Enya09: Lungenkarzinom Stadium 1A2

  • Hallo,


    nachdem ich hier schon gefühlte Ewigkeiten mitlese,mir viele Namen und Lebensgeschichten auch aus dem anderen KK-Forum ( dort las ich seit ca 2001 mit)

    so vertraut sind möchte ich mich endlich vorstellen.

    Ich heiße Andrea, bin Baujahr 1964 und habe im März 2019 die gruselige Diagnose Lungenca. bekommen.

    Trotz allem scheine ich grosses Glück zu haben:

    Adenoca,Linker Oberlappen Stadium 1A2, der Rest ist sauber.

    Meine Heilungschancen lägen bei 90 %.

    Auch deswegen schäme ich mich ein bisschen hier zu schreiben.Ich denke ihr versteht warum....

    Momentan kämpfe ich mehr mit den Schmerzen der Thorakotomie,die Op ist 7 Wochen her,ich habe aber immer noch Schmerzen,

    von der fehlenden Luft zu schweigen.

    Leider kenne ich im realen Leben niemand mit dem ich mich austauschen könnte ob das normal ist oder ich nur zu ungeduldig bin.

    Na und von den Sprüchen:" Sei doch froh das der Krebs draussen ist" haben wir doch alle genug oder?

    Seid alle herzlich gegrüsst.Andrea

  • Hi Andrea, diese Diagnose haut jeden aus die Socken ob Stadium 1 oder 4. Schämen muss man sich da nicht. Aber ich weiß was du meinst...

    Ich drück auf jeden Fall die Daumen, dass alles sauber bleibt bei dir.

    Was sagt denn der Arzt zu den Schmerzen? - ich mein, eigentlich sollte es ja nun verheilt sein fast, zumindest sollten die Schmerzen von der Operation weg sein.


    Hat es einen Hintergrund, dass du schon so lange mitliest, die Diagnose aber erst dieses Jahr war?

  • Hallo Enya09 - Andrea,


    herzlich willkommen als aktives Mitglied im Krebs-Infozentrum. Du mußt Dich nicht "schämen", weil Deine Prognose günstiger ist, als bei anderen Erkrankten. Krebs ist Krebs und gerade auch die seelische Befindlichkeit eint uns, die Ängste und Sorgen. Was die Nachwirkungen der Lobektomie angeht, das wird definitiv besser (obwohl eine bestimmte Mißempfindung in diesem Bereich auch bleiben kann) und auch das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können, wird sich bessern. Du mußt Deinem Körper einfach nur noch ein bisschen Zeit geben, rechne mal mit 6 Monaten....


    Wir wünschen Dir einen guten, hilfreichen Austausch in unserer Gemeinschaft.


    Viele Grüße

    Anhe

  • Liebe Andrea,


    es gibt überhaupt keinen Grund dich zu schämen .... spinn nicht!

    Sei froh und glücklich, dass der Lungenkrebs so früh entdeckt wurde.

    Und hier bist Du genau richtig, Dir alles von der Seele zu schreiben, zu fragen, zu jammern, Dich zu freuen und und und .... genau zum Austauschen ist dieses Forum richtig.


    Die Schmerzen Deiner OP ... wie genau wurde das denn gemacht?

    Ich hatte zum Beispiel eine minimalinvasive Op - Lagerung seitlich - einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen - in Höhe der Brüste und bereits nach 2 Wochen so gut wie keine Schmerzen mehr .... nur die Heilung der OP hat etwas gedauert, weil halt die Lage der Wunde so blöd seitlich unter der Brust lag .... Männer denken da wohl nicht mit!


    Liebe Grüße
    Angi


    Glaube an Wunder, Liebe und Glück!
    Schau nach vorn und nicht zurück!
    Tu was du willst, und steh dazu, denn Dein Leben lebst nur Du!

    <3<3<3

  • Ohh Ihr Lieben,

    jetzt muss ich grad mal schlucken ob der lieben Begrüssung....:love:


    Liebe MS, meine Mama erkrankte 1996,dann mein Papa,dann Mama Rezidiv,dann Papa, der Onkel,die Oma und so weiter...als der Depp in unserer Familie fertig war hat er im Freundeskreis weitergetobt..


    Dir,liebe Anhe,vielen Dank für die tröstenden Worte,es ist hilfreich zu wissen.Ich war ja noch so mutig zu sagen,am 1.6. geh ich wieder arbeiten...Naja,klare Selbstüberschätzung.


    Liebe Angi,Danke auch Dir.Ich hatte das volle Programm.Narbe zieht sich von Schulter bis kurz vor Brust,hatte 60 Tacker drin.Mein Professor ist wohl von der ganz gründlichen Sorte ;).

    Ja ich hatte unglaubliches Glück und wirklich tolle Ärzte,vom Lungenarzt bis zu meinem Op Team.Ich verdanke denen schon alles.


    Ganz liebe Grüsse,Andrea

  • Narbe zieht sich von Schulter bis kurz vor Brust,hatte 60 Tacker drin.

    Außen verheilt es relativ schnell, aber innen braucht es wesentlich länger und man glaubt kaum, was vom Bewegungsapparat/Muskeln alles beansprucht wird. Also bei mir waren es wirklich fast 6 Monate, bis es nicht mehr unangenehm war. Aber wie Ms.Verzweifelt schon gesagt hat, Hauptsache der Primärtumor ist draussen. Der Rest wird :thumbup:


    Viele Grüße

    Anhe

  • Liebe Andrea

    Ich war genauso getackert wie du. Bei mir ist es schon länger her als bei dir, aber es zwickt immer noch ab und zu.

    Du musst bedenken, dass in dem Bereich alle Muskeln und Nerven durchtrennt werden und dann wird der Brustkorb gespreizt, wobei es zu Rippenbrüchen kommen kann, nicht muss.

    Das alles dauert seine Zeit....

    Mir hat eine Osteopatin sehr geholfen, die hat den Op-Bereich gedehnt und weich gemacht und mir gezeigt, wie ich durch gezielte Atmung schmerzfreier werde.

    Ich hatte oft Zwerchfellkrämpfe, immer noch ab und zu, weil sich wohl alles im Innern etwas verschiebt durch den fehlenden Oberlappen.

    Aber mit Atemübungen gut in den Griff zu bekommen.

    Und dann halt Geduld.....

    Alles Gute dir

    Louise

  • Hallo Andrea,


    ich hatte links unten eine Lobektomie und hatte eigentlich die gleichen Probleme. Wie bereits meine Vorschreiber berichtet haben, musst Du einfach nur viel Geduld haben.


    Ich habe damals versucht mich soviel wie möglich zu bewegen, trainieren halt. Das hat sehr viel gebracht. Nach 6 Wochen bin ich wieder arbeiten gegangen. Allerdings habe ich keinen körperbetonten Beruf, das hätte nun nicht funktioniert.


    Aber ich hatte bestimmt ein Jahr lang ein Taubheitsgefühl direkt an der Brustwarze. Das ist bis heute nicht vollständig verschwunden. Auf der rechten Seite hatte ich dann auch noch einen Eingriff, die Narbe ist erheblich größer, da habe ich aber deutlich weniger Theater gehabt. Und die haben die Rippen soweit gespreizt, dass die Chirurgin mit der Hand die Lunge abtasten konnte. Sensationell was der Körper so alles aushalten kann.


    Zufällig ist mein Bruder Osteopath und hat mir da viel helfen können.


    Alles Gute wünsche ich Dir

    Viele Grüße

    Jochen

  • Hallo Luise,

    Ja es ist schon eine Wahnsinnsoperation.Ich habe mir von meinem Thoraxchirurg alles erklären lassen,kein Wunder das alles beleidigt ist.

    Danke für den Tip für Osteopathie.

    Ich werde meinen Hausarzt mal um eine Verordnung für Massage bitten.Bin seit gestern im Rehasport.


    Liebe Grüsse,Andrea

  • Hallo Jochen,

    da hab ich wohl noch an der Antwort für Louise gebastelt.

    Ich probiere auch viel über Bewegung,hoffe da bringt der Rehasport etwas.

    Heute habe ich meinen Brustkorb aber wieder in der Schraubzwinge,mit dementsprechend Luftnot.

    Da ist einmal Treppensteigen schon ein Kampf...


    Allles Liebe Euch,Andrea

  • Hallo liebe Enya09 ,

    herzlich willkommen als aktives Mitglied beim Lungenkrebsforum.

    Da hast du ja eine große Narbe durch die Operation. Auch wenn es oberflächlich abgeheilt ist, dauert es doch lange, bis die Fasern und Nerven sich regeneriert haben. Das Dehnen des Brustkorbes und Massieren der Narben durch einen Osteopathen ist sicher sinnvoll. Sonst nimmt man bei Schmerzen eine Schonhaltung ein.

    Übrigens: hier muss sich niemand schämen!! Wir wollen uns gegenseitig helfen und

    unterstützen, wenn wir können.

    In diesem Sinne, auf einen guten Austausch

    Liebe Grüße

    Johnny