch :/


    Man sollte wirklich immer JEDEN Tag leben, als gäbe es kein Morgen....nur frage ich mich auch oft, wie das hier vereinbar ist mit dem oft stressigen Arbeitsalltag.


    Macht das maximal Schöne aus diesem Tag <3

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  • Hallo Angie,

    Du bist auch einer von ihnen, eine von diesen Engeln auf Erden. Es gibt sie ,du bist einer der Beweise dafür. Für deine Begleitung bei deiner Freundin wünsche ich Dir ganz viel Kraft.

    Pass aber auch auf dich auf, auch Engel müssen das

    liebe Grüße v Heike


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    Dem Leben mehr Tage geben ( wäre schön) , dem Tag mehrLeben geben
    ( geht immer )

  • Heute war Mo 's Sohn bei ihr ...

    Sie ist körperlich noch soweit okay, nur schwach natürlich. Kognitiv ist da traurigerweise einiges mehr los in Richtung Verschlechterung - sie hat ihn phasenweise gar nicht mehr erkannt. Das ist ein ganz schön schmerzhafter Schlag für ihren Sohn.


    Sie hat auch wieder vergessen wo sie ist und warum und meinte, wenn sie in 7-8 Tagen wieder zu Hause ist, dann...


    Vielleicht ist ein Segen, dass ihr Gehirn sie durch Vergessen vor vielem auch schützt...


    Ich fahre morgen wieder zu ihr - ob sie mich wohl noch erkennt?

    <3Alles was du erlebst ist nicht umsonst, denn alles führt dich dahin woher du kommst...<3

  • Hallo Angie

    Viel Kraft und Gottes Segen zu dir.

    Alles gute Rüdiger

    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.


    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!

  • Liebe Angie!


    Ich nehm Dich einfach mal in den Arm!!!


    Ganz liebe Gruesse Petra

    NSCLC , Metastasen an allen oberen Lympfknoten Diagnose Okt 2015

    2x verschiedene Chemos, haben nicht gewirkt

    Aug 2016 started Opdivio/Nivulumab

    Juli 2017 Gehirnmeta 3,5 cm/OP alles raus

    Jan 2019 - NED No Evidence of Disease/Krebsfrei !!!

    still on Nivu

  • Angie auch von mir ein feste drücken und möge Gott dich und auch deine Freundin mit Familie begleiten. Ja die Frage was ist für den jenigen " günstiger" ob Gedächtnis verlieren o körperlich verlieren ... Stellt sich hier leider mit schwiema und unserer Nachbarin leider such und die Nachbarin die körPerlich am Ende ist , sie sagt " ach würd ich es doch nicht so sehr mitbekommen.... Ach ...

  • Hallo Angie,

    Was für ein schöner Gedanke deiner Freundin, „ in 5-7 Tagen bin ich wieder zu Hause „

    Ich wünsche ihr viele solcher Momente wo sie glaubt das alles wieder gut wird. Sie befindet sich auf dem letzten Stück Weg ihrer Lebensstrecke, ich wünsche ihr das sie diesen Weg ohne Angst gehen kann.

    Gut das sie und ihr Sohn, eine Freundin wie dich an ihrer Seite haben.

    Ganz viel Kraft weiterhin zu Dir

    liebe Grüße v Heike


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    ( geht immer )