Östrogen ohne Progesteron

  • Hallo in die Runde,


    ich habe nach 4 Jahren ein Rezidiv bekommen. Östrogen bei 8, Progesteron 0, HER 2 neg. Ich habe irgendwo einmal gelesen, das diese Tumorformel den Krebs aggressiver macht.


    Ist das Richtig? Nach der Mastektomie wurde meine Chance auf erneute Heilung gesenkt.


    Kann jemand etwas dazu sagen?


    Viele Grüsse Anne

  • Liebe Anne,

    Mein Rezidiv ist 12 Jahre nach Erstdiagnose aufgetreten; es war sehr klein (8 mm), jedoch viel aggressiver als mein erster Tumor. Man hat mir gleich gesagt, dass ich geheilt werden kann. Mit welcher Begründung wurden deine niedrigeren Chancen auf Heilung begründet? Wie sieht die tumorbiologie deines Rezidivs denn aus? Bekommst du Chemotherapie

  • ups, da habe ich zu schnell gedrückt-

    Ich wünsche dir alles gute, weiß genau wie man sich bei dem Wiederauftreten der Krankheit fühlt.

    Jedoch ist ein Rezidiv grundsätzlich immer heilbar, vor allem wenn der Zeitraum zwischen Erstdiagnose unf Rezidiv einige Jahre beträgt.

    Kopf hoch,

    viele Grüße

    Kathleen

  • Hallo Kat66 liebe Kathleen,


    ich habe mein Profil aktualisiert. In meinem Fall war es ja so, dass ich bei ED ein Triple positives CA hatte. Schon damals wurde mir in dem Brustzentrum von einer Ärztin gesagt, das die Prognose bei dieser Tumorart ungünstiger sind. Dies weiß man aus Studien. Ich hatte damals aber auch explizit nachgefragt. Außerdem habe ich in BrustkrebsTV vor längerer Zeit ein Interview mit Prof. Janni gesehen, der das Gleiche sagte. Warum das so ist, weiß man noch nicht genau, man vermutet jedoch, dass die AHT weniger wirkt unter der Gabe von Antikörpern wie Trastuzumab und Pertuzumab. Diese beiden habe ich bekommen im Rahmen einer Studie.


    Nun hat es sich ja leider als Richtig erwiesen. Ich bekomme jetzt Exemestan als AHT. Auf mein Nachfragen hin hat man mir gesagt, das diese Therapie die besten Ergebnisse beim Vorhandensein von Östrogenrezeptoren und Progesteronrezeptoren hat. Östrogen alleine macht den Tumor aggressiver. Egal wie groß oder klein er ist.


    Mich würde es interessieren ob es hier Betroffene gibt, die den gleichen Tumor hatten (nur Östrogenrezeptoren) und mit welchen Medikamenten dieser behandelt wurde. Vielleicht gibt es ja noch andere Optionen.


    Vielen Dank dafür schon einmal.


    Viele Grüsse Anne

  • Hallo Anne1956 , habe eben die neue Ausgabe von Mamma MIA bekommen und da ist ein Artikel drin von oder mit PD Dr.Oleg Gluz , der dich vielleicht interessieren könnte.

    triple-positiver Brustkrebs , Behandlungsoptionen im Überblick.

    Lg Margarete

  • Liebe Anne1956,


    das interessiert mich jetzt auch sehr stark. Da ich zwei Tumore habe/hatte. Der kleinere ist 8 mm Her2neu G2 Ki-67 5% und hat keine Progesteronrezeptoren. Ist der jetzt tatsächlich aggressiver als andere Tumoren? Bin gerade völlig verunsichert, das Teil ist unter Letrozol und Ibrance verschwunden.....

    Ich habe keine Antikörper bekommen. Frage mich gerade warum.

  • Das liebe Anne1956 ixh kann zwar zu deiner eigentlichen Frage nichts beisteuern, aber mir fällt etwas anders ein ....

    als ich letztes Jahr mein Tumorgewebe molekularbiologisch untersuchen ließ (Dr. Wirtz, Köln) sagte mir der Pathologe bei der Besprechung am Telefon (unter anderem...) dass es auch noch einen weiteren Rezeptor gibt, den man testen kann, falls Progesteron und Östrogen fehlt. Wie hieß der nochmal .... 🤔 (ich hatte ihn nicht) ... ich glaube „Androgenrezeptor“ oder so ähnlich .... vielleicht weiß Jule66 es ?

    Auf jeden Fall könne es von Bedeutung sein oder therapierelevant, wenn die anderen Hormonrezeptoren fehlen.


    Vielleicht wäre so eine molekularbiologische Untersuchung auch etwas für dich. Da werden ganz viele verschiedene Dinge getestete, welche die normale Histologie/Pathologie nicht macht. Vielleicht ergeben sich dann auch noch weitere Therapieansätze ? Nur so eine Idee ....


    Ganz liebe Grüsse

  • Hallo Hardi,


    wie ich aus deinen persönlichen Informationen lese, hat die rechte Brust Östrogenrezeptoren sowie HER2neu-Rezeptoren. In diesem Fall sehen die Leitlinien die Gabe von Antikörpern (Trastuzumab bzw. kombiniert mit Pertuzumab) vor. Die AGO-Leitlinien kann man sich auch im Netz ansehen.


    Merlin 1707Pepe danke für die Info, ich beziehe nur leider diese Zeitschrift nicht. Vielleicht kann man im Netz diesen Artikel finden. Werde es versuchen.


    Gruss Anne

  • Hallo Sternchen76 ,


    das ist wirklich sehr interessant. Damit werde ich mich mal intensiver beschäftigen. Vielen Dank dafür.

    Das dafür notwendige Tumorgewebe bekomme ich wohl beim Pathologen in der Klinik in welcher ich operiert wurde? Habe keine Ahnung wie man da vorgehen muss.


    Gruss Anne

  • Hallo Anne1956

    Das Tumorgewebe wird dann in der Regel automatisch in der ursprünglichen Pathologie angefordert.


    Anbei der Link zum Team von Dr. Wirtz, ruf einfach mal dort an. Die Sekretärin (Frau Letzold) ist sehr nett und hat mir meine ersten Fragen sehr gut beantwortet und mir gesagt wie ich vorgehen muss (Überweisung, Formulare etc....) du findest Ihr Telefonnummer auf der HP unter Kontakt. Telefoniert habe ich nach der Untersuchung mit Dr. Eidt. Er hat mir sehr nett die Ergebnisse erklärt (für mich gab es keine neuen Erkenntnisse, sondern eine Bestätigung der aktuellen Therapie) und anschließend den Befund schriftlich zugeschickt.


    Molekularpathologie Köln


    Frage doch mal deine Ärzte im BZ danach.


    Viel Erfolg ! Ich drück die Daumen

  • Warum das so ist, weiß man noch nicht genau, man vermutet jedoch, dass die AHT weniger wirkt unter der Gabe von Antikörpern wie Trastuzumab und Pertuzumab. Diese beiden habe ich bekommen im Rahmen einer Studie.

    Liebe Anne1956 ,


    ich bekomme für den linken Tumor ja Letrozol und Ibrance, vielleicht ist DAS ja der Grund dafür, warum ich die Antikörper nicht bekomme...

    Wäre nur irgendwie auch scheixxe, dann wird der linke Tumor gut behandelt (es wirkt!) aber es bringt mich dann der rechte Tumor um. Das sind ja nicht so schöne Aussichten.


    Grüße von Sabine

  • Zunächst mal ein Link bezüglich triple positiv: https://www.cancertreatmentrev…-7372(14)00210-2/fulltext


    Auch ich habe gelesen, dass ein Tumor mit ER+ Und PR- etwas "schwieriger" ist.


    Ich glaube, Kanina hat einen solchen. Bestimmt meldet sie sich noch.


    Melde mich gleich wg dem Androgenrezeptor- da glaube ich, dass hauptsächlich triple negative und Her2 positive diesen haben.

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Leider ist es so, dass selbst eine Triple Negative, die Androgenrezptoren hat und metastasiert ist, das entsprechende Medikament - Enzalutamid- nicht von der KK bezahlt wird, obwohl es mittlerweile entsprechende Studien gibt, die einen Benefit bestätigen.

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Melde mich gleich wg dem Androgenrezeptor- da glaube ich, dass hauptsächlich triple negative und Her2 positive diesen haben.

    Ja, ich erinnere mich jetzt - sowas sagte Dr. Eidt, besonders für TN interessant. Danke Jule66


    Leider ist es so, dass selbst eine Triple Negative, die Androgenrezptoren hat und metastasiert ist, das entsprechende Medikament - Enzalutamid- nicht von der KK bezahlt wird, obwohl es mittlerweile entsprechende Studien gibt, die einen Benefit bestätigen.

    Weißt das warum das so ist ? noch nicht zugelassen ?


    LG

  • Weißt das warum das so ist ? noch nicht zugelassen ?

    ja, ist noch nicht zugelassen und man wird auf andere Therapien wie Chemo vertröstet. Immer das Gleiche...

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Hallo Anne1956 ,


    Hab nur Östrogenrezeptoren. Rezidiv nach 8 Jahren und Knochenmetas wieder nach 8 Jahren. Mir wurde gesagt, dass die Aussichten mit AHT/ Ibrance nicht ganz so gut sind, als wenn man Östrogen und Progesteron Rezeptoren hat. Aber letzten Endes sind es ja immer nur Statistiken :)

  • Liebe Anne,

    ich hatte einen Tumor , der HER2 - und Östrogen positiv war, ohne Progesteron. Durch viel Recherche stieß ich auf einige kleinere Studien, die zeigten, dass

    Hormonpositive (Östrogen und Progesteron) Tumore eine bessere Prognose haben, als Östrogen positiv ohne Progesteron. Letzere wurden prognostisch gleichgesetzt mit triple negativ. ABER, mittlerweile sind die Therapien so gut, dass auch triple negative Tumore prima Prognosen haben. Was ich in den letzten Jahren in den Foren verfolgen konnte, bestätigt dies. Soooo viele Frauen hatten und haben komplette Remissionen.

    Single HR+ (nur Östrogen) scheinen nicht so gut auf Antihomontherapien anzusprechen.

    Was HER2 + und Single HR+ angeht, gibt es unterschiedliche Aussagen. Es gibt kleinere Studien, die besagen, dass auch hier die Antihormontherapie weniger gut anschlägt, da es zu einer Art "Crosstalks" (Überschneidung, negative Beeinflussung....????) kommt.


    Diese Thematik bzgl. single HR+ wird sehr wenig bis gar nicht besprochen. Auf Nachfragen bekam ich damals kaum Antworten. Auf Kongressen konnte ich keinen Vortrag zu dieser Thematik verfolgen - es wurde immer nur von "HR positiv" gesprochen. Auch in den Prognoserechnern kann nur HR positiv eingegeben werden. Die Leitlinien sehen vor, immer mit Antihormontherapien zu reagieren - egal ob beide Hormonrezeptoren oder nur ein Rezeptor.


    Meine Erkrankung liegt mittlerweile 6 3/4 Jahre zurück. Bisher geht es mir sehr gut.

    Ich habe für mich gelernt, dass einige Studien immer nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit wiedergeben, da sie nur sehr wenig differenziert durchgeführt werden.

    Beispielsweise bekommt jede Frau mit einem hormonpositiven Tumor eine Antihormontherapie - Studien belegten den Benefit.

    In den Studien wurde aber nicht differenziert nach: natürlichem Hormonspiegel , Körperkonstitution, Single HR+ oder beide Rezeptoren ... usw

    Man könnte sich fragen, welche körperlichen Schäden richtet eine 5 oder gar 10 Jährige Antihormontherapie an, deren Notwendigkeit aufgrund meiner individuellen Parameter mehr als fragwürdig ist? Möglicherweise fährt gerade diese Therapie meinen Körper derart runter, dass er einer noch herumschwirrenden Krebszelle nicht gewachsen ist.


    Ich möchte jetzt niemanden verunsichern. Vielleicht bekommt ihr mittlerweile mehr Aussagen von euren Ärzten bzgl dieser Thematik.

    Ich habe in den letzten 2-3 Jahren nicht mehr recherchiert. Sicher hat sich hier Einiges getan.


    Alles Liebe für euch von

    Kanina

  • bei mir wurde auch im 10 Jahr nach Ersterkrankung Knochenmetasen gefunden . Mittlerweile sind schon wieder zwei Jahre Zeit vergangen . Knochmetastasen werden mit Ibrance und X GEVA behandelt.

    Wichtig ist genau über die neuen Therapien zu informieren.

    Dieses forum ist doch sehr gut und man kann vieles nachlesen .

    Es wird bestimmt wieder einen guten Weg zur Behandlung geben.

    Grüße Marion

  • Hallo Kanina,


    vielen Dank für deinen wirklich sehr interessanten Beitrag. Wie du ja sicher gelesen hast, war ich bei ED Triple positiv. Nach 4 Jahren hatte ich dann das Rezidiv, welches nur noch ER+ (8) war. Es wurde auch wieder ein FISH Test gemacht, der dieses Mal jedoch als negativ bewertet wurde. Ich habe mich auch im Netz kundig gemacht und bei Brustkrebs TV gab es einen Beitrag von Prof. Janni der diesen Suptyp als schwierig bewertete. Da ich jetzt wieder einen Subtyp habe der als "schwierig" angesehen wird, bin ich natürlich wirklich sehr beunruhigt. Irgendwie wartet man nur darauf bis es zum nächsten Ereignis kommt.


    Übrigens: da sind wir ja praktisch Nachbarn. Ich wohne in Pfungstadt und gehe nach Seeheim-Jugenheim zum Frisör.


    Schönes Wochenende wünscht Dir

    Anne

  • Liebe Anne,


    mein Tumor hat auch keine bzw. nur sehr schwache Progesteron-Rezeptoren (PR2 bzw. 0) und kein HER2-neu.

    Nach meiner Chemo mit EC/Paclitaxel habe ich 2,5 Jahre Tamoxifen genommen und nach dem Auftritt der Knochenmetastase 11 Monate die Kombi Ibrance/Letrozol/Xgeva/Zoladex bekommen. Nachdem letztes Jahr im November ein Progress des Thoraxwandrezidivs aufgetreten sind, wurde ich auf Xeloda umgestellt, unter dem ich Lebermetastasen entwickelt habe und bekomme aktuell Olaparib. Ob es - wie gewünscht - anschlägt, kann ich erst Mitte August sagen, wenn das nächste CT gelaufen ist.


    Davon, dass ein Tumor nur mit Östrogenrezeptoren (bei mir 12/12) schwieriger zu therapieren ist, habe ich bis jetzt noch nichts gehört. Deshalb vielen Dank an Kanina für die Infos.


    Liebe Grüße

    Nicole

    Am Ende wird alles gut. <3 Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende. ^^
    -
    Oscar Wilde -