Beiträge von Jule66

    Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die nächste Chemokur machen soll.

    Hallo Bibi ,


    irgendwie scheint mir Dein Verlauf für einen triple negativen BK ungewöhnlich zu sein.


    Ich würde ihn mal ganz genau untersuchen lassen.

    Welcher TN Subtyp ist er? Vielleicht ja ein Androgenrezeptor positiver? (Dann würde eine Chemo nichts bringen, denn die sind chemounsensibel)

    Vielleicht gibts ja in den Metastasen eine BRCA Mutation, dann käme Olaparib zum Zuge.

    Irgendwie scheint Dein TN ungewöhnlich zu sein...ich würde dem auf den Grund gehen.

    Die Catch-Studie in Heidelberg kommt leider aufgrund der Entfernung nicht in Betracht, aber vielleicht der FoundationONe Test? Oder Du läßt einen Molekularpathologen mal schauen.


    Hast Du denn mal histologische Daten, Ki67, CK5/6 usw.?

    Ich gucke noch mal in den Whattsapp Verlauf, ob ich etwas wesentliches jetzt übersehen habe.

    So, habe ich erledigt. Dabei erinnerte ich mich, dass ich Deena den Kontakt zu einer anderen Frau (die ich in Augsburg beim Mamazone Kongress kennen lernte) vermittelte, die ebenso einen lobulären BK hatte und ebenfalls eine Sprunggelenksmetastase hatte.

    Waren steigende Tumormarker bei ihr der einzige Hinweis? Wie sehr sind sie gestiegen? In welchem Zeitraum? Hätte ein PET-CT geholfen rechtzeitig zu reagieren? Bekam sie Ibrance?

    Zu Deena: die TM stiegen langsam, aber stetig. Verdächtig. Sie hatte gleichzeitig Schmerzen am Fussgelenk, wo man dann auch eine Sprunggelenksmetastase fand. Dann wurde sie auf den Kopf gestellt und noch Metastasen in der Schädelkalotte gefunden.

    Soweit ich mich erinnern kann, wurde erst mal nur die AHT wieder aufgenommen und Bisphosphonate eingesetzt.

    Ob sie ein Pet-CT hatte, weiss ich nicht mehr genau, aber da wurde nichts versäumt bzw. falsch gemacht.

    Ihr war klar, dass sie zu keinem Zeitpunkt eine Chemo wollte, auch nicht, also die Tumorzellen zunehmend aggressiver wurden.


    Zum Schluss bekam sie Ibrance, aber da waren die Zellen schon TN mit einem Ki67 von 50%. Da konnte Ibrance nichts mehr ausrichten.


    Zum Schluss saßen die Metastasen an der Bauchspeicheldrüse und außen an/ um dem Harnleiter, so dass sie eine Harnleiterschiene brauchte.


    Man hat bei ihr in alle Körperhöhlen geguckt, da der TM stark stieg (zum Schluss)- aber nichts gefunden. Dass die Metas jeweils außen saßen, hatte keine von den Ärzten vermutet. Ich glaube, dass kam erst ganz zum Schluss durch ein Pet-CT heraus.


    Ich gucke noch mal in den Whattsapp Verlauf, ob ich etwas wesentliches jetzt übersehen habe.

    Leider ist es so, dass selbst eine Triple Negative, die Androgenrezptoren hat und metastasiert ist, das entsprechende Medikament - Enzalutamid- nicht von der KK bezahlt wird, obwohl es mittlerweile entsprechende Studien gibt, die einen Benefit bestätigen.

    drückt mkr ab 15 Uhr die Daumen :).

    Na, aber sicher doch!



    Mit meiner Physio mach ich jetz Pause bis gegen Mitte/Ende August. Ich bin grad etwas genervt von den ständigen Terminen..wobei sie mir ja auch Tagesstruktur geben. Trotzdem. ich möchte jetz mal etwas weniger "krank" sein grade..

    Geht mir ganz genau so. Seit ich in Leverkusen wohne (Ende März), war ich auch nicht mehr bei einer Physio- habe hier noch gar keine. Bin diese ewigen Termine auch leid, mag gerade auch keine Ärzte. Glücklicherweise gibt mein latentes Lymphödem auch gerade Ruhe.

    so dass irgendwann nicht mehr genug Lebergewebe übrig ist und "frau" deshalb stirbt. Du hast aber von einer subkapsulären Lebermetastase geschrieben, die deshalb(?) lebensbedrohlich war!?

    Die Leber ist fast das einzige Organ, welches sich nicht nur regenerieren kann, sondern auch quasi "nachwachsen". Man kann ein gutes Teil abschneiden, es wächst sozusagen nach.

    Bei einer Metastase nah an der Kapsel droht ein Kapselriss, der mit heftigen Blutungen einhergehen kann.

    Bei BK geht es bei Vorliegen von Lebermetastasen seltenst um Heilung. Es geht zumeist um Zeitgewinn, man hangelt sich quasi von Therapie zu Therapie.

    Ob das jetzt bei allen Krebsarten so ist, weiss ich nicht.

    Bei Hodenkrebs gibts auch mit Metastasen Heilung, so ist das bei BK leider nicht.


    Ich selber habe das riesige Glück, keine Metastasen zu haben, kann also nur gelesene und gehörte und beobachtete Situationen aufzeigen.


    Und da kommt eben Prof. Vogl ins Spiel, von dem ich großartige Dinge gehört habe. Ganz aktuell auch von Dr. Kovacs.


    Manche Lebermetastasen kann man nicht operieren, da zu nah an einer Arterie oder Vene gelegen. Oder an der Kapsel.

    Und da findet ein Leberspezialist eben auch noch andere Möglichkeiten, die Dinger dennoch zu entfernen.


    Besagte junge Frau mit TN, große Lebermetastasen- eine davon nah an der Kapsel, also nicht operierbar- wurde von dieser lebensbedrohlichen Metastase durch Prof. Vogl befreit. Ohne den Eingriff wäre sie nicht mehr am Leben, das musste auch HD bestätigen. Ganz aktuell war sie bei Dr. Kovac, es wurde TACE gemacht, jetzt geht es ihr wieder gut. Ja, bis zum nächsten Mal. Heilung ist leider nicht möglich, aber ein Zeitgewinn.

    Ich kenne eine andere Frau persönlich, ursprünglich auch TN, die geht seit 10 Jahren zu Prof.Vogl.


    Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Leber-OP eine große Sache ist, mit der sehr wahrscheinlich keine Heilung erzielt werden kann. Wenn man aber durch "leichtere" Eingriffe ebenso diesen Zeitgewinn erreichen kann, und sogar eine schnellere Genesung und somit die Chemo schneller bekommen kann, warum sollte man das dann nicht erwägen bzw. vorziehen?

    Jule66 du kennst dich doch gut aus,was meinst du?

    Ich würde gar nicht so auf "OP" pochen, es gibt noch andere Verfahren, die einen zügigen Beginn der Chemo erlauben.


    Da wäre Prof.Vogl in Frankfurt, er sucht das jeweils beste Verfahren für die Patientin aus- das kann Ablation sein, oder Tace, oder...

    Daneben gibt es Dr. Kovac in Bonn- er hatte letzte Woche einer sehr jungen Bekannten (triple negativ) die (lebensbedrohlichen) Lebermetastasen per TACE "weggemacht".


    Der Eingriff war Montags, Freitags bekam sie schon wieder ihre IMmuntherapie plus Chemo. Nach dem Eingriff ging es ihr zunächst gar nicht gut, heute sagt sie, es geht ihr sehr sehr gut und sie fliegt mal eben mit ein paar Mädels nach Ibiza. Ihre behandelnden Ärzte in Heidelberg hatten ihr zuvor empfohlen, sich ein Hospiz auszuwählen...


    Du siehst, neben "OP" gibt es auch schonendere Verfahren, die mind. genauso wirksam sein können.

    Beim Anschauen des MRT war er sich nicht sicher,ob da auch nicht eine 4.kleine Metastase zu sehen ist....

    Da glaube ich eben, dass ein "Leberspezialist" das sehr viel genauer sieht.


    Zur Chemo: Carboplatin ist tatsächlich etwas ungewöhnlich- aber warum nicht. Es kann tatsächlich, gerade bei BRCA, sehr gut aufräumen. Aber warum nicht eine Kombi mit Olaparib? Das würde mir bei BRCA am ehsten einfallen.


    Xeloda plus Carboplatin habe ich als Kombi noch nicht gehört. Xeloda gibt man gerne alleine oder mit Avastin, auch, um eine "schonende" Langzeittherapie zu geben.

    Wenn es Carboplatin sein soll, könnte man nab-pacli dazu geben, das klingt vielleicht etwas sinnvoller.



    Aber ich würde mal nach Chemo plus Olaparib fragen- genau dafür haben wir ja das Olaparib endlich zur Verfügung.

    Ich habe wieder ein PET-CT angesprochen !

    Und das würde ich auch einfordern.

    Begründung: TM steigen kontinuierlich.


    Ich denke da an unsere verstorbene Deena, sie hatte im alten Forum einen Strang, wo es ihr ganz genauso ging. Die TM stiegen und stiegen und man fand nichts. Zu guter Letzt wurden bei ihr Metas an der Schädelkalotte und am Sprunggelenk gefunden.

    Bei einem lobulären BK immer auch die "anderen Organe" im Blick haben, wie Harntrakt, Verdauungstrakt. Es macht wahrscheinlich wenig Sinn, immer nur die Klassiker zu kontrollieren, also Knochen, Brust etc.- der lobuläre verhält sich leider meist anders.


    Aber natürlich wünsche ich Dir, dass sich nirgendwo etwas findet und ihr unbeschwert euren Sommerurlaub antreten könnt.

    Und überall steht, dass Chemo bei niedrigem Ki-67 und HR+ schlecht wirkt

    Verallgemeinern kann man das nicht. Mein Ki67 war "nur" 25%- ich hatte trotzdem eine PCR (wenigstens in der Brust)



    ich bin am Überlegen, ob es nicht einen Unterschied macht, ob "frau" TN mit hohem Ki-67 oder HR+ mit niedrigem Ki-67 ist

    Du hast natürlich Recht, aber...wenn von limitierter Metastasierung gesprochen wird, man gar eine Studie dafür eröffnet hat, dann werden sich da sicherlich nicht die Minimenge an metas. TN tummeln. Von daher scheint es nicht wirklich ausschlaggebend zu sein, ob vielleicht noch irgendwo kleine Nester sind. Dafür ist die anschließende Chemo zuständig, die durchaus auch bei einem Ki von 15% wirken kann.


    Schlußendlich geht es doch um Zeit: stell Dir vor, man hat nur in der Leber sichtbare Metas, vielleicht 4 Stück. Diese werden operativ entfernt, hinterher gibts ne Chemo drauf.

    Jeder Tumor ist heterogen, man kann also davon ausgehen, dass jeder Tumor auch ein paar "scharfe" Zellen hat, triple negative z.B. Diese werden sehr wohl von der Chemo erwischt, zurück bleiben die langsam wachsenden. Die versorgt man dann mit AHT bzw. Ibrance.


    In der reinen Theorie hat man dann einen großen Zeitgewinn, denn die Lebermetas waren das Hauptproblem.

    Bei der OP bestünde aber die winzige Hoffnung,dass ich kurativ behandelt werde und das ist schon verlockend

    Dann ist das ganz klar der Plan!

    Es gibt aber sehr wohl Leitlinien, die im Falle einer Oligometastasierung einer OP immer den Vorzug geben!

    Ich kenne sooo viele Fälle (alle triple negativ), da hat die OP bzw. Ablation, TACE usw. dejenigen das Leben gerettet.

    Bei einigen- auch triple negativ- kamen die Metastasen nie wieder, eine davon ist hier im Forum, Christine86 .

    Das wirklich gemeine ist,dass die größte Metastase( so ca. 1,7×1,8 cm) nahe am Pfortaderast liegt

    Und genau deshalb würde ich einen Spezialisten drauf gucken lassen, ob man die nicht besser entfernt. Lass Dich doch einfach mal beraten. Auch im Falle einer sogenannten Oligometastasierung (limitiert metastasiert) weiss man nicht, ob nicht überall minikleine Dinger sind.

    bei BK nicht häufig operiert werden,bei Darmkrebs sieht es anders aus.Wo ist denn da der Unterschied?

    Operiert wird, wenn z.B. nur diese Lebermetastasen vorhanden sind, sonst keine und im Idealfall bis zu 5 Stück.

    Finden sich in mehreren Organen oder Knochen welche, geht man davon aus, dass diese schon "überall" sind.


    Mittlerweile unterscheidet man "limitiert metastasiert" und "metastasiert". Für die erste Gruppe wird eine deutlich bessere Prognose angenommen.

    In Kiel läuft eine Studie dazu: https://www.uksh.de/190211_pi_…_strahlentherapie_ki.html


    Darüberhinaus gibts einige gute Leberchirurgen in Deutschland, in Bonn, Frankfurt und wie ich heute erfahren habe auch in Hamburg.


    Gibt es denn eine Histologie der Metastasen? Das wäre der 1. Schritt!

    Liebe Rose123 ,


    ich wollte dich noch herzlich Willkommen bei uns heissen.


    Nach 12 Jahren Metastasen zu bekommen, ist wirklich hart. Das tut mir sehr leid.

    Welche Therapie bekommst Du denn?

    Du bist BRCA2 positiv, wie ich gesehen habe. Bekommst Du schon Olaparib?


    Wir haben hier Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung einen Strang für fortgeschrittenen Bk- hast Du sicherlich schon gesehen.


    Ich wünsche Dir einen guten Austausch bei uns.

    Weisst Du, ob es ein triple negatives Karzinom ist? Also auch keine Hormonrezeptoren hat?


    Ich bin jetzt keine Angehörige, sondern Betroffene, von daher kann ich mich eher schwer in die Rolle des Angehörigen hineinversetzen.


    Wichtig erscheint mir in der Situation, dass Du genau hinhörst, was Deine Mutter möchte: an Therapie, an Beistand, an Beratung.

    Meiner Meinung nach steht sie jetzt im Vordergrund. Die Diagnose bzw. Prognose scheint mir nicht sehr günstig zu sein.

    Aber ich weiss zu wenig über den Tumor, als dass ich da genaueres sagen könnte.

    Sicherlich meldet sich noch eine Angehörige .

    Sind basale Karzinome TN?

    Auch, aber nicht nur. Auch Her2 pos. Tumore können basal like sein. Ich hatte vorhin mal nachgelesen, man sagt den basalen Tumoren eine etwas schlechtere Prognose nach.


    Hier habe ich einen Link dazu: https://link.springer.com/article/10.1007/s00292-008-1032-0


    Ich habe allerdings woanders gelesen, dass dies nicht für Her2 positiv (mit basal like Tumor) gilt. Wenn ich es finde, schicke ich es nach.

    Haben sie dir das so in der Uni Köln erklärt? Ich habe ja genau deshalb am 19.06 da den Termin. Habe das allerdings nicht so verstanden, sondern das das BRACA Gen generell vorhanden ist, oder eben nicht.

    Der Unterschied ist hier zwischen Keimbahnmutation, d.h. man hat die Mutation geerbt, so wie ich zum Beispiel und einer somatischen ( Zufälligen, spontanen) im Tumor. . Jede meiner Zellen hat diese Mutation, immer.

    Was hier gemeint ist, ist eine zufällige BRCA Mutation in der Metastase, und zwar nur dort.

    Heißt für mich bei der Suche nach einer Therapie nochmal die Gene im Tumor testen zu lassen, oder Jule66 ?

    Da das somatische Event jederzeit auftreten kann, macht eine Testung auf BRCA nur Sinn, wenn keine anderen Therapiemöglichkeiten vorhanden sind.


    Wenn Du heute eine Metastase auf BRCA testen lässt und der Test ist negativ, heisst das nicht, dass dem in einem halben Jahr immer noch so ist.

    Man kann nicht alle halben Jahre testen, das macht keiner mit, dafür sind die Tests (noch) zu teuer.

    Liebe Kat66 ,


    herzlich willkommen im Krebs-Infozentrum.


    auch ich hatte nach 1 Jahren "Ruhe" ein Rezidiv; Erstdiagnose war 2006, und zwar G2 sowie HER Neu und hormonpositiv. Der Tumor war etwas über 3 cm und es waren 3 von 10 LK befallen.

    Ich glaube, mit " 1 Jahr" hast Du Dich verschrieben?



    Therapiempfehlung des Brustzentrums: Keine Chemo und keine Antikörpertherapie, da diese nur in Verbindung mit Chemo verabreicht wird. Letrozol für die nächsten 5 Jahre. Inzwischen hat sich eine unabhängige Onkologin der Gyn meinen Befund angeschaut und gemeint, dass sie mich so nicht therapiert hätte.

    Das sehe ich auch so, es gab mal einen Bericht, nachdem auch " kleine Her2 positive Tumore" von einer Chemo-/ Antikörpertherapie profitieren.

    Allgemein gelten Her2 pos. Tumore als aggressiv, haben aber mit der AK-Therapie ( und dazugehörigen Chemo) eine gute Prognose.


    Zumindest für die AK-Therapie ist es noch nicht zu spät.


    Gut, dass Du eine Zweitmeinung einholen wirst.

    Liebe AnnaElsa , herzlich Willkommen im Krebs-Infozentrum.


    Brustkrebs an sich ist schon ein Schock, aber dazu Lebermetastasen- das ist nicht schön.

    Gut, dass Dein Tumor den Her2 Rezeptor hat, dieser lässt sich sehr wirkungsvoll therapieren.


    Sicherlich meldet sich noch die ein- oder andere- ich wünsche Dir einen guten Austausch bei uns und fühl Dich wohl.

    entweder ueber eine Studie an eine solche Therapie zu kommen oder den zugrunde liegenden Test selbst zu bezahlen?

    so scheint es leider zur Zeit. Dass die diversen Möglichkeiten, die diese Studien mit ihren Analysen offerieren, auch nur Ansprechraten von vielleicht bis zu 20% haben, sollte noch erwähnt werden. zaubern tun die auch nicht. Zumindest noch nicht, das ist die ernüchternde Bilanz zur Zeit.

    Ganz herzlichen Dank an alle fürs Mitfreuen! Ich hatte einen schönen Tag und war an den sepeziellen Orten, die vor genau 10 Jahren eine Bedeutung für mich erlangt hatten.

    Der 28. Mai- ein Tag wie jeder andere...? nicht für mich.


    Das war der Tag, der mein Leben grundlegend veränderte, damals, vor genau 10 Jahren.

    Ich war 42 Jahre alt, mir ging es gut, ich stand mitten im Leben. Da begann mein persönlicher Alptraum. Ich bekam die Diagnose Brustkrebs.

    Wenige Tage später wurde es noch schlimmer, da war die Rezeptoruntersuchung da; keine Rezeptoren, also triple negativer Brustkrebs. (T1c, N2a, L0, V0, G 2-3, Ki67 25%, triple negativ).

    Damals , 2009, noch längst nicht so „routiniert“ behandelbar wie heute. Nach und nach wurde es zunächst immer schlimmer- 3 befallene Lymphknoten gesellten sich dazu. Und Todesangst. Alleinerziehend mit 2 halbwüchsigen Kindern.

    Ich hatte nur ein Ziel: die Kinder „groß“ bekommen. Meine Therapie lautete: 6 mal TAC. Ich fieberte der ersten förmlich entgegen, der zweiten ebenso, dann die erste Ultraschallkontrolle: oh Freude, „ER“ war nicht mehr zu sehen, nicht mehr zu tasten. „ER“ war weg! Hoffnung keimte auf. Nach der OP ( Mastektomie auf eigenen Wunsch mit Expandereinlage) dann das Ergebnis: PCR. Aber noch ein weiterer befallener Lymphknoten. ( 2009 zählte für eine PCR ausschließlich das Ergebnis in der Brust- heute wäre es keine PCR) Nun waren es 4 befallene Lymphknoten, also Stadium 3. Es folgte die Bestrahlung inklusive der Lymphabflusswege, auf den Expander, AHB in Badenweiler, Diep Flap, Wiedereingliederung.


    Trotz PCR fiel auch ich in das berühmte Loch,wenn die Therapie beendet ist. Schritt für Schritt kämpfte ich mich zurück, begann zu Laufen, meine Ernährung zu optimieren, ASS protect, Vitamin D3, Bisphosphonate. Mit jedem Jahr kam ich dem „rettenden Ufer“ immer näher.


    Und hatte wieder Sehnsucht nach einem Partner. Der Zufall schickte mir meinen heutigen Mann, Thomas. Beide Kinder wurden „groß“, beendeten die Schule, ich durfte auf ihren Abi-Feiern tanzen. Mein größter Wunsch war in Erfüllung gegangen.


    2017 bekam ich leider die Diagnose BRCA2- damit hatte ich nicht gerechnet. Das Jahr 2017 war von den prophylaktischen OPs bestimmt, aber auch und ganz besonders von unserer Traumhochzeit.


    Heute habe ich keine Angst mehr vor Metastasen- mir geht es gut und ich bin wieder im ganz normalen Leben angekommen. Unvergessen sind mir die Frauen, die ich im Laufe der Jahre persönlich kennenlernen durfte und die es leider nicht geschafft haben. Ich weiss, dass andere nicht so viel Glück haben/ hatten- deswegen bin ich noch hier und versuche zu helfen, wo ich nur kann. Denn letztendlich ist es Glückssache, wie man daraus hervorgeht.


    Ich empfinde tiefe Dankbarkeit!


    Vielen Dank fürs Lesen und mitfreuen; ich werde den heutigen Tag feiern, ganz ruhig und besinnlich mit meinem Mann.

    photocollage_2019527215745790.jpg

    die Frage ist nur, was kann ich mit dem Ergebnis therapierelevant anfangen?

    T.P..JPG

    So könnte das z.B. aussehen. Ich habe die ausdrückliche Erlaubnis, diesen Ausschnitt zu zeigen, Name etc. sieht man ohnehin nicht. Es wird gezeigt, welche Mutationen gefunden wurden und entsprechende Therapieempfehlungen gegeben. Natürlich ist das noch sehr experimentell, aber so könnte die Zukunft aussehen. Der Weg dahin ist geebnet.

    ueber die personalisierte Therapie zu erfahren. Haettest Du eventuell einige Links, wo man sich mal schlau machen kann?

    Was möchtest Du denn wissen? Wie man an die nötigen Tests kommt? Also wie man aktuelles Metastasengewebe so untersuchen lässt, dass sich eine mögliche Therapieoption ableiten liesse?


    Es sind die molekularpathologischen Untersuchungen. Da gibts zum einen den Foundation ONe Test, der das Gewebe auf etliche Mutationen untersucht.

    Alternativ kann man versuchen nach Heidelberg in die Catch-Studie zu kommen. Bei dieser wird aktuelles Metastasengewebe auf 20.000 Mutationen untersucht. Allerdings muss man für diese Studie in der Nähe von Heidelberg wohnen, da man doch regelmäßig dorthin muss.


    Diese Studie, ebenso der Foundation One Test spucken gleichzeitig Therapieoptionen aus.

    Die OP wollen sie vor dem Medikament machen, weil man den Tumor wohl besser erwischt, wenn er noch nicht geschrumpft ist..

    8|sowas habe ich ja noch nicht gehört, das Gegenteil ist der Fall. Deshalb ist die neoadjuvante Chemo kreiert worden. um den Tumor zu verkleinern, damit man ihn operieren kann.


    Aber gut, fassen wir zusammen: man will unbedingt operieren, die einen vor der Therapie, die anderen mitten in der Therapie.


    Ich bin ein schlechter Ratgeber, da ich der Meinung bin, die Brust eher nicht zu operieren.


    Ich gebe allerdings zu Bedenken, dass bei der OP in der Therapie die Möglichkeit besteht, dass das Blutbild nicht mitspielt, denn die Leukos gehen bei einem CDK4/6 Hemmer in den Keller. Und damit ist eine OP evtl. nicht möglich. Andererseits - da ich ja eh gegen diese OP bin- hat man dann den Brusttumor als Kontrolle.


    Wird jetzt vor der Therapie operiert, dauert es unter Umständen ein paar Wochen, bis sie sich von der OP erholt hat. Und die (lebensnotwendige ) Therapie verzögert sich. Was nutzt eine operierte Brust, wenn die große Gefahr von der Leber ausgeht?:/

    Im Moment hat sie wenig Hunger und ist schnell satt und aufgebläht.. ist das auch ne Nebenwirkung von der AHT oder kann das auch mit den Lebermetastasen zusammenhängen?

    Ich würde auf letzteres tippen.


    Summa summarum- ich würde mit der Therapie beginnen, so schnell wie möglich. Alles Weitere wird man dann sehen.


    Ob Palbo oder Ribo ist ziemlich egal, Palbo gibts länger, also hat man da mehr Erfahrungswerte was Nebenwirkungen angeht.


    Ich habe mal so ein bisschen quer gelesen, weiss aber nicht, ob das schon gemacht wurde.


    Wurde bei Deinem Mann mal auf BRCA2 untersucht?


    Diese familiäre Häufung hat mich stutzig gemacht- BRCA2 ist auch u.a. für BSDK zuständig, nicht nur für BK. Mein Onkel hatte auch BSDK, ich hatte Brustkrebs mit der BRCA2 Mutation.

    Das wäre erstens für die Kinder später wichtig zu wissen, darüberhinaus gibt es zusätzliche Therapieotion bei einer Mutation- Olaparib, ein parp-Hemmer.


    Euch alles Gute.