Beiträge von Jule66

    c.onny : Ich hatte meinen 4 Jahre drin, habe mich vorher nicht getraut.
    Beim Einsetzen hatte ich nur örtliche Betäubung...ich fand es entsetzlich!
    Beim Ausbau bestand ich auf einer Kurznarkose mit Propophol , das war ok.
    Hat ca. eine dreiviertel Stunde gedauert. Normalerweise geht das Ausbauen schneller als das Einbauen.
    Bei mir war er Durch die lange Liegezeit doch tüchtig eingewachsen...


    Liebe Grüße, Jule

    07.11.2012 von Saschue ( leider 2013 verstorben, sie hätte mir das erlaubt)
    Hier ist die Ergänzung zu Jules Ausführungen:


    Neue Konzepte zur Entfernung von Lebermetastasen


    Die Therapieoptionen bei Lebermetas sind.
    - Chemo
    - Interventionelle Therapie wie RFA, LITT, SIRT pp.
    - Chirurgie


    Die Chirurgie in der sich vorstellenden Uniklinik teilt sich auf in die Bereiche:


    - Resektion ganz „normale“ chirurgische Entfernung der Metas
    - Resektion nach dem Regensburger Modell (in einer ersten OP werden die Metas von der Versorgung abgeschnitten, dann wird ca. 10 Tage
    abgewartet bis sich die Leber regeneriert hat, in einer zweiten OP werden dann die Metas entfernt.
    - Laparoskopischer Eingriff (minimal invasiv) – dazu wurde ein Film gezeigt, wie das durchgeführt wird/ ich sage nur „schaurig schön“


    Ablation
    - RFA bei kleinerer Meta
    - Resektion + Ablation - gleichzeitige Durchführung beider Methoden in einer OP


    Embolisierung
    - Chemoembolisierung
    - SIRT


    Der Referent, ein Chirurg einer Uniklinik in Süddeutschland, erklärte dazu, dass es nicht nur darum geht, kleinere Metaherde zu entfernen. Ich habe mir
    notiert, dass ein Leberrestvolumen bei Chemo-Vorbehandlung von 40 % verbleiben sollte, um das Mortalitätsrisiko in Grenzen zu halten.
    Es sollten keine multiplen weiteren Meta-Herde vorhanden sein und der Allgemeinzustand ist natürlich mit entscheidend.
    In der Klinik lässt man sich jetzt in einem speziellen Chirurgen-Tumorboard“ möglichst alle Lebermeta-Patienten
    vorstellen. Der Referent wies im übrigen ausdrücklich darauf hin, dass man kein Problem damit habe, wenn sich die Patientin selbst vorstellt und nicht überwiesen wird.
    Wie ich jetzt feststellen musste, gehen Gynäkologen oft noch davon aus, dass OPs nur bei kleinen und wenigen Metas möglich sind.
    Für mich ist es eine Option, die es zu prüfen gilt. Ob man dann diesen Weg beschreitet, ist wieder eine ganz andere Sache.


    So, jetzt will die eine oder andere bestimmt wissen, wo das praktiziert wird.


    Ich empfehle auf die Internetseite des Veranstalters zu gehen und da das Programm (TOP war am Sonntag) einzusehen (oder eine PN an mich).


    Und auch für mich gelten Jules Ausführungen:


    „Meine Zusammenfassung gibt in meinen Worten wieder, wie ich es verstanden und aufgezeichnet habe. Ebenso gebe ich keine
    Garantien für Vollständigkeit und Richtigkeit“.


    LG
    Saschue

    Zu 7) Everolimus, T-DM1 und Trastuzumab subcutan


    Und noch einmal ging es um die Überwindung von Resistenzen bei dem Her2-Faktor und bei den Hormonrezeptoren. Beim Her2-Faktor mit T-DM1 und bei den Hormonrezeptoren mit Everolimus. T-DM1 hat sehr geringe Nebenwirkungen und verlängert signifikant das Überleben. Everolimus hat deutliche Nebenwirkungen, z.B. Stomatitis ( Entzündungen im Mund).


    Desweiteren gibt es eine Studie - Hanna-Studie - welche untersucht, ob Herceptin subcutan (also unter die Haut gespritzt) genauso gut wirkt wie wenn es i.V. gegeben wird. Insgesamt braucht man 5-6 ml Herceptin. Dies ist für alle Gewichtsklassen gleich, also bekommt die selbe Dosis. Das unter die Haut zu spritzen würde sehr weh tun, da die Menge doch beachtlich ist. Also benutzt man ein Medikament, welches die Unterhautschicht für einige Stunden
    auflöst. Somit lässt sich die Menge an Herceptin gut subcutan spritzen. Die Studie hat gezeigt, dass die Wirkung beider
    Verabreichungsmethoden identisch ist.
    Also, Herceptin subcutan wird kommen, d.h. dass man dann vielleicht eines Tages es sich zuhause selber spritzen kann.


    Zu 8] CYP 2D6

    Tamoxifen ist ein Medikament, welches seit 40 Jahren verabreicht wird. Es konkurriert mit dem Östrogen um den Rezeptor an der Zelle - dieser wird dann vom Tamoxifen blockiert. Das Rezidivrisiko und die Sterblichkeit wird mit Tamoxifen verringert. Es wirkt nach ca. 4- 6 Wochen und erfordert eine Langzeittherapie. Die Nebenwirkungen sind ein Zeichen für die Wirksamkeit - umgekehrt, wer wenig oder keine Nebenwirkungen hat, gilt das nicht. Das Medikament wird im Körper in Endoxifen verstoffwechselt, und zwar mit dem Enzym 2D6. Und diese kann man messen…


    Allerdings gilt das nur für postmenopausale Frauen, warum auch immer. Es gibt einige gute Verstoffwechseler, einige, die es kaum verstoffwechseln und natürlich die große Gruppe der intermediären Verstoffwechsler. (Ist ähnlich wie beim Tumorgrading, einige G1, einige G3 und viele viele G2- bei denen man auch nicht so richtig weiss, brauchen sie jetzt Chemo oder eher nicht)


    Fazit: Test ist nicht für praemenopausale Frauen geeignet - und die bekommen ja hauptsächlich das Tamoxifen - und es gibt zu viele Unklarheiten.


    Zu 9) wecken Operationen schlafende BK-Zellen?

    Vorab: ja!
    Nach Operationen, egal in welcher Region, wurden bei 80 % der Patienten ein Anstieg der Tumorzellen beobachtet. Bei manchen gehen diese wieder zurück, bei anderen nicht. Nach OPs wurden die Tumorzellen aktiver.


    Zu 10) Nachsorge: Pro / Contra

    PRO:
    Zunächst berichtete Prof. See…darüber, warum er eine gezielte Nachsorge für wichtig erachtet. Die Zahl und Größe der
    Metastasen, also das Ausmaß, korreliert mit dem Langzeitüberleben. Sie bestimmen die Prognose. Eine Chronifizierung ist im asymptomatischen Zustand realistischer als im Spätstadium. Er nannte einige Fallbeispiele aus seinem Klinikalltag, wo eine frühe Behandlung von Metastasen zu einem Langzeitüberleben geführt hatte. Teilweise bei einigen Ausnahmen zu Vollremissionen seit vielen Jahren.


    CONTRA:
    Tja, dem guten Mann fiel nicht viel dazu ein … er hatte sozusagen den schwarzen Peter. Sein Hauptargument war, dass eine frühe Kenntniss von Metastasen den Patienten wichtige unbeschwerte Zeit nimmt, die er ohne diese Erkenntnis noch hätte. Bis die Metastasen eben symptomatisch werden, sprich weh tun etc.


    Dann gab es eine Diskussionsrunde mit zusätzlich der Tumormarkerexpertin Frau Dr. STIE… Da ging es heiß her … ebenso die Stimmen aus dem Publikum, zum Teil sehr aufgebracht. Einige Patientinnen berichteten über große Erfolge in der Therapie aufgrund der frühen Entdeckung der Metastasen.


    Fazit: Es wäre wünschenswert, wenn in dem Gremium, welches die Nachsorge über unser aller Köpfe hinweg festlegt, auch Experten wie z. B. Frau Dr. Stie. säßen und auch den Patientinnen Gehör verschafft würde.


    Zu 11) Vitamin D3

    Die Datenlage ist kontrovers und unschlüssig. Fakt ist: 70% der Patienten hatten zum Zeitpunkt der Diagnose einen zu niedrigen Serumspiegel. Den niedrigsten hatten die triple negativen…! Ein Anstieg des Vitamin D3 ist nur mit Hochdosis möglich, haben Studien gezeigt.


    Eine interessante Frage steht im Raum: Kann Vitamin D3 Aromatase senken? Welche Dosis ist die Richtige? Immerhin ist es nahezu unmöglich, eine Überdosis herbeizuführen. Seit Januar wurden die Referenzwerte angehoben. Die persönliche Empfehlung des Referenten, der eine Abhandlung über Vitamin D3 geschrieben hat und sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat: 2000 I.E. am Tag.


    In eigener Sache: Meine Zusammenfassung gibt in meinen Worten wieder, wie ich es verstanden und aufgezeichnet habe. Ebenso gebe ich keine Garantien für Vollständigkeit und Richtigkeit.

    Nun bitte ich die anderen Mädels um die Ergänzungen zu den Themen Lebermetastasen und Tumormarker.


    Nun qualmt mir der Kopf ... ich könnte noch unendlich viel schreiben, aber irgendwann ist auch mal Schluß.


    Liebe Grüße, Jule

    06.11.2012


    Ich möchte hier nun vom diesjährigen Brustkrebskongress 2012
    in Augsburg berichten.
    Leider gab es –aus meiner Sicht- nicht viel Neues.


    Hier mal eine Übersicht, über welche Themen ich berichten möchte:


    1) - Schulmedizin- integrative Onkologie
    2) - Jedem das Seine- T-DM1, Pertuzumab, Herceptin,
    Bisphosphonate
    3) - Das Lympfödem
    4) - Bedeutung der Milchsäure
    5) - Mutterzellen- Tochterzellen
    6) - Diagnose- wenn BK woanders wiederkommt
    7) - Everolimus, T-DM1 und Trastuzumab subcutan
    - CYP 2D6- Therapiesicherheit mit Tamoxifen
    9) - wecken Operationen schlafende BK- Zellen?
    10)- Nachsorge: Pro/ Contra
    11) - Vitamin D3- neue Erkenntnisse?


    Es gab natürlich noch einige Themen mehr,einige habe ich nicht mitverfolgt, andere erscheinen mir als eher uninteressant bzw. zu wissenschaftlich und ohne Nutzen für uns.


    Zu 1) Schulmedizin- integrative Onkologie


    Integrative Onkologie ist keine Alternativmedizin, sondern komplementäre Medizin.
    Diese umfasst Diätik, Lebensstil, orthomolekulare Medizin, Homöopathie, Phytotherapie, Enzyme, TCM und Aromatherapie. 74% der Patienten nutzen sie.Erwartet wird: Stimulation des Immunsystems, Linderung der Nebenwirkungen, Reduzierung von Stress, Verbesserung der
    Lebensqualität. Sie kann die Heilungskräfte aktivieren, Autonomie verleihen und die Krankheit als Chance , den Lebensstil zu ändern, sehen.


    Was kann ich selbst beitragen?


    Stichwort ist Livestyle: Ernährung
    Gewicht
    Bewegung


    Zum Thema Gewicht: ein BMI von >30 führt zu einer schlechteren Prognose, ein leichtes Übergewicht ist ok.Anzustreben sei das
    Normalgewicht. Es hat sich ein Fettanteil von ca. 15% am Nahrungsvolumen als ideal erwiesen- dies führt zu 34% weniger Rückfällen nach 5 Jahren.


    Sport führt zu 50% weniger Rückfälle und auch Todesfälle, und dies unabhängig vom BMI.


    Also: Übergewicht ist das gößte BK Risiko- größer als das der Hormonersatztherapie! Begleitend zur Chemo wird
    Mistel, Enzyme, Selen, Ingwer und Wickel (also feuchte Umschläge) empfohlen.


    Dann gabs noch einen Tipp für Xeloda geschädigte Hände und Füsse: Hanföl.


    Zu 2) Jedem das Seine- T-DM1, Pertuzumab, Herceptin, Bisphosphonate


    T- DM1 (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat ) zur Überwindung von Herceptin Resistenz.
    Die Emilia- Studie hat einen signifikanten Vorteil dieses Medikaments aufgezeigt.T- steht für Trastuzumab (= Herceptin ) und DM1 Ist ein hochtoxisches Medikament, welches an das Herceptin gekoppelt ist. Die Zelle verleibt sich das Herceptin ein und mit ihm auch das hochgiftige
    Medikament, welches die Zelle dann abtötet.


    Die Cleopatra-Studie hat gezeigt, dass die Kombination aus Pertuzumab+Trastuzumab+ Paclitaxel besser wirkt als nur Trastuzumab+Paclitaxel.


    Duale Blockade mit Trastuzumab+Lapatinib- hier wird von außen und innen auf die Tumorzelle eingewirkt.
    Die Überwindung der Aromatasehemmerresistenz kann mit Everolimus erreicht werden. In der Bolero- Studie wird Everolimus+Letrozol getestet.


    Noch mal zu den Bisphosphonaten:
    mehrere Studien ( ABCSG, ZO-Fast, Azurstudie) haben für postmenopausale Frauen eine 20- 25% Rezidivreduktion belegen können. Das gilt leider nicht für praemenopausale Frauen, bzw. für die gibt’s keine Empfehlung. Auch sind nur hormonpositive Frauen getestet worden, also steht diese Empfehlung auch nicht für triple negative. Bisphosphonate sind nierentoxisch, also nicht bei Niereninsuffiziens nehmen.


    Zu 3) Das Lympfödem:


    Ein LD kann jederzeit entstehen. 80% entstehen im 1. Jahr nach OP. Insgesamt entstehen bei 15-20% der Patienten nach Axilladissektion ein LD. Die Kombination aus Tumorbeschaffenheit ( aggressiv, befallene Lympfknoten), die Therapie ( jeder Lympfknoten zählt) und die Patientin selber können zu dem LD führen.
    Was die Patientin selber tun kann: Verletzungen und Entzündungen versuchen zu vermeiden, keine Abschnürungen ( Blutentnahme, Blutdruckmessungen und einengende Kleidung) verursachen, Übergewicht vermeiden. Auch hier birgt ein BMI >30 ein erhebliches Risiko. Gut dagegen ist ein angepasstes Ausdauertraining, welches dem individuellem Leistungsstand des Patienten angepasst ist.
    Das Erysipel ist eine häufig auftretende Begleiterscheinung des Lympfödems. Auch hier gilt es Verletzungen zu vermeiden. Das Erysipel muß mit
    Antibiotikum behandelt werden.


    Zu 4) Milchsäure
    Lactat entsteht beim Menschen als Endprodukt des sauerstoffreien (anaeroben) Abbaus von Zucker


    Grundsätzlich: Zucker wird vermehrt in den Tumor eingebaut. Die Tumorzelle verstoffwechselt den Zucker anders als die gesunde Zelle.Unter Sauerstoffausschluß entsteht Lactat, welches unser Immunsystem schwächt, indem es die Immunzellen schädigt. Ferner macht es die Tumorzellen strahlenresistent.


    Lactat erhöht die Gefahr der Metastasierung und verschlechtert damit die Prognose. Also: hohe Lactatspiegel= hohe Rezidivgefahr.


    Doch: nicht Zucker ist das Problem! Das wurde mehrfach betont. Auch hat Muskelkater wenig mit Lactat zu tun. Es ist eher so, dass 40% aller Tumore durch zuviel Fett entstehen.


    Das Lactat im Blut ist nicht mit dem Lactat im Tumor vergleichbar, da besteht keine Korrelation! So bringt auch eine Sauerstofftherapie nichts ( eine Patientin fragte danach).


    Was bringt uns diese Erkenntnis: auf den ersten Blick nicht viel, sie hilft uns zu verstehen, wie ein Tumor wachsen
    kann. Vielleicht ergibt sich daraus tatsächlich mal ein Ansatz, Tumore aushungern zu können.


    Zu 5) Mutter- Tochter-Zellen


    1 von 2 Männern werden im Laufe ihres Lebens mit Krebs konfrontiert und 1 von 3 Frauen.
    Krebszellen entstehen durch endogene(innere) Probleme in der Zelle- durch Mutationen von Onkogen und Suppressorgen.
    Krebszellen kommunizieren mit ihrer Umgebung, stimulieren die Blutgefäßbildung und unterdrücken das Immunsystem.


    Wir besitzen 70 x 10 hoch 12 Zellen und verlieren täglich 600 Milliarden davon. Sämtliche neue Zellen gehen aus Stammzellen hervor.
    Wir besitzen wenig Stammzellen und diese teilen sich auch wenig.
    Genauso gibt es Tumorstammzellen.
    Diese entstehen, wenn in einer Stammzelle eine Genmutation stattfindet. Diese Tumorstammzellen( Mutterzellen) sind für
    Metastasen verantwortlich, es sei denn, sie verschwinden unter der Therapie.
    Ziel ist es , diese Tumorstammzellen zu vernichten, nicht nur die vielen eher „harmlosen“ Tumorzellen.
    Therapeutisch kann man die Anzahl von Tumorstammzellen messen…


    Zu 6) - Diagnose- wenn BK woanders wiederkommt


    Nach wie vor ist keine Vorhersage möglich, bei wem der Brustkrebs wieder kommt und bei wem
    nicht.
    Man kann die Tumorbiologie und das Alter als Prognosefaktor zu Rate ziehen.


    Grundsätzlich ist Brustkrebs von allen Tumorarten am besten zu behandeln. Im Vordergrund sollten Lebensqualität und eine hohe Leistungsfunktion stehen.
    Therapie soviel wie nötig, so wenig wie möglich.
    Therapie der 1. Wahl: wo es geht die AHT. Diese kann man mit eher wenig Nebenwirkungen über einen langen Zeitraum
    geben.
    Therapieindex: Nutzen und Schaden abwägen.
    Das von Patienten als größtes Problem geschildert ist die Erschöpfung und Ermüdung.


    Bei Knochenmetastasen: Bisphosphonate und Denosumab lebenslang.
    Es werden in Kürze Studien kommen, die die Kombination aus beiden Medikamenten untersucht. Die Kombination klingt vielversprechend.
    Zur Radionuclidtherapie wurde gesagt, dass diese gegen starke Schmerzen in bestimmten Regionen eingesetzt wird, nur lokal, ganz gezielt, wenn nicht bestrahlt werden kann.


    Bei triple negativen Tumoren kann man nur Chemo und Avastin einsetzen.


    Zielgerichtete Therapien wie Herceptin oder die Bisphosphonate bekommt man dann ein leben lang.


    Metastasen haben nicht immer die gleichen Eigenschaften, selbst wenn sie im gleichen Organ sind. Das ist der Grund, warum die einen schrumpfen, die anderen nicht.

    19.10.2011


    Androgene und Brustkrebs

    • erhöhte Testosteronmengen im Blut bedingen erhöhtes Brustkrebsrisiko
    • Androgene stimulieren Wachstum ER-positiver und ER-negativer Zelllinien
    • Androgenrezeptor stimuliert HER2-Signalwege
    • Androgenrezeptor-Überexpression induziert Tamoxifen-Resistenz in Zelllinien
    • Hormonersatztherapie mit östrogener, androgener und gestagener Wirkung erhöht Rückfallrisiko um 40%

    Testosteron dockt an den Androgenrezeptor an, ähnlich wie Östrogen am Östrogenrezeptor andockt. Antitestosterone blockieren die Andockstellen, wie auch Tamoxifen die Andockstellen fürs Östrogen blockiert. Der Androgenrezeptor kommt häufig bei Prostata-CA vor und geht mit einer guten Prognose einher. Die Hemmung dessen hat sich als positiv herausgestellt. Bei Frauen wird Testosteron in geringen Mengen in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde hergestellt. Der Vorläufer des Testosterons sind die Gestagene. Progesteron ist ein Zwischenprodukt der Testosteron
    Synthese. Zudem wird ein gewisser Teil des Testosterons im Fettgewebe durch ein Enzym, die sog. Aromatase, in Östrogene umgewandelt.


    @Czilly:.
    Also, der erhöhte Testosteronspiegel macht nur dann Probleme, wenn man gleichzeitig erhöhte Androgenrezeptoren hat - das würde ich daraus folgern. Der Aromatasehemmer verhindert ja die Umwandlung des Testosterons in Östrogen. Bei stark übergewichtigen Patienten reicht der Aromatasehemmer wohl nicht aus, da viel Fett auch viel verstoffwechselt. Folglich wird entsprechend viel Östrogen produziert. Ein sehr schwieriges Thema ...


    Gute Nacht, mir raucht der Kopf,
    Jule


    20.10.2011


    Hallo,


    habe einen hervorragenden Link bez. Vitamin D3 und Testosteron gefunden:
    http://www.medical-tribune.at/dynasi...&dspaid=848080
    Ansonsten wollte ich Euch eine kleine Anekdote bez. Aspirin erzählen, mitten aus dem Leben( na ja, aus dem Leben einer ehemaligen Chemopatientin): Ich war vorhin in meinem Bz zum Portspülen. Da die Einstichstelle etwas nachblutete, berichtete ich der Ärztin von meiner ( fast ) täglichen Einnahme von Aspirin. Darauf kam sie mit der REACT-Studie..., die mein BZ neuerdings anbietet. Ich freute mich schon, aber ... für mich kommt sie zu spät, da meine Erst-Diagnose 2,5 jahre zurück liegt. Sie tröstete mich, dass ich ja Aspirin nehme, welches Cox1 und Cox 2 hemmt. Das Medikament in der React Studie hemmt Cox 2. Also ist die Einnahme von Aspirin jetzt meine kleine eigene Studie.


    LG,Jule


    20.10.2011


    Der Androgenrezeptor macht im Prinzip sehr ähnliche Dinge wie der Östrogenrezeptor und treibt die Tumorzellen zu mehr Wachstum an. Wenn der Östrogenrezeptor blockiert wird mit Tamoxifen , aber ausreichend Androgen-Rezeptor in der Tumorzelle und Testosteron in der Umgebung ist, dann kann der Androgenrezeptor sozusagen übernehmen und die Hormonrezeptorblockade so umgehen. Es gäbe evtl. die Möglichkeit am 5.11., nachmittags, eine Führung in der Pathologie mit Dr. W. zu bekommen.


    LG,Jule

    17.10.2011


    Hallo, nun ist es soweit: ich habe meine Unterlagen geordnet und eine" kleine "Zusammenfassung geschrieben.


    Die Vortragsreihe begann mit ASPIRIN und endete mit ASPIRIN. Tatsächlich zog sich das Thema Aspirin durch diese Tage in Augsburg. Ich habe mitgezählt: 5 Professoren widmeten sich u.a. dem Thema, wenn auch jeweils in verschiedenen Zusammenhängen. Einer der Herren gestand, seit vielen Jahren sowohl Aspirin als auch Vitamin D prophylaktisch einzunehmen. Es bleibt unbestritten, Aspirin ist ein großes Thema in der Onkologie. Die Eigenschaften von Aspirin:

    • Hemmung der Cyclooxygenase,Cox-1 und Cox-2 - also entzündungshemmend
    • Hemmung der Synthese von Prostaglandinen und Thromboxan - also gerinnungshemmend
    • Hemmung der Aromatase
    • Hemmung der Zellproliferation, Angiogenese und Metastasierung
    • Steigerung der Apoptose-Zelltod

    Die Nebenwirkungen: Blutungsneigung, Magenprobleme


    Die hauptsächliche Anwendung: Nach Herzinfarkten und Schlaganfällen,Schmerzen,entzündliche Prozesse


    Bei prophylaktischer Anwendung ( Aspirin protect, 75 bzw.100mg) kann eine Reduktion des Herzinfarkrisikos um 34% und des Schlaganfallrisikos um 17% erreicht werden. Jedes Jahr der Einnahme reduziert das Risiko um 2%.


    Es gibt Studien mit Menschen in der tumorvorbeugenden,nicht erkrankten Situation und Studien, mit bereits erkrankten Patienten. Beide Studiengruppen zeigen beachtliche Erfolge. In der vorbeugenden, nicht erkrankten Gruppe (2.778.715 Frauen) scheint es bei postmenopausalen Personen besser zu wirken, man vermutet wegen der Aromatasehemmung. Bei prämenopausalen Patienten wirkt es in der Vorbeugenden Situation eher nicht. Ein paar Zahlen: nach mehrjähriger Einnahme kam es bei Aspirin zu einer Reduktion des Mamma-Ca-Risikos um 13%, bei Einnahme von Ibuprofen um 21%. Beim Kolorectalen CA betrug die Rate 29%. Ähnlich verhielt es sich bei Ovarial-CA, Magen-, Prostata-, Lungen- und Blasen-CA. Achtung: eine zu hohe Dosis bewirkt eine Erhöhung des Risikos um 35%! Gemeint ist immer die prophylaktische Einnahme von 75-100mg Aspirin!


    Nun kommen wir zur Situation in der bereits erkrankten Phase.Die Studie umfasste 4164 Patientinnen mit
    Mamma-CA. Es wurde eine 50% Reduktion der Rückfallrate beobachtet, unabhängig aller Stadien, Rezeptorzugehörigkeit und Post-oder Prämenopausal, bei regelmäßiger Einnahme von niedrig dosiertem Aspirin. Für BK liegt nur diese eine Studie bislang vor, es gibt welche betreffend des Colon-CA, die ähnliche Ergebnisse widerspiegelt. Die Gründe dafür unter „Eigenschaften“ ...
    Fazit des Prof.: sehr vielversprechend.


    Zum Thema bildgebende Verfahren gab es mehrere Beiträge, das neueste ist das Pet-Mrt, welches gegenüber dem Pet-Ct diverse Vorteile hat, nämlich die geringere Strahlenbelastung und die genauere Lokalisation der Tumore. Einzig die Lunge lässt sich
    nicht so gut im Pet-Mrt darstellen,da ist das Pet-CT nach wie vor der Goldstandard. Pet-MRT ist noch in der experimentellen Phase und wird z.Zt. nur rechts der Isar angewendet.


    Zum Thema Her2 neu ist nur zu sagen, dass in der Situation: kleiner Tumor, keine befallenen LK , Her2 neu positiv, bei der Fragestellung Chemo ja oder nein, in einer Studie diejenigen mit Chemo signifikant besser abgeschnitten haben bez. des rezidivfreien Überlebens als diejenigen ohne Chemo. Es gibt 2 Antikörper, Herceptin, welches außen an der Zelle an den Rezeptoren andockt und Lapatinib (Tyverb), welches in die Zelle eindringt und dort Schaden anrichtet.


    Großes Thema war die individualisierte Behandlung von BK, also ob Chemo ja oder nein. Es wurde die
    verschiedenen Tests vorgestellt (Oncotype DX, Mammaprint, uPA/PAI-1, Genomic Grade). Ziel ist die Vermeidung
    von Übertherapien, Kostensenkung und Verbessertes Überleben. 70% aller Tumore werden mit G2 betitelt, wobei anzunehmen ist, dass diese tatsächlich entweder G1 oder G3 Tumore sind. Denn ein Teil der G2 Tumore verhält sich ähnlich nicht-aggressiv wie die G1 Tumore, der andere Teil aggressiv wie G3 Tumore. Bei diesen sogenannten G2
    Tumoren ist oft nicht sicher, ob sie eine Chemo brauchen oder nicht, je nachdem ob sie sich wie G1 oder G3 verhalten. Diese Tests versuchen, eine Aussage dazu zu treffen, immerhin betrifft es eine große Gruppe. Alle bisherigen Tests zeigen Vorteile und Nachteile. Mammaprint und Upa/PAI-1 brauchen Frischgewebe, während Oncotype Dx auch mit in Paraffin eingebettetem Gewebe zurecht kommt. In der Plan B Studie hat man mittels des Oncotype DX Tests gerade mal 11% herausgefischt, die keine Chemo benötigen. Ziel ist es, ca.30% der Frauen eine Chemo zu ersparen. Oncotype und
    uPA/PAI-1 haben sich zum Teil widersprochen.


    Neu ist auch, dass nun ein KI 67 von >14 als erhöht gilt, nicht wie früher > 20! Doch ob ein Tumor bei 13 oder 15 anzusiedeln ist, ist bei einer Färbung schwierig zu beurteilen, zumal es in der Histologie keine Zertifizierung gibt. Die Frage ist,welche Patientin,mit ER+ und Her2 neu negativ und keine befallenen LK hat, keine Chemo braucht, sondern nur mit AHT abgedeckt ist. Das betrifft ca.60% aller Patientinnen. Nur 20% aller Patientinnen mit BK profitieren tatsächlich von der Chemo.


    Prof.Schneewei..: Komplettremission = super Prognose - wenn der das schon sagt…


    In Köln wird eine neue Studie eröffnet, die ADAPT Studie, Motto: Umbrella (alle unter einem Schirm). Diese umfasst
    alle Patienten, egal ob Hormonpositiv oder TN oder Her2 neu positiv. Es gibt den 1. Zyklus neoadjuvant, nachdem man aus den Stanzbiopsien die genauen Rezeptoren bestimmt hat. Je nach Befund
    gibt es bei ER+ nur eine AHT, bei TN natürlich Chemo. Nach 3 Wochen wird wieder gestanzt und nachgeschaut, wie das Vorgehen gewirkt hat. Ist nur durch die AHT der Tumor kleiner geworden, gibt man keine Chemo usw. Bei TN kann man ggf.die Chemo bei Nicht-Wirken umstellen. Diese Studie hat das Ziel, individueller therapieren zu können und Übertherapie zu vermeiden.


    Schlafende Tumorzellen. Es ist ein Test entwickelt worden, bei dem man aus dem Blut schlafende Tumorzellen
    nachweisen kann. Insgesamt haben ca.35% schlafende Tumorzellen im Knochenmark, die voraussichtlich Ausgangspunkt für Knochenmetas sind. Das Vorhandensein gilt als Prognosemarker. Je mehr im Blut zirkulieren, desto schlechter die Prognose, also korreliert die Tumorlast mit der Prognose. Diese Tumorzellen müssen nicht zwangsläufig Stammzellen sein; nur Stammzellen sind in der Lage, Metastasen auszubilden. 1-3% der zirkulierenden Tumorzellen
    haben Stammzellmuster, auch MIG genannt - Metastasen induzierende Tumorzellen. Es werden nicht zwangsläufig alle Zellen gefunden. Der Test ist teuer und wird nicht von den Kassen übernommen. Der Test dient als Verlaufskontrolle bei Therapien, er dient dem Verständinis der Tumorbiologie und überprüft Zielstrukturen für Therapien (z.B. ob Her2 neu positiv). Großer Nachteil: es wird keine Therapie bei Auffinden dieser Tumorzellen angeboten.


    Die Heterogenität eines Tumors ist der Grund, warum es noch keine Heilung gibt. Dies betonten mind. 2 der Profs.


    Der Prof, der über Her2 neu berichtet hat, hat sehr weit ausgeholt und einiges über das Tumorumfeld berichtet. Ebenso dass zielgerichtete Medikamente weniger Nebenwirkungen haben, also Antikörpertherapien etc. Demnach macht es recht wenig Sinn, ausschließlich den Tumor zu vernichten, auch muß das Umgebende stimmig sein.


    Klimaveränderung der Tumorzelle!
    Dazu zählt: Vitamin D3 - 70% Reduktion des Rezidivrisikos
    Aspirin 75mg - 70% (f. Dickdarmkrebs)
    Psychosoziale Betreuung - 48%
    Sport - 47%
    Also Ernährung, Bewegung, innere Zufriedenheit


    Sport - auch dazu gab es einen Vortrag. Nichts Neues, aber: Übergewicht vermeiden bzw.abbauen, 5 mal die Woche Sport, im Wechsel mit Krafttraining und Ausdauertraining. Zur Not tun es auch 3 mal.
    Die große 10 soll man sich merken, im Grunde sind wir dazu ausgestattet, 10 km am Tag zu gehen. Also Mädels, 10 km am Tag!


    Ein Vortrag behandelte die integrative Onkologie. Der Prof. stellte sensationelle Fallbeispiele aus seiner Privatklinik
    vor, die in auswegloser Situation senstationelle Erfolge mit ganzheitlicher Therapie erzielten. So z.B. mit Hyperthermie (auch mit Chemo), auch er erwähnte Aspirin und diverse andere Faktoren, wie psychosoziale Begleitung etc. Dieser Prof. hat u.a. ein Buch geschrieben.
    Was mir hier fehlte,war ein Aufzeigen von Grenzen. Man hatte das Gefühl, alles ist möglich, man muß es nur wollen. Das war mir etwas zu unseriös.


    Zum Thema Bisphosphonate: man kann schlafende Tumorzellen mit Zometa reduzieren. Frauen mit hohem Risiko profitieren am meisten davon.


    Palliativmedizin: 4 Medikamentengruppen kommen vor und sollten auch gegeben werden. Morphine, Beruhigungsmittel, Hormone(Cortison),Diuretika. Klotzen statt kleckern bei Schmerzmitteln. Ein Hausarzt in der palliativen Situation soll sich auszeichnen durch Hausbesuche, ständige Erreichbarkeit und Wochenenddienst. Das
    behandelnde Team sollte umfassen: betreuender Arzt, Pflegedienst, Apotheker, Seelsorger, psychol. Begleitung, Familienangehörige, Chirug, Internist und Strahlentherapeut. Motto: nicht dem Leben mehr Zeit, sondern der Zeit mehr Leben geben.


    Antidepressiva auf Abwegen: eine junge Medizinerin erforscht bereits bekannte Medikamente aus anderen Bereichen bez.ihrer Wirksamkeit bei BK, speziell bei triple negativen BK. Ihre Aussage zum Schluss: es würde sehr viel geforscht und auch vieles kommen. Sie fand heraus, dass bestimmte Stimmungsaufheller im Reagenzglas triple negative Tumorzellen am Wachsen hindern. Das Gleiche konnte sie bei Medikamenten zur Blockade
    der männl. Geschlechtshormone beobachten. Leider ist es noch zu früh, den Versuch auf Menschen zu übertragen, aber sie gibt sich hoffnungsvoll, dass dies in naher Zukunft geschieht.


    So, natürlich gab es noch einige andere Vorträge. Es war aber nahezu unmöglich, alle zu besuchen und auch aufzunehmen. Die Zusammenfassung über AHT und auch den Androgenrezeptor folgt wie angedeutet von Ulli99. Diese Zusammenfassung ist das, was ich niedergeschrieben habe und so, wie ich es verstanden
    habe.


    Jule

    20.10.2010


    Hallo,
    wie schon angedeutet, möchte ich hier einige interessante Neuigkeiten vom diesjährigen BrustkrebsKongress in Augsburg vorstellen.


    Dies sind meine Erkenntnisse,die keinen Anspruch auf Gültigkeit haben - so habe ich es verstanden und für mich mitgenommen. Ich habe viel mitgeschrieben und auch hinterher einige Prof.selber gesprochen, zu Themen,die mir wichtig waren. Ich weiß,dass es zu einigen Themen extra Threads gibt. Aber die extra rauszusuchen ist sehr umständlich - also werde ich hier alles Neue auflisten. Ich möchte auch keine Diskussionen entfachen, z.B. ob nun Bisphosphonate Ja/nein.


    Es waren auch einige andere (Wurmi , Daisy2010 und Ortrud) anwesend, die können es gerne ergänzen oder korrigieren, wenn ihnen etwas fehlt oder als nicht richtig erscheint.


    Thema AHT - wie lange: die Experten sind sich einig, dass längere Einnahme als 5Jahre Sinn macht, sie wissen nur nicht, wie und was.


    Vitamin D: alle in Deutschland haben zu wenig davon, auch Kinder. Wir haben zu wenig Sonne und Sonnencreme verhindert nicht nur Sonnenbrand, sondern auch die Vit.D Bildung! Also: schlucken. Denn ein Mangel von Vitamin D kann u.a. Krebserkrankungen hervorrufen und nicht nur das. Es reguliert bis zu 1000 Vorgänge in den Zellen. 4000 Einheiten pro Tag werden empfohlen.


    Triple negativ: 30% aller Rezeptorbestimmungen sind falsch - bei triple neg. verheerend. Ein Kölner Molekularbiologe hat ein neues Verfahren (PCR) entwickelt, mit dem man die Rezeptoren anders und besser bestimmen kann. Ferner kann er anhand bestimmter Lymphozyten (B-und T-Lymphozyten) im Tumor eine Aussage zur Prognose machen. Es gibt auch bei triple neg. einen Subtypen, der eine gute Prognose hat. Ferner gibt es noch Androgenrezeptoren, die von dem Molekularbiologen auch bestimmt werden können und evlt. eine
    Therapieoption darstellen können. Beim Protata-CA werden Antiandrogene gegeben. Leider ist man beim BK noch nicht so weit... Aber das wird sicher kommen.


    Bisphosphonate: ja, ja, ja, alle Profs sprachen sich deutlich!!!! dafür aus. Sie können wohl ins Knochenmark abgewanderte Tumorzellen vernichten. Für Zometa gilt: 3Jahre lang und im Abstand von 6 Monaten.


    AHT bei nur 5% Östrogenrezeptoren: ja. Habe direkt Prof. O. gefragt und als Antwort erhalten: wo was ist würde ich auch was geben.


    Früherkennung v.Metas: auf jeden Fall, alles andere gilt als überholt! Die Aussage, wenns weh tut, ist es früh genug, ist Blödsionn! Eine früh entdeckte Meta kann man ganz anders angehen, evtl.sogar vernichten, als eine spät entdeckte, die wiederum Unsinn gemacht hat. Ferner auch die frühe Bestrahlung von Knochenmetas, nicht erst wenn Schmerzen da sind. Frühe Bestrahlung kann Knochenmetas eindämmen und sogar evtl. eliminieren.


    Parp-Inhibitoren: Therapieoption für Triple neg. und Brca-Mutationen. Parp sind Enzyme, die bei der Reperatur von DNA-Strängen benötigt werden. Einfach gesagt, hemmen Parp-Inhibitoren diese bei der Arbeit - die Tumor Zelle stirbt ab. Die Parp-Hemmer sollen sehr nebenwirkungsarm sein! Sie wird in Tablettenform verabreicht. (OLAPARIB)


    Ende Oktober startet in Köln die 1. Parp Srtudie, allerdings nur für Frauen mit Gendefekt (BRCA). Es werden sogar die Fahrtkosten nach Köln übernommen. Im Februar 2011 startet die Studie von Prof.Sch. (Heidelberg), der alle triple neg.Frauen einschließt.


    PET-CT ist dem Knochenszyntie überlegen: Osteolytische Metas erkennt man nicht im Knochenszyntie, sondern nur im PET-CT.
    Aggressive Tumorzellen lagern mehr Glukose ein und geben damit Rückschlüsse auf das Tumorverhalten.


    Metformin, Heparin: Metformin ist ein Medikament zur Behandlung des Diabetes Typ 2, welches eine anticancerogene Wirkung zu haben scheint. Hier hat sich herausgestellt, dass die halbe Dosis (850mg) auszureichen vermag. Alles noch nicht gesichert. Heparin, in London gibt es eine Phase-3-Studie, scheint ebenfalls wirksam zu sein. Auf meine Frage, ob die 6-wöchige Protspülung ebenfalls einen pos. Effekt habe, mußte der Prof. passen - er wußte es nicht. Auch hier muß auf die Studieergebnisse gewartet werden. Tumorpat. haben ein überaktives Gerinnungssystem.


    Bk-Zellen auf Wanderschaft: 99% der Tumorzellen im Blut sterben innerhalb einer halben Stunde ab. 0,1% haben die Fähigkeit, Metas zu bilden. Also: von 1000 wander.Tumorzellen hat 1 die Möglichkeit, Metas zu bilden.
    Sie gehen ins Knochenmark. Bisphos.können diese vernichten! 30-40% aller Bk-Pat.haben wandernde Zellen im Blut. Sie haben oft keine Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, sind also triple neg. Die Chemo scheint nicht effizient gegen wand. Tumorzellen. Hat man bei einer Studie mit neoadjuvanter Chemo festgestellt. Patientinnen mit Komplettrem. hatten trotzdem noch wand. Tumorzellen im Blut bzw.Knochenmark.


    Führen wand. Tumorzellen immer zu Metas? 50% dieser Patienten entwickelt Metas, bei den anderen sind sie nach Tumorentfernung weg oder schlafen für immer (im Knochenmark) - auch das ist möglich.


    Ich glaube, das wars jetzt. Das war jetzt viel Arbeit und ich möchte hier keine Kritik (Rechtschreibfehler etc.) hören. Gerne Ergänzungen von den dort anwesenden Mädels.
    LG,Jule

    28.05.2015
    Ich mal wieder,


    mittlerweile 6 Jahre geschafft, viele Weitere sollen folgen.


    Offiziell ist man bei TN nach 8 Jahren geheilt.


    Der Kampf lohnt sich!


    Ich drücke Euch allen die Daumen, gebt nicht auf!


    Liebe Grüße, Jule

    28.05.2014
    Nun denn,


    ich bin auch mal wieder dran...


    Heute vor genau 5 Jahren bekam ich die schlimmste Diagnose meines Lebens


    In den 5 Jahren hat sich viel getan.


    Aktuell habe ich im März meinen Umzug in den Nord-Osten gewuppt (der wegen), mit Job-Wechsel und allem drum und dran.


    Meine Kinder sind in Köln geblieben, mit 18 und 19 sind sie nun "groß" genug dafür.


    Mir gehts gut, onkologisch ist alles in bester Ordung.


    Ein Übel ist mir jedoch geblieben...ich habe seit Dezember 2012 ein
    Lympfödem an der linken Hand, welches sich nun nach dem Umzug sehr
    verschlimmert hat


    Leider soll/muß ich einen Kompressionshandschuh tragen, was sich mit
    meiner Arbeit als MTA in der Mikrobiologie nun gar nicht verträgt


    Vollzeit arbeiten kann ich definitiv nicht, will ich auch nicht.


    Ich wünsche Allen hier Mut, Zuversicht und Kraft, es ist zu schaffen.


    Glaubt daran und nehmt Euch die vielen tollen Mutmachgeschichten hier zum Vorbild.


    Zur Erinnerung: TN, 1,9cm, 4/20 Lk befallen, Stadium 3


    Und nun 5 Jahre, wer hätte das gedacht.


    Ich wünsche Euch das Allerbeste und drücke jeder Einzelnen die Daumen!


    Jule

    24.06.2013
    Hallo,


    wie versprochen möchte ich mich heute hier mal wieder melden, ich habe nämlich heute das 4. Jahr geschafft


    Seit meinem letzten Eintrag hier hat sich viel ereignet: Schönes und Trauriges.


    Zum einen mußte ich wieder eine liebe Freundin zu Grabe tragen,


    die an dieser Sch...Krankheit verstorben ist.


    Zum anderen habe ich mich ...schwer verliebt


    Jawoll, auch so kann es gehen.


    Und ich muß dazu sagen, dass ich diesen Mann ohne BK nicht kennengelernt hätte!


    Und Kind Nummer 1 ist erfolgreich mit der Schule fertig geworden und wird ab September studieren.


    Desweiteren möchte ich allen für ihre tollen Mutmachgeschichten hier danken; diese lese ich besonders gerne.


    So, nun bis nächstes Jahr ,


    eine rundum glückliche Jule

    24.06.2012

    Hallo,


    dann trau ich mich auch mal…


    Ich habe heute meinen 3. Jahrestag (Tag der 1. Chemo) nach BK Erstdiagnose (28.05.2009),


    welche alles andere als rosig war.


    Das war Ende Mai 2009.


    Es fing übel an…ich zog nur schlechte Karten: 1,9 cm,triple negativ, 4 befallene Lympfknoten. Schock!


    Dabei hatte ich 1 Jahr vorher meine 1.Mammographie und ½ Jahr vorher meine Krebsvorsorge. Alles in Ordung, hieß es immer.


    Es folgte das Staging, bei dem ich zum Teil echte Todesängste
    ausgestanden hatte. Aber das kennt ihr ja. Zum Glück war da alles ok,
    uff.


    Nachdem beschlossen wurde, mich neoadjuvant zu behandeln (was mir
    zunächst gar nicht gefiel, ich wollte das Ding so schnell wie möglich
    loswerden), folgte die Sentinellympfknotenbiopsie.


    Trauriger Befund: von 4 entnommenen Sentinel-LK waren 3 befallen, z.T.
    zusammengebacken, kapselüberschreitend. Dabei sahen die im Ultraschall
    und MRT unverdächtig aus.


    Was da in mir vorging, brauche ich nicht zu beschreiben.


    Ich trieb den Beginn der Chemo voran. Statt 2 Wochen nach der
    Sentinel-OP zu warten, bekam ich die Chemo bereits 1 Woche nach der OP .
    6 mal TAC.


    Ich wusste genau, ich habe 2 Chancen: zum einen die Komplettremission und zum anderen , dass keine weiteren LK befallen sind.


    Ich hatte in der Zeit viel hier im Forum gelesen und das hat mir unheimlich Mut gemacht.


    Eine Userin möchte ich hier hervorheben, Zitronengras.


    Sie war mein Vorbild und hat mir wirklich Mut gemacht. Danke liebe Zitronengras an dieser Stelle!


    Die Chemo schlug hervorragend an- das ist der Grund, dass ich den Tag der 1. Chemo als Jahrestag gewählt habe.


    Nach der 2. Chemo Ultraschallkontrolle- das Biest war weg. Ein Clip musste gesetzt werden, um bei der OP das Gebiet zu finden.


    Riesige Freude bei den Ärzten- ich war sicherlich eine „Kopfschmerzpatientin“ für diese.


    Und natürlich bei mir- von dem Moment an schöpfte ich Hoffnung, da wusste ich, dass ich es schaffen kann.


    Die ersten Chemos habe ich gerne angenommen, voller Hoffnung. Und ich
    muss gestehen, dass ich mich der Visualisierung bedient habe, nach
    Simonton.


    Die Chemos wurden immer schwerer zu ertragen, wer kennt das nicht...


    Nach den Chemos dann die OP: auf meinen Wunsch hin Mastektomie mit
    Expandereinlage, damit ein anschließender Aufbau mit Diep Flap erfolgen
    konnte.


    Die OP war nicht ohne…anschließend Bestrahlung, einschließlich der Lympfabflusswege.


    Danach AHB und Brustaufbau.


    Nach der OP war klar, dass sich Wunsch 1 –Komplettremission- erfüllt hatte.


    Aber Wunsch 2 nicht so ganz…es wurde noch ein Lympfknoten gefunden, der mal befallen war…er
    hatte ein Narbenareal ( der G3 Anteil, den die Chemo vernichtet hatte )
    und daneben einen aktiven G1 Anteil, insgesamt nur eine
    Mikrometastase, also kein Kapseldurchbruch.


    Ich habe das so für mich interpretiert, dass die 3 Wächter-LK alles
    abgefangen hatten und dann nur eine Mikrometastase in den
    nachgeschalteten LK gefunden wurde. Damit konnte und musste ich leben.
    Aber damit waren es 4…


    Eine Prognose habe ich trotz mehrmaligen Nachfragen nie bekommen…man traute sich wohl nicht.


    Zeitgleich- bis vor 1 Woche- bekam ich Zometa.


    Ziemlich genau 1 Jahr nach Erstdiagnose bin ich wieder arbeiten gegangen, zunächst mit dem Hamburger Modell.


    Ende 2010 habe ich mir meine Hüftknochen in Essen biopsieren lassen, zu untersuchen auf schlafende Tumorzellen.


    Der Befund (um Weihnachten herum) war zum Glück negativ. Hatte Zometa da schon was bewirkt? Ich persönlich gehe davon aus!


    Ich habe mich oft gefragt, was mir den Allerwertesten gerettet hat.


    Ganz weit vorne steht da für mich die Chemo, die OP und Bestrahlung, also die Schulmedizin.


    Ich bin mehr als dankbar dafür.


    Nach den schulmed.Behandlungen schaute ich mich aber auch anderweitig
    um…und stiess auf Vitamin D3, Sport, Aspirin portect, Curcuma,
    sek.Pflanzenstoffe, Ernährung allgemein-wenig Kohlenhydrate, viel
    Rohkost in Form von Obst und Gemüse, nahezu kaum Alkohol.


    Wenn ich will, kann ich sehr diszipliniert sein und …ich will es.


    Als ehemaliger Sportmuffel fiel es mir nicht leicht, das Laufen
    anzufangen…aber wenn es die Rezidivrate um bis zu knapp 50% senken kann,
    dann geht’s auf einmal.


    Mittlerweile laufe ich 3-4 mal die Woche einige Kilometer- es geht.


    Ferner versuche ich Stress zu vermeiden; so arbeite ich nach wie vor „nur“ 30 Stunden die Woche, sorge für ausreichenden Schlaf.


    Desweiteren habe ich mich von W- Lan und dem Funktelefon getrennt.


    Statt dessen haben wir D- Lan und ein Schnurtelefon- back to the roots. Es geht…


    Hintergrund dessen ist die permanente Strahlung, der ich mich nicht mehr aussetzen wollte.


    Auch bin ich im Sommer 2010 umgezogen, in eine größere, ruhigere und schönere Wohnung mit grossem Balkon.


    Ich habe mich eingehend mit diesen Themen beschäftigt, in Literatur, auf Kongressen, im Ärtzegespräch.


    Und ich bin überzeugt davon, dass es die Kombination ist…und sei es nur
    der Glaube daran, der ja bekanntlich Berge versetzen kann.Und natürlich
    gehört auch Glück dazu.


    Ich bin nach wie vor ein Nachsorgejunkie, d.h.ich lasse alle 3 Monate
    meine TM und sämtliche Blutwerte kontrollieren, Oberbauchsono und
    Brustultraschall, einmal jährlich MRT der Brust.


    Ich brauche das für meine Psyche, denn auch ich habe meine schlechten Phasen, in denen jedes Zwicken argwöhnig observiert wird.


    Ferner glaube ich daran, dass früh entdeckte Metastasen besser zu behandeln sind.

    Behandlungsplan Jule im Überblick:


    - Chemo TAC- hat den Tumor und evtl.Mikrometastasen vernichtet


    - Zometa- hat evtl.Schläferzellen vernichtet


    - Vitamin D3- schützt alle meine Zellen


    - Aspirin protect- reduziert Entzündungen in meinem Körper


    - Sport- flutet meinen Körper mit Sauerstoff und stärkt das Immunsystem


    - Sek.Pflanzenstoffe,Obst und Gemüse- stärken die Immunabwehr


    Das ist meine Quintessenz meiner fast 3 jährigen , intensiven Beschäftigung mit Brustkrebs.


    Und der Erfolg gibt mir Recht!


    Ich weiss, dass ich noch lange nicht am Ziel bin, aber mit 3 Jahren
    habe ich mich doch ein gutes Stück in
    Sicherheit gebracht ( bei TN sind die ersten 2-3 Jahre die
    gefährlichsten, danach nimmt die Gefahr deutlich ab)


    Es ist zu schaffen!


    Und mir geht’s gut!


    So, zum
    Schluss möchte ich noch all denen danken, die ich hier kennenlernen
    durfte, ob real oder virtuell. Ihr alle habt mich mitgetragen und
    mitgezogen. Ein grosses Dankeschön an Euch !


    Ich würde mich freuen, wenn sich hier weitere Mutmachgeschichten einfinden würden…


    Ich melde mich hier nächstes Jahr wieder!


    Eure Jule

    Anhe : tja, da wird es schwierig.
    Das ist ein Sammelsurium über mittelerweile 4 Jahre.
    Die sind zum größtenteil nicht hier... ;(


    Na ja, ich habe sie und kann sie dann immer für mich lesen. Oder privat verschicken :thumbsup:
    Ich wünsche dir noch einen schönen Urlaub :)


    Liebe Grüße, Jule

    Den Mutmach-Thread sollten wir einfach eröffnen, finde ich. Hier gibt es ja einige Frauen, die auch schon über einen langen Erfolg berichten können...


    Hallo,
    ich konnte "meinen" alten Mutmachthread noch speichern :D , weiß allerdings nicht, ob ich den hier eröffnen darf und schon mal gar nicht wie...


    Liebe Grüße, Jule

    Guten Abend,


    wenn ich mich kurz vorstellen darf:
    mein Name ist "Jule" :D , ich hatte 2009 die Diagnose BK (TN, T1c, N2a, M0, R0, L0, V0) und nach 6 mal TAC YT0 :)
    Auch ich bin quasi "heimatlos" geworden, nun bin ich hier und muß mich erst mal zurecht finden.


    Liebe Grüße, Jule