Rachenkrebs und Bestrahlung

  • Hallo, es geht um mein Vater dieser bekam die Diagnose Rachenkrebs im November 2016, seit dem an kam der Krebs 4 mal zurück.

    Jetzt soll er sich bis morgen entscheiden, ob er das 2 mal innerhalb von einen Jahr bestrahlt werden will (muss dazu sagen es gibt keine Heilungschancen mehr).

    Er sucht jemanden zum austauschen, ob bei der Bestrahlung beim zweiten Mal die Nebenwirkungen doller waren? Ihn wurde vom Arzt gesagt das, dass Risiko viel höher sein würde als das Nutzen. Vielleicht kann jemand berichten.

  • Hallo Nicole


    herzlich Willkommen bei uns im Krebs-Infozentrum. Wie wäre es, wenn Du Deine Frage vielleicht in unserer Selbsthilfegruppe Zungenkarzinom stellst? Dort treffen sich alle, die mit Kopf-Hals-Tumoren zu tun haben. Auch wenn ich befürchte, dass zur Zeit kein User aktiv ist, der zeitlich versetzt zwei Bestrahlungen hinter sich hat. Aber die User und Userinnen, die Bestrahlungen als Therapie hatten, können eventuell mitteilen, was sie als Informationen seitens der Ärzte und Mitpatienten erfahren haben.


    Abgesehen davon, ist das Gespräch mit den Ärzten sowie die Entscheidung Deines Vaters bereits am Mittwoch gewesen. Vielleicht magst Du berichten?


    Auf ein gutes Miteinander

    viele Grüße

    JF

  • Hallo Nicole,


    habe deinen Beitrag gerade erst gesehen. Zu deiner Frage kann ich leider nicht viel sagen. Mein Halskrebs ist jetzt 10 Jahre her und kam nicht wieder. Er konnte bei mir nicht operiert werden, habe hohe Bestrahlung bekommen und Chemo. Mir wurde damals gesagt ich könne nicht mehr bestrahlt werden. Wo werdet ihr denn behandelt? Für schwierige Fälle wird hier immer wieder Heidelberg genannt, da vielleicht mal anrufen?

    Tut mir sehr leid dass ich euch nicht weiter helfen kann.


    Lieben Gruß


    Wangi

  • Hallo Nicole

    Mein Mann bekam 10 Monaten nach der Behandlung Operation, Chemo und Bestrahlung sein erstes Rezidiv.... Von da ab war klar das er das nicht überlebt.... Er hat dann eine Chemo mit Antikörper bekommen... Bestrahlt wurde er nicht mehr.... Da wäre er verstrahlt gewesen.... Die Antikörper haben ihm 8 Monate Lebenszeit gebracht.... Danach haben sie nicht mehr angeschlagen.... Die letzte 2 Monate waren nicht schön....

    Genau beschreiben möchte ich das nicht. Es ist kein Spaziergang für alle Beteiligten.... Ich wünsche dir ganz viel Kraft...

    Alles Gute Jessie

    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden

  • Hallo,

    Das Gespräch fand statt und mein Vater hat sich gegen die Bestrahlung entschieden. Jetzt wollten wir eigentlich ein beratungsgespräch für die chemo. Da rief Donnerstag der Arzt bei mir an und teilte mir mit das ich mein Vater am nächsten Freitag ins Krankenhaus nach Cottbus bringen soll und das er ab Montag chemo bekommt. So war das alles gar nicht geplant, wir wollten uns erstmal nur beraten lassen. Jetzt schauen wir mal was da raus kommt, den er hat sich noch gar nicht entschieden ob er es möchte. Ich danke euch für eure Antworten. Ich habe riesen Angst das dann alles nicht mehr so ist wie jetzt, jetzt ist er noch relativ selbstständig.

    Gruß Nicole

  • Hallo Nicole,


    darf ich ein paar Fragen stellen? Denn Deine Informationen sind knapp gehalten, dass wir uns nicht mal ansatzweise ein Bild machen können. Und sich so ein Austausch mit unseren Erfahrungen doch recht schwierig gestaltet.


    Wie alt ist Dein Vater? Warum ruft der Arzt Dich an und nicht den Patienten, sprich Deinen Vater? Welche Art von Chemo soll gegeben werden?


    Vorab: Jede Chemo greift in die Substanz des Körpers ein. Inwieweit und welche Nebenwirkungen eher kommen hängt von der Therapie ab. Und von der Konstitution des Patienten.


    viele Grüße

    JF

  • Klar kannst du fragen stellen. Mein Vater ist 63 Jahre alt, hat eine magensonde( kann keine Nahrung oral zu sich nehmen) und hat ein trachostroma ( Luftröhre Schnitt) dadurch versteht man ihn nicht richtig, dadurch hat der Arzt gesagt das er alles über mich regelt, da ich auch bei jeder Untersuchung bei bin. Zu der chemo wurde uns leider bis jetzt gar keine Auskunft gegeben, nur hakt das Telefonat das er nächsten Freitag rein soll und das dann da alles geklärt wird. Es wurde nebenbei einmal erwähnt das es eine systemtherapie werden soll. Mehr Informationen haben wir leider nicht

  • hallo Nicole, wenn dein Vater bisher keine chemo hatte, kann das ganz gut wirken, sprich, den Tumor verkleinern. Beim ersten mal funktioniert das wohl oft ganz gut.

    Ich wünsche euch genug Kraft.

    LG bruni

  • Hallo Brynhildr, leider gibt es für ihn keine Heilungschancen mehr, sie würden es nur machen, damit der Tumor nicht weiter wächst. Weg gehen oder gar kleiner geht leider nicht mehr das haben sie uns schon mitgeteilt.

    Liebe Grüße Nicole

  • mhm.... Leider kam das schon am Anfang rüber. Tut mir sehr leid. Trotzdem kann es zeitweise ein gutes Gefühl sein, wenn ein Tumor weniger den Hals blockiert....

    Einer meiner mitpatienten bekam damals als sein Krebs zurück kam, nochmal Bestrahlungen, einige weitere Medikamente, aber es hat den Krebs nicht wieder zurück drängen können.

    Liebe grüße

  • Hallo Nicole,


    habt Ihr auch schon eine Zweitmeinung eingeholt? Nicht, weil ich glaube, dass die eine komplett andere Therapie vorschlagen, sondern um Gewissheit zu bekommen, wie eine Chemotherapie auf das Krebsgeschehen bzw. die Konstitution Deines Vaters einwirken könnte. Könnte, weil man nie hundertprozentig weiß, wie und welche Nebenwirkungen auftreten werden. Und das am besten an einem Kopf-Hals-Tumorzentrum. Da tagt dann auch ein tumorboard.

    Ich frage deswegen, weil man mir zB eine sogenannte Hochdosis nicht geben wollte, da die dadurch gewonnene Zeit der Zeit des Kämpfens gegen die Nebenwirkungen entsprochen hätte und ich die Zeit lieber anders nutzen sollte. Liest sich jetzt hart - und ja, daran knabbert man - aber im Grunde muss man tatsächlich darüber nachdenken. Lasst Euch also gut beraten. Nimm einen Block und schreib alles an Fragen auf, die Deinem Vater, Dir und allen anderen einfallen.


    Wird Dein Vater an einer Uniklinik betreut? Bzw. einem Kopf-Hals-Tumorzentrum? Oder wer hat die Vorschläge geäußert? Ein tumorboard oder verschiedene Kliniken / Ärzte.


    viele Grüße

    JF

  • Cottbus ist auf Kopf Hals Tumore spezialisiert, deswegen sind wir schon da hin gewechselt, vorher waren wir in Bad saarow. Ich werde mit ihm nochmal reden das wir uns woanders noch eine zweite Meinung holen. Manchmal habe ich das Gefühl das die Ärzte nur Geld verdienen wollen und an die Heilung gar nicht interessiert sind. Ich danke euch für die Ratschläge.

  • Cottbus ist auf Kopf Hals Tumore spezialisiert, deswegen sind wir schon da hin gewechselt, vorher waren wir in Bad saarow. Ich werde mit ihm nochmal reden das wir uns woanders noch eine zweite Meinung holen. Manchmal habe ich das Gefühl das die Ärzte nur Geld verdienen wollen und an die Heilung gar nicht interessiert sind. Ich danke euch für die Ratschläge.

    Das Gefühl hatte ich bisher nicht, aber manche Ärzte wollen zu viel und denken nicht daran wann es genug ist um dem Kranken noch Zeit für ein Leben zu lassen. Aber sie dürfen ja auch nicht sagen wir machen mal gar nix und gucken was wird. Ich hoffe für euch dass ihr schnell jemand für eine 2. Meinung findet, die für euch akzeptabel ist.


    Gruß Wangi

  • Naja, ein bisschen hart, liebe Nicole. Soo einfach machen sich die allermeisten Ärzte das nicht. Gerade wenn ein tumorboard eine Entscheidung trifft und diese dem Patienten über den behandelnden Arzt ausrichten lässt, haben viele Fachrichtungen (Onkologe, Chirurg, Radiologie, manchmal auch ein Psychologe, Nuklearmediziner, Fachärzte rund um den Krebs und seine entstehenden Baustellen) ihre Meinung zu diesem einem Fall geäußert. Ein für und wider diskutiert und sich auf das bestmögliche für den Patienten geeinigt. Am Patienten liegt es dann dies anzunehmen oder abzulehnen. Bei Ablehnung wird dann Plan B herausgezogen. Es gibt meist ein weiteres Problem, das nicht medizinischer Art ist. Nämlich die Akzeptanz sowohl des Betroffenen als auch der Angehörigen. Im schlimmsten Fall sind da auch noch Welten dazwischen. Einen kurativen Ansatz - also Heilung - hat man bestimmt am Anfang im Auge gehabt. Wenn aber der Krebs noch dreimal kommt und hartnäckig ist, vielleicht sogar einfach weiterwuchert ohne sich von Therapien beeindrucken zu lassen, dann kann von Heilung einfach nicht mehr gesprochen werden. Dann muss man schauen inwieweit man dem Patienten die Lebensqualität solange wie möglich erhalten kann. Auch hier ist der Wunsch und der Wille des Patienten zu berücksichtigen. Eigentlich sollen Angehörige die Betroffenen begleiten. Leider kommt es aber auch häufiger vor, dass die Angehörigen vorschreiben was der Betroffene, ja auch die Ärzte zumachen hätten. Ein gefährliches Pflaster auf dem sich Angehörige dann bewegen. Es geht um den Willen des Betroffenen. Auch dem haben sich Ärzte ggf. zu beugen. Denn der Patient muss durch die Therapien, durch die Nebenwirkungen und durch die mentale, geistige und körperliche Talfahrt. Und er muss meist noch vieles mehr wuppen, u.a. was ihm das Umfeld noch so beschert.


    Bei Deinem Vater ist nun die Frage, welche Art von Chemo- oder Immuntherapie eingesetzt werden soll. Und was das primäre Ziel der Ärzte ist.

    Wie und in welcher Form dann die Therapie anspricht, kann eh keiner im Vorfeld sagen. Eine Zweitmeinung kann dahingehend nur klären, ob man die gleiche Therapie vorschlagen würde oder man einen anderen Wirkstoff einsetzen würde. Dann muss man mit den behandelnden Ärzte klären, was sie dazu sagen und welcher Wirkstoff sie eher zum Einsatz bringen würden. Aber in Richtung Heilung wird wohl, bei dem was Du schreibst, keiner erstrangig behandeln. Daran denken und hoffen, vielleicht.


    viele Grüße

    JF