Antikörperkonjugat

  • auch "Immunkonjugat"; ein Antikörper oder ein Teil eines Antikörpers, der/das chemisch an eine andere Substanz, zum Beispiel ein Anti-Krebsmittel, gebunden ist
    Antikörperkonjugate machen sich das Schlüssel-Schloss-Wirkprinzip von therapeutischen monoklonalen Antikörpern zunutze, um gezielt

    - Fluoreszenzmarkern (zu diagnostischen Zwecken)
    - Radionukliden (Radioimmuntherapie oder diagnostische Ziele)
    - Zytokinen (d. s. Interleukine, Interferone, CSF, TNF - Therapie mit Immunzytokinen)
    - Zytostatika (Chemoimmunkonjugate)
    - und anderen Wirkstoffen, z. B. Toxinen

    eine selektive Bindung an eine bestimmte Zielstruktur (target) einer Zelle oder eines Moleküls zu ermöglichen.

    In der Therapie von Krebs spielen zurzeit die Chemoimmunkonjugate die größte Rolle. Das bekannteste Beispiel ist hier T-DM1, wobei T den Antikörper Trastuzumab/Herceptin (erkennbar an der Wortendung –mab) und DM1 das Zytostatikum bezeichnet.

    Monoklonale Antikörper binden gezielt an eine bestimmte Zielstruktur (Zelloberflächen-Antigen) von Zellen bzw. Molekülen. Therapeutisch stoßen monoklonale Antikörper gerade bei soliden Tumoren jedoch an ihre Grenzen. Andererseits wirken Zytostatika nicht tumorspezifisch, sondern auf alle sich schnell teilenden Zellen. Daher liegt die Idee nahe, durch Schaffung eines Konjugats (bestehend aus Antikörper, Wirkstoff/Zytostatikum und Verbindungsstück) die Vorteile beider Therapieansätze zu vereinen und ihre therapeutischen Grenzen dadurch zumindest teilweise zu überwinden.

    Quellen in Wikipedia:
    Krebsimmuntherapie/Antikörperkonjugate
    Immunkonjugat
    Chemoimmunkonjugat
    sowie
    Monoklonale Antikörper/Therapeutische m. A.
    Zytokin

    2.130 mal gelesen