Eine Metastase-zwei unterschiedliche Histologien

  • Hallo zusammen,

    bei mir wurden im April 2019 im Rahmen einer Routineuntersuchung Lebermetastasen diagnostiziert.

    Es erfolgte eine Biopsie.

    Inzwischen habe ich mich für eine Leberteilresektion entschieden und wurde vor 3 Wochen operiert.

    Ich habe nun den histologischen Befund ( Leber-OP) erhalten und dieser weicht doch für mich erheblich von dem Befund der Biopsie Anfang Mai ab.

    Die Daten sind folgende:

    1.Biopsie:

    Östrogen:IRS 8

    Progesteron: IRS 3

    HER-2: negativ 1+

    Ki67: 15%


    Histologie nach Leber-OP:

    Östrogen: schwache Expression in 1%

    Progesteron: negativ

    HER-2: 2+, SISH: negativ

    Ki67: 30 %

    Wie kommen solche Unterschiede zustande?

    Mich macht stutzig,dass sowohl der Östrogenrezeptor als auch der Ki67 so stark voneinander abweichen.

    Bei der ED 2007 hatte ich auch einen Ki67 von 30%,allerdings einen Östrogenrezeptor mit 8 von 12.

    Die Lebermetastasen sind übrigens unter laufender AHT gewachsen.

    Viele Grüße

    Rose

  • 😳 ach du Schreck ! Das ist aber höchst seltsam.

    Mein Gefühl (ohne dass ich Ahnung von Pathologie habe) sagt mir, dass vermutlich der 2. Befund der Wahrheit entspricht. Das würde auch erklären, warum die AHT nicht mehr gegriffen hat. Denn laut 2. Befund ist die Metastase quasi HER2 positiv anstatt hormonabhängig. Sei froh dass sie raus ist. Dann hat dich dein Gefühl nicht getrogen, dass du keine neue kombinierte AHT wolltest (Ibrance).


    Hast du noch mal ein Gespräch dazu ?

    Dann würde ich dringend die Frage mitnehmen, ob evtl Herceptin und/oder Perjeta (Doppelblockade) für dich Sinn macht.


    Jule66 hat irgendwann schon einmal davon berichtet dass es viele „falsche“ pathologische Befunde gibt. WIE GENAU so etwas zu Stande kommt, kann ich dir leider auch nicht erklären.


    Auf jeden Fall bestärkt mich deine Geschichte darin, das Thema einer Operation meiner Lebermetas voran zu treiben.

  • Hallo,

    ich habe morgen einen Termin beim Onkologen.

    Allerdings liegt das Ergebnis der Tumorkonferenz noch nicht vor,da man es letzte Woche in der Charite " irgendwie versäumt hat", meinen Fall dort vorzustellen.....Sehr ärgerlich!

    Ich werde morgen beim Onkologen die unterschiedlichen Befunde ansprechen.

    Bei meiner ED hatte ich auch HER-2 2+, Fish negativ.

    Damals gab es für mich kein Herceptin...

    Viele Grüße

    Rose

  • Bei meiner ED hatte ich auch HER-2 2+, Fish negativ.

    Das wird als Her2 negativ gewertet.

    Dennoch, ich würde die Ergebnisse überprüfen lassen, gerade beim Her2 Rezeptor- zumal wenn er 2+ ist- gibts doch so einige Interpretationsmängel.

    Finja hatte damit zu tun, er sollte positiv sein, was die ganze Therapie geändert hätte- war es zu guter Letzt dann doch nicht.


    Was die aktuelle Histo angeht: ich kann mir kaum vorstellen, dass sich die Rezeptoren innerhalb von 2 Monaten auf nahezu Null verabschieden- war es denn die gleiche Metastase, die im Mai biopsiert wurde?


    Lass mal die Molekularpathologie drauf schauen- bestimmt hat Dein BZ eine im Haus, alternativ kontaktier vielleicht die Molekularpatho in Köln. Vielleicht kommt bei dem Her Rezeptor noch etwas anderes heraus- wäre immerhin eine weitere Therapieoption.

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Hallo,

    ja,es handelt sich um die gleiche Metastase.

    Die erste Biopsie wurde im BZ Potsdam durchgeführt.

    Dort bin ich aber keine Patientin,da ich mich gegen die dort vorgeschlagene AHT entschieden habe.

    Operiert wurde ich in der Charite,ich war dort aber lediglich Patientin in der Chirurgie,einen Bezug zum dortigen BZ habe ich nicht.

    Ich habe morgen erstmalig einen Termin beim Onkologen.

    Mir kommt es leider im Moment so vor,als würde sich keiner so richtig zuständig fühlen.

    Ich habe versucht,mit der Pathologie der Charite Kontakt aufzunehmen,man sagte mir dort am Telefon,dass sie gar nicht mit Patienten sprechen...

    Alles in allem finde ich die Situation momentan etwas frustrierend.

    Gruß

    Rose

  • Also eine Metastase ist natürlich auch heterogen- kann also recht ohne Rezeptoren sein, ganz links hat sie dann welche.

    Aber, mich würde das auch nicht glücklich machen, der Unterschied ist einfach zu groß, quasi von hormonpositiv zu triple negativ.


    Ich würde das kontrolliert haben wollen, zumal es ja auch erheblich therapieentscheidend ist.

    Liebe Grüße, Jule


    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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  • Finja hatte damit zu tun, er sollte positiv sein, was die ganze Therapie geändert hätte- war es zu guter Letzt dann doch nicht.


    Und in mir drin nagt doch ab und an so ein kleiner Gnom, der sagt: Was, wenn es doch Her2 positiv war und nun eine wichtige Therapie fehlt? Es gab einen Test, der sagte, Her2 positiv, den Test bei Dr. Wirtz, der wegen einer Besonderheit bei CHEK2 sagte, was positiv aussähe, sei nur scheinbar so, da CHEK2 da etwas vortäusche und den Test in Münster, der erst HER2 positiv, dann negativ testete.

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)

  • Hallo,

    ich habe mich entschieden,die entfernte Metastase noch einmal befunden zu lassen.

    Letztendlich wird es keine Konsequenz haben,da man mir ja nun Olaparib ( statt Chemo) empfohlen hat.

    Ich habe mich an die Pathologie in Potsdam gewandt,wo ja Ende April auch die Biopsie aus der Lebermetastase histologisch untersucht wurde.

    Wenn ich das Ergebnis habe,werde ich berichten.

    Viele Grüße

    Rose

  • Finja

    Hallo du schreibst von Dr. Wirtz, der etwas zu einer Besonderheit von Chek2 sagte.

    Könntest Du das noch einmal näher erklären?


    Bin auch Chek2, auch an beiden Brüsten BK, und bisher wurde mir zu Chek2 gesagt, dass es moderat sei und keine weitere Beachtung nötig ist.

    LG Carina 100

  • Hallo Carina,


    meine Mutter und ich haben beide CHEK2, wobei alle davon ausgehen, dass es in Kombination wirkt mit einer anderen Genmutation, die sie nicht kennen. Auch Dr. Meindl bestätigte das in einem Gespräch.


    Der Vater meiner Mutter verstarb mit 47 Jahren an Blasenkrebs. Meine Mutter hatte beidseits Brustkrebs und später Gebärmutterkörperkrebs. Ich hatte ebenfalls beidseits Brustkrebs. Ich habe schon von verschiedenen Krebsarten gehört, die verstärkt bei CHEK2 auftreten können: Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs, Blasenkrebs, Schilddrüsenkrebs und eben Brustkrebs. In Gesprächen sagten Ärzte mir immer wieder, es sei noch wenig bekannt erst über CHEK2 und rieten mir zur prophylaktischen Entfernung der Eierstöcke, "da ich doch wohl nicht würde warten wollen bis man herausfinde, dass CHEK2 auch dafür das Risiko erhöhe und es dann vielleicht bei mir schon zu spät sei" und ich ließ gleich noch die Gebärmutter mit entfernen (da meine Mutter Gebärmutterkörperkrebs hatte). Ich gehe alle 2 Jahre zur Darmspiegelung (erstmals mit 43) und habe eine Ärztin, die vierteljährlich alle Organe per Sonografie anschaut.


    Ja, auch mir wurde erst gesagt, CHEK2 habe ein moderates Risiko nur und es wurde ja auch nach der ersten Krebserkrankung keine prophylaktische Mastektomie bewilligt bzw. erst, als es schon zu spät war. Dazu sagen muss ich, es kommt auf die Art der CHEK2-Genmutaiton an und sicherlich eben auch davon, ob ggf. weitere Genmutationen vorliegen.


    Als Herr Dr. Wirtz das Ergebnis der pathologischen Untersuchung sah von der MHH und von meiner Verwunderung erfuhr, dass der Tumor der ersten Krebserkrankung HER2 negativ, der Tumor der zweiten Krebserkrankung aber HER2 positiv sei und das bei CHEK2 (mein Onkologe ging davon aus, dass höchstwahrscheinlich beide Tumore auf CHEK2 zurückzuführen seien und vermutete ähnliche Tumoreigenschaften), stutzte er. Er erinnerte sich, dass es in Frankreich eine Studie gegeben hat (den Namen weiß ich leider nicht), bei der herauskam, dass eine CHEK2-Genmutation das Ergebnis so verfälschen kann, dass irrtümlich von HER2 positiv ausgegangen würde, obwohl es HER2 negativ sei. Er besprach das im Team und sie testeten und gingen davon aus, dass tatsächlich nur die CHEK2-Genmutatation da für Irritationen gesorgt habe. Ich gehe davon aus, dass er mit seinem Team Recht hat. Nachdem es herkömmlich dann auch noch mal untersucht wurde, kam dann irgendwann auch da heraus, es sei HER2 negativ. Klar bleibt ein kleiner Restzweifel, ob es nicht doch HER2 positiv war, weil es viel Hin und Her dazu gab. Aber ob ich noch eine Chemo weggesteckt hätte so kurz danach mit meinem Herzen, das weiß ich ja auch nicht und ohne Nutzen hätte ich sie wirklich nicht machen wollen. Daher passt es schon so für mich und ich denke auch, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sie Recht haben und HER2 negativ war bei mir.


    Liebe Grüße

    Finja

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)

  • Finja

    Lieben Dank für deinen ausführlichen Text.

    Mit dieser chek2 Geschichte hängt man zwischen allen Stühlen weil einer so und der andere so sagt.

    Auch ich bin sicher, dass mehr dahinter steckt. In Meiner Familie sind es von Vaters Seite 7 Frauen mit bk.

    Mastektomie beidseits habe ich schon, jetzt muss ich wg. Eierstöcke nachforschen.


    Danke noch Mal.

    LG carina100

  • Hm, liebe Finja ...

    du machst mich gerade sehr nachdenklich. Vielleicht sollte ich das auch nochmal nachtesten lassen. Habe ja auch Her2 negativ und einen Her2neu positiven Tumor. Bin BRCA2-Mutant, vielleicht ja auch dieses CHEK2. Wie kann ich das jetzt Nachtesten lassen, macht das die Humangenetik, die mich auf BRCA2 getestet hat?


    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Hardi,

    Die brca Testung beinhaltet auch chek2 und weitere.

    Hast du darüber nichts gehört so liegt es bei dir auch nicht vor.


    Liebe Grüssecarina100

  • Hallo Carina, hallo Hardi,


    zu einem erhöhten Risiko hinsichtlich Eierstockkrebs bei CHEK2 habe ich bisher nur hier gelesen: https://jmg.bmj.com/content/41/10/731.info Dort heißt es: "Mutationsträger hatten häufiger einen weiblichen Verwandten ersten oder zweiten Grades mit Brustkrebs (p = 0,03) oder einen Verwandten ersten oder zweiten Grades mit Brustkrebs oder Eierstockkrebs (p = 0,04)." Dagegen gibt es viele Quellen, die v. a. ein erhöhtes Risiko hinsichtlich gastroenterologischer Krebserkrankungen angeben, aber auch zu Nieren und Schilddrüse fand ich etwas. Zwei Ärztinnen sagten unabhängig voneinander mir, zu CHEK2 sei noch wenig bekannt und sie würde mir raten, die Eierstöcke entfernen zu lassen, anstatt zu warten, dass da Krebs entstünde und man vielleicht später wissenschaftlich herausgefunden hätte, dass CHEK2 auch dafür das Risiko erhöhen würde.


    Was mich umtreibt, das ist, dass doch einige Studien zeigen, dass bei CHEK2 das Risiko für Metastasen erhöht ist im Vergleich zu Brustkrebserkrankungen mit ähnlichen Tumoreigenschaften, aber ohne CHEK2-Genmutation. Das soll sich vor allem nach 6 Jahren zeigen. Manche gehen davon aus, dass dies durch das Ende der Antihormontherapie nach 5 Jahren (wie es lange gemacht wurde) bedingt ist, andere sagen, das sei auch unabhängig davon so. Hier wüsste ich gern, was die Ursache für die schlechtere Prognose ist und was es für spezielle Behandlungsoptionen geben kann bei CHEK2, um die Prognose zu verbessern - doch soweit scheint die Forschung noch nicht zu sein leider.


    Hardi, auf CHEK2 hin wird in der Regel mit getestet. Frag aber, wenn Du unsicher bist, nach, ob es bei Dir ermittelt wurde.


    Liebe Grüße

    Finja

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)

  • Es gibt viele Möglichkeiten zur Genttestung von Metastasengewebe: molekularbiologe untersuchung

    Dr. Ralf Wirtz Köln

    Dr Bojar Düsseldorf Kosten um 2000 Euro

    Foundation Gentestung

    dann bestimmte Metastasentestung im Labor von Roche in Penzberg

    und meine aufzählung ist bestimmt nicht vollständig.


    Grüße Marion