Beiträge von Jule1967

    Lieber Rudi,



    Aber egal was kommt Pause ist so oder so denn was nicht geht geht nicht.
    Wir entscheiden gemeinsam je nach Gefühl.
    Hört sich vielleicht für viel "Verantwortungslos" an machen wir aber schon seit langen.


    Das hört sich überhaupt nicht nach "verantwortungslos" an - eher nach dem Gegenteil. Außerdem - ihr trefft die Entscheidung ja gemeinsam.
    Was sollte verantwortungslos sein? Nicht mehr Lebenszeit auf Kosten der Lebensqualität herausschinden zu wollen? Wohl kaum. Ihr macht alles richtig. Ansonsten würde es solche unvergeßlichen Momente, wie du sie immer wieder beschreibst, nicht geben. Das gibt Kraft. Euch beiden. Und das ist wichtig. Wenn ich es mal drastisch ausdrücken darf: lieber einen guten Tag als eine schlechte Woche.


    Lieber Rudi, alle meine guten Wünsche sind bei Euch. Und bitte vergiß nicht, selbst Kraft zu tanken.
    Alles Liebe Jule

    Liebe Luisa,
    ich kann dir nur sagen was mir damals geholfen hat.
    Das war die Auseinandersetzung mit der Frage: Würde meine Ma mich so sehen wollen?
    Die Antwort war natürlich nein. Sie hätte mir einen gehustet.
    Trotzdem habe ich mir meine Tiefs gegönnt. Die standen mir auch zu. Meinen Alltag habe ich - bewußt - beibehaten. Ich bin zur Arbeit gegangen. Es war für mich wichtig, mir nicht noch ein Loch zu schaffen in das ich reinfallen kann.


    Ich denke nicht, daß es ein Patentrezept gibt. Trauerarbeit ist eine schwierige, langwierige und sehr persönliche Sache. Man muß mit dem Schmerz umzugehen lernen. Und das fuktioniert meiner Meinung nach nicht, wenn man immer an die Vergangenheit denkt.
    In die Zukunft denken ist auch schwer wenn der Schmerz frisch ist - denk doch einfach in der Gegenwart. Das und das ist heute zu regeln und gut ist. Und nen Plan für den nächsten Tag. Und wenn ein Hänger kommt, dann ist es halt so. Muß man halt auch einplanen.
    Mein einziger Tip für dich wäre, Frieden mit dem Schicksal zu schließen. Aber auch das braucht halt Zeit.


    Alle Gute für Dich, Jule

    Hallo Jule,



    das hilft ungemein - nur so können wir ggf. beim Hersteller unserer Software im Supportforum nachfragen. Verrätst du auch noch, ob du mit Tablet, Laptop oder PC schreibst?


    Momentan auf einem Laptop, Touchpad ist aus. Laptop ist zwar älter, aber immer noch kein schrottiges Modell sondern eher Desktop -Ersatz, 64 bit, intel 2630QM und 12 GB Arbeitsspeicher.
    Meiner Rechner sind alle scheckheftgepflegt, alle updates (Win/Flash/Browser) werden zeitnah gefahren.


    Liebe Grüße, danke für die Mühe - und angenehme Festtage wünscht
    Jule

    Liebe Petra,
    ich habe mit mir gerungen ob ich jetzt schreiben soll oder nicht. Wie du siehst, hat mein - wie soll ich es nennen - Maulaufreiß-ich gewonnen.
    Wenn ich du wäre, hätten meine Schwiegereltern Bescheid bekommen, aber richtig. Tradition hin oder her... aber ich denke du möchtest da gerne auch hin, oder? Wenn nicht - knick das, das Date mir deiner Mama wird glaube ich schwer genug, auch wenn alles vorbestellt ist.


    Ich hab es ja ohnehin nicht so mit Weihnachten... aber wenn ich du wäre würd ich mich nirgendwohin quälen. Sollen die doch kommen.
    Edit sagt: und gefälligst alles mitbringen, abwaschen und wieder abholen lassen...
    Dich dolle drück wenn ich darf und dir alles wünsche was du dir wünscht.


    LG Jule

    Heute war mein Beitrag nicht im Nirvana (Heueka!), aber die Zeilenumbrüche laufen Amok. Hier im normalen Editor geschrieben. Und nein, ich benutze Zeilenumbrüche nur wenn ich sie für nötig erachte. Irgendwas scheint da bei der Forensoftware verbastelt zu sein. Wie gesagt: Text nicht über C&P eingefügt, sondern direkt im Editor geschrieben. [Und natürlich vor dem Absenden Kopie gemacht *lach*]


    Und nee, ich korrigiere das Stakkato jetzt nicht, zwei Zeilen hab ich gemacht, aber das ist mir auf Dauer zu mühsam.
    Ich schreib hier mit FF in der neuesten Version, Win 7.. falls das helfen sollte.
    Lieben Dank an Helmut für die Tips, daran lag/liegt es bei mir aber nicht. Bin wie gesagt nicht unversiert ;)


    Mal ganz vorsichtig nachgefragt: was genau hat der Onkologe gezaubert daß er höhere Überlebensraten erreicht? Oder habe ich das jetzt mißverstnanden?
    Ein
    Arztwechsel ist immer ein Alptraum, ich hab in der Uni jetzt schon 5
    innerhalb eines Jahres durch, ich könnte immer platzen, aber woanders
    kann ich halt nicht hin. Ich bekomm ja auch so ein -mab Zeugs, das kann
    keine normale Praxis wuppen.
    Und bevor du den neuen nicht
    kennegelernt hast, gibt es auch keinen Grund Angst zu haben. Vielleicht
    ist er ja auch noch besser ;)

    Zitat


    Desweiteren hat meine Liebe mal wieder ein Blasenentzündung und auch das Ergebnis bekommen wir heute.
    Auch bekomme ich scheinbar eine "Männergrippe"
    Also ein Spannender Tag.


    Ich kämpfe ja auch immer mit meinem faktisch nicht mehr vorhandenen
    Immunsystem. Ingwer, Salbei, Thymian bewirken da auch bei "Männergrippe"
    einiges.


    Zitat


    Gerade (05:21)klingelt bei meiner Lieben der Wecker und sie flucht.....
    Aber früher Vogel fängt den Wurm... (Nur wer mag schon Würmer??)


    Ich leb ja eher nach dem Motto der frühe Vogel kann mich mal. Seit vier Jahren habe ich geavierende Schlafstörungen, offensichtlich von meiner
    Ma geerbt - wenn ich auf 4 Stunden komme ist es ein guter Tag. Wie gut, daß ich erst ab 12 Uhr mittags arbeiten mu0, aber auch das fällt manchmal unendlich schwer.

    Zitat


    Vorhin
    habe ich die Katze auch noch gerade davon abhalten können, beim sauber
    machen der Klos, ins selbige zu Scheißen aber ohne Unterteil.
    Sie sagt wat mut dad mut die Hütte steht da, auch ohne Unterteil geht es ... Ich: du blödes ...


    Deswegen
    hab ich einen Hund. Der (in meinem Falle die) würde nie auf den
    Gadanken kommen, irgendwo in die Bude zu scheißen. Außer sie ist
    richtig krank, ansonsten trampelt sie mir auf dem Bauch rum. Bei nem Viech was über 40 Kilo wiegt nicht angenehm.
    So schafft sich halt jeder seine eigenen Probleme *lach*


    Zitat


    Ja immer was los in der Bude.
    Mir wäre Ruhe und Beständigkeit lieber.


    Ich berichte später was nun geworden ist.
    Jedenfalls ist es heute nicht Langweilig.


    Rudi...
    mal ganz lieb drück... Ruhe und Beständigkeit willst du nicht
    wirklich, das würde nämlich etwas bedeuten was du noch weniger willst.
    Ich wünsche dir und deiner Lieben schöne Feiertage, trotz allam, die richtigen Worte gibt es nicht.
    Dir
    und allen anderen, die kämpfen, hoffen, mitunter verzweifeln und hadern
    schicke ich alle Kraft die ich übrig habe dem Schalentier die Zähne zu
    zeigen. Ich mach mir nicht viel aus Weihnachten, aber für euch ist es
    bestimmt eine schwere Zeit.
    Ganz viele liebe Grüße sendet
    Jule

    Liebe Dori,
    mein Beitrag von eben ist im Nirvana verschwunden, dies ist also mein zweiter Versuch.

    Zitat


    Könnte es sein das durch die Portinfektion auch der Kopf gelitten hat? Ich meine durch die Bakterien und die räumliche Nähe zum Kopf????
    Auf alle Fälle schließen die Ärzte jetzt aus das irgend ein Zusammenhang zum Methadon besteht,darauf gäbe es keinerlei Hinweise.


    Durch jede ernsthafte Infektion leidet der Kopf. Als ich das letzte mal richtig krank war (Infektion, hohes
    Fieber) war ich zwei Tage orientierungslos und hab dann einen Freund angerufen welche Wochentag wir haben (und da war ich noch "gesund" - ich bin zwar selbst keine Krebspatientin, aber schlage mich mit anderem Mist rum). Also mach dir da mal keine allzugroßen Sorgen. Allerdings braucht solche Infektionen kein Mensch, und schon gar nicht jemand der so geschwächt ist wie deine Ma. Trotzdem bringt es nichts, wenn du dir den Kopf darüber zerbrichst - sie ist in guten Händen, und, so hart es sich auch anhören mag - du wirst es nicht ändern können.


    Das Methadon würde ich auch laienhaft als Verursacher ausschließen, weil bei allen meinen Klienten (ich arbeite uA in der Suchthilfe) auch bei sehr schweren Infekten keine Kontraindikation vorlag.


    Ich drück dich ganz doll - und bitte, bitte, guck ein wenig mehr auf dich.
    Hast du schon Kontakt zu einem Psychoonkologen? Mir hat das damals sehr gut getan, meine Ma wollte das zwar nicht, aber das war mir wurscht. Du kannst da auch alleine hin. Aber das weißt du bestimmt, du hast ja auch dein Päckchen.
    Ich kann gut verstehen wie verzweifelt du bist. Aber - schau trotzdem nach vorne, und schau mehr auf dich. Dein Doc hat schon nicht unrecht dich auszumeckern.


    Ich hoffe ich bin dir jetzt nicht zu nahe getreten, es ist mitunter schwer die richtigen Worte zu finden.
    Alles Liebe für euch und Daumen und Pfotendrücker.
    Jule

    Moin moin,
    eben habe ich einen Beitrag an Dori verfaßt... absenden... wech iss er. Nirvana. Taucht auch in der Liste meiner Beiträge nicht auf. Keine Fehlermeldung, nix. Menno ?(
    Ich bin wirklich kein Forenneuling, aber trotzdem hab ich vor dem Absenden das kopieren vergessen, ich Depp. Ärgerlich.
    Das Zitat ist witzigerweise noch gespeichert.
    Nach ich guck nochmal was ich falsch gemacht haben könnte...


    LG Jule

    Liebe Petra,
    wenn du schmerzmitteltechisch gut eingestellt bist würde ich da auch nicht dran rühren, die Option bleibt dann halt offen, du wirst sie bestimmt nicht brauchen.
    Was Orhomol angeht, habe ich noch nie gehört daß es einer Bestrahlung/Chemo entgegensteht. Allerdings kann ich keine eigene Erfahrungen beisteuern, nur Kneipengespräche mit dem Mann einer Freundin der Strahlenmediziner ist. Ich nehme Orthomol regelmäßig (1x monatlich Wochenkur) weil ich Omalizumab bekomme (Urticaria), was mein Immunsystem konsequent gegen die Wand fährt.
    Salbeitee hilft gegen Mundschleinhautkrams und Thymian- und Ingwertee vertilge ich in Massen, und es hilft - mir und meinem Immunsystem zumindest.
    Mein Hausarzt hat mir für kritische Phasen Tetesept Erkältungsdragees (die mit 500 mg Thymian) empfohlen, als Roßkur 5 Tage 8 Stück täglich.
    Hat geholfen. Aber sowas von.


    (Liebe Mods, ich mache keine Werbung für den Hersteller, die Dosierung gibt es aber von keinem anderen sagt meine Apotheke. Ich hoffe ich darf den Namen nennen)


    Was das Gewicht angeht, da solltest du doch auch als Diabetikerin Maltodextrin unterrühren können?


    Ach mensch, ich drück dich ganz doll wenn ich darf.
    LG Jule

    Huhu Rudi,
    ich möchte dir auch mal wieder liebe Grüße dalassen.


    Manchmal denke ich man müsste was machen was einen Freude bringt was einen interessiert.
    Nur was interessiert mich was bringt mir Freude?
    Helfen bringt mir Freude aber macht mir auch die Ungerechtigkeit des Lebens bewusst.
    Interessen ????? Momentan nur die Gesundheit meiner Lieben.
    Eigentlich möchte ich nur noch weg.


    Und dafür versohle ich dir jetzt virtuell den Hintern^^. Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wir kennen uns ja nicht, und ich schätze dich sehr und möchte dir beileibe nicht zu nahe treten. Aber: SO GEHT DAS NICHT!
    Würde deine Liebe es wollen daß du dich selbst aufgibst? Keine eigenen Interessen mehr hast? Keine Freude mehr hast?
    ...
    Wie ich dir gestanden habe habe ich es ja nicht so mit Gott, aber ich werde ihn jetzt gleich drum bitten dir Feuer unterm Hintern zu machen.


    Kraftpakete sendende liebe Grüße, Jule

    Liebe Dori,
    daß deine Ma Methadon bekommt ist ein super Erfolg. Das ging ja fix.
    Trotz allen Spezialmedizinern, es geht nichts über einen guten Hausarzt, und da scheint ihr ja gut aufgehoben zu sein.


    Alle Daumen und Pfoten sind für euch gedrückt.
    Vergiß aber bitte nicht, auf dich, deinen Körper und deine Bedürfnisse zu schauen. Wenn du zusammenklappst hat deine Ma auch nix davon.


    Viel, viel Kraft und LG schickt
    Jule

    Moin Helmut,
    sorry daß ich mich so spät melde bzw Stellung beziehe, war leider auch krank.



    [...)
    hm ... so einfach ist das auch wieder nicht. Selbtsbestimmung heißt auch, dass die eigene Selbstbestimmung die des anderen nicht einschränken kann. Der Angehörige, der einen Sterbenden auf diesem Weg begleitet oder vielleicht sogar aktive Hilfe leistet, sollte schon auch für sich selbst überzeugt sein, das Richtige zu tun. Mit 'Punkt aus basta' ist bei mir nichts zu machen.


    Nein, einfach ist es bestimmt nicht. Ich habe mich vielleicht auch etwas ungeschickt und zu kategorisch ausgedrückt. Natürlich kann ich nur für mich sprechen.
    Den Wunsch meiner Mutter, selbst aktive Hilfe zu leisten, habe ich abgelehnt - zum einen genau aus dem Grund, den du anführst, das hätte meine Grenzen überschritten. Zum anderen aus dem gleichen Grund, warum meine Mutter es nicht selbst in die Hand genommen hat - was ist, wenn irgendetwas schiefgeht? Wenn die Dosis nicht reicht, der Strick reißt... es hört sich makaber an, aber das waren ihre Gedanken.
    Ich hatte bis auf ihre lezten Monate nie einen Schlüssel zu ihrer Wohnung, und ich habe ihn erst bekommen, nachdem ich hoch und heilg versprochen habe, ihre gehorteten Notfallmittel nie und nimmer anzurühren, wegzuwerfen, irgendetwas über ihren Kopf zu entscheiden. Das hätte ich ohnehin im Leben nicht gemacht, genau so wenig wie aktive Sterbehilfe zu leisten - trotzdem hat es unendlich weh getan. Uns beiden. Und das, obwohl wir vorher jahrelang über das Sterben und den Fall der Fälle gesprochen haben.


    Zitat


    Ich kann mir durchaus vorstellen, von der Richtigkeit des Helfens oder Begleitens überzeugt zu werden. Das wird jedoch an Bedingungen geknüpft sein. Denn ich müsste hinterher damit weiterleben können.


    Ja, stimmt. Ich hatte auch meine Bedingungen. Ich habe sie genötigt, gezwungen (mir fällt kein anders Wort ein... sie wollte halt nicht), mit mir einen Psychoonkologen aufzusuchen. Ich hatte dort auch zwei Termine alleine, die habe ich auch gebraucht. Ich habe mit ihr ein tolles Hospiz besucht, bin alle Optionen durchgegangen.
    Aber: nichtsdestotrotz war es ihre Entscheidung, sterben zu wollen.
    Den Ernst dieser Entscheidung mußte sie mir auch beweisen. Natürlich habe ich Kontakte hergestellt, auch Briefe geschrieben... aber zur Post mußte sie sie alleine bringen. Auch Telefonate mußte sie alleine führen. Für mich war es wichtig, nicht ihr Leben auf einmal in meine Hände gelegt zu bekommen, sondern sie in dem was sie will zu unterstützen. Dafür mußte sie auch etwas tun, und ich habe immer noch ein schlechtes Gewissen deswegen. Aber es ist genau so wie du schreibst: Ich muß letztendlich weiterleben.


    Zitat


    Ich bin durchaus für eine gesetzliche Regelung, welche die aktive Sterbehilfe. Die Menschen brauchen Rechtssicherheit. Vor allem ja die Helfer.


    Der Gesetzgeber pennt seit Jahren, und ich denke es wird auch noch Jahre dauern bis sich etwas bewegt, Deutschland ist da den Niederlanden oder der Schweiz meilenweit hinterher.
    Den Helferinnen und Helfen, die uns begleitet haben, werde ich immer dankbar sein, und auch den Behörden, die ihre Arbeit sehr takt- und respektvoll erledigt haben.
    Aber: es war keine aktive Sterbehilfe. Meine Ma hat sich den Cocktail selbst gegeben. Ohne Angst, weil sie wußte daß es funktioniert.


    Herrjemine, ich schreibe bissi durcheinander glaub ich. Kommt viel hoch.
    Vielen lieben Dank an alle durch die dieser Thread möglich wurde und an alle die sich beteiligen. Es tut gut, sich austauschen zu können, auch oder gerade wenn manche Sichtweisen anders sind.



    Was ich vollkommen ablehne, ist eigene Sterbeaktivität. Sich selbst das Leben nehmen. Exit. Selbstmord. So langsam kommt mir das vor wie eine Modeerscheinung unseres modernen, sehr narzißtisch geprägten Lebens, in dem sich niemand mehr traut, sich zuzuMUTen, sich als Belastung empfindet am Ende seines Lebens. Das ist soooo traurig und ein Ergebnis unserer seelisch immer ärmer werdenden Gesellschaft.
    Sterbehilfe ist die Folge von zu viel medizinischen "Fortschritten" und lebensverlängernden Maßnahmen.


    Warum sollte man sich selbst nicht das Leben nehmen dürfen, wenn man auf einer Zeitbombe sitzt? Warum solle man Schmerzen ertragen (müssen), die man nicht ertragen will, wenn das (erfüllte) Leben ohnehin unwiederruflich zu ende ist, innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen? Das finde ich nicht mehr zeitgemäß.
    Was die medizinischen "Fortschritte" angeht, da bin ich ganz bei dir.


    LG Jule

    Wow. Ich bin echt geplättet. Ich oute mich mal als die Userin, die offen darüber sprechen wollte, wenn Angehörige (in meinem Fall meine Mutter mit 70 Jahren, BSDK unheilbar) darauf bestehen, selbstbestimmt sterben zu wollen. Ich habe sie zu ihrem Freitod in der in die Schweiz begleitet.
    Und jetzt lese ich mir mal durch was ihr dazu geschrieben habt.


    So, Edit sagt:
    Mit meiner Mutter habe ich schon immer darüber gesprochen, wie es denn irgendwann mal wird. Genau genommen hat sie mir diese Gespräche immer aufgezwungen. Wenn es denn mal soweit ist.. Blah blah. Ich wußte, was sie von mir erwartet. Trotzdem war es ein Schock, als die Situation auf einmal da war.
    Ich sollte ihr Pillen besorgen... sie hat mir erzählt daß sie sich aufknüpfen will aber Angst hat daß der Strick reißt... sie wollte sterben. Unbedingt.
    Ich Rabentochter hab sie dann noch ins Hospiz geschleift, ihr Wille war unabänderlich. Chemo hat sie noch gemacht (nicht weil sie es wollte, sondern weil sie Angst hatte es nicht mehr in die Schweiz zu schaffen). Und, wie ich dann von dem schweizer Arzt erfahren habe, war diese Angst nicht unegründet.


    Ich werde es nie vergessen - meine Mutter hat mich gefragt "begleitest du mich", ich habe gesagt "ja klar", und sie hat heulend vor mir auf den Knien gelegen und danke gesagt.
    Und jetzt heule ich wieder, obwohl es schon 4 Jahre her ist.
    Ich habe sie gebeten einen Abschiedsbrief zu schreiben.
    Ein relevanter Satz war (sinngemäß) "Du bist mein Kind, ich war immer für dich da, aber jetzt ist es an der Zeit mal egoistisch zu sein"


    Ja. Den Egoismus hat sie sich verdient.


    Edit zwei sagt... daß sie ein bißchen schockiert ist.
    Ich hab mir diesen Thread jetzt zweimal durchgelesen... hier sind Begriffe aufgetaucht, die meines Erachtens in dieser Diskussion nichts zu suchen haben.
    Selbstbestimmt heißt nämlich, daß der/die Betroffene eine Entscheidung trifft, die man als Angehöriger dann mitträgt, ob es einem paßt oder nicht. Punkt aus basta.

    Hallo Rudi,


    Interessant ist zu sehen wie Menschen für gebrannte Mandeln 3 €/100g ausgeben, aber dem Menschen der gleich daneben auf dem Boden sitzt und die Hand aufhält nichts geben.
    Es ist wie in dem Märchen von Christian Andersen: Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern .http://www.sagen.at/texte/maer…chen_schwefelhoelzer.html
    Nur das es hier kein Märchen ist sondern die Realität.


    Ich könnte dir erklären warum es so ist, Auch ich gehöre zu den Menschen, die einigen Handaufhaltern nichts geben. Das mag daran liegen daß ich seit 20 Jahren im Bereich der Wohungslosen- und Suchtkrankenhilfe tätig bin. Ich weiß dann schon ziemlich genau warum ich Person XYZ nichts gebe. Und ich habe da auch kein schlechtes Gewissen.


    Ich bewundere dich für deinen Glauben, ich habe ihn nie gehabt und so wie es aussieht werde ich ihn - zumindest in diesem Leben - nicht entdecken.
    Das einzige, was ich für mich annehmen kann ist dieses komische Sprichwort - hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. So lebe ich auch. Ich komm alleine klar, auch wenn es schwer fällt.


    Ich wünsche Dir und Deiner Lieben von Herzen alles Gute.
    Tut mir leid wenn ich so unbeholfen bin - es ist schwer die richtigen Worte zu finden, und meine Geschichte ist eine ganz andere als Deine. Aber ich denke an Euch und sende alle Kraft die ich übrig habe.


    LG Jule

    Huhu,
    habe eben einen Beitrag geschrieben, klicke auf "abschicken" - alles weg. Natürlich habe ich ihn vorher nicht kopiert, ich Depp.
    Gibt es ein zeitliches Limit für die Verfassung eines Beitrags? Oder lag es vielleicht daran daß der Browserfocus mal für zehn Minuten woanders war? Oder ist es ein Bug?


    Alles in allem hab ich glaube ich ca eine halbe Stunde beim Verfassen gebraucht, incl o.g. Unterbrechung...
    In Zukunft kopiere ich wieder, aber interessieren würde es mich doch woran es lag.


    LG Jule

    Na toll... mein Post ist weg grummel. Also nochmal.


    Huhu Dori,
    Gemzar (Gemcitabine) ist eine sehr gut verträgliche Chemo, meine Ma hat sie mit 70 bekommen (einmal die Woche, drei Wochen lang, eine Woche Pause). Die Übelkeit würde ich vor dem nächsten Termin ansprechen, die muß nun wirklich nicht sein. Appetitlosigkeit hat man durch die Krankheit schon genug.
    Die Zweitmeinung kann ich auch nur dringend empfehlen um weitere Behandlungsoptionen abzuwägen.
    Meine Ma ist zur Chemo zu einem niedergelassenen Onkologen gewechselt, weil das Procedere im KH einfach nur <X war, hat ihr gut getan. Geht auch als Kassenpatient.


    Alles Gute!
    LG Jule

    Hallo Rudi,
    und natürlich auch hallo allen anderen die ich vom Lesen her "kenne".


    Dir, Rudi, wollte ich nur einen Gruß dalassen - ich habe die Geschichte deiner Lieben und dir immer mitverfolgt und halte alle Daumen und Pfoten gedrückt. Ich wünsche euch von Herzen alles alles Gute und sende viel Kraft.
    Vielleicht mag ich mich irgendwann mal vorstellen, momentan fühlt es sich nicht richtig an, weil meine Geschichte (bzw die die mich in 2010 zu Mitleidern und -streitern geführt hat) Vergangenheit ist, sehr schmerzlich und auch der Weg der gegangen wurde nicht dem entspricht der "üblich" ist und bei vielen vielleicht Veständnislosigkeit hervorrufen würde.


    Wenn ich darf, werde ich euch weiter still begleiten, hoffen, bangen, Daumen drücken. Alles Liebe.
    LG Jule